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Gespräch mit dem Investor über Sanierungsarbeiten

So soll das königliche Oberbahnamt in Rosenheim einmal aussehen

Auf der Fläche vor dem Oberbahnamt soll ein Biergarten mit 80 Sitzplätzen entstehen.
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Auf der Fläche vor dem Oberbahnamt soll ein Biergarten mit 80 Sitzplätzen entstehen.

Für das königlich-bayerische Oberbahnamt beginnt im kommenden Jahr ein neues Kapitel: Auf der 1500 Quadratmeter großen Fläche sollen nicht nur zahlreiche Arzt- und Büroräume entstehen, sondern auch eine Gastronomie mit Außenbereich. Doch die Arbeiten gestalten sich schwieriger, als ursprünglich gedacht.

Rosenheim – Maximilian Reidl ist ein Optimist. Wahrscheinlich muss man das auch sein, wenn man ein denkmalgeschütztes Haus kauft, das seit mehr als 30 Jahren leer steht. Vor rund zwei Jahren hat der Geschäftsführer der „Königliches Oberbahnamt Projekt GmbH“ seine Unterschrift unter den Kaufvertrag mit der Stadt gesetzt.

Heruntergekommen und verwittert: Das königlich-bayerische Oberbahnamt steht seit mehr als 30 Jahren leer. Jetzt soll ihm neues Leben eingehaucht werden.

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Seitdem laufen die Arbeiten. Wie berichtet, sollte die Immobilie bereits in diesem Jahr bezugsfertig sein. Aber die überklebten Fenster und die Außenfassade, die an manchen Stellen bereits abbröckelt, erzählen eine andere Geschichte. „Durch Corona hat sich alles verzögert“, sagt Reidl. Er hofft darauf, dass er noch in diesem Monat die Baugenehmigung erhält, um mit den Sanierungsarbeiten beginnen zu können.

Offene Küche und ein Barbereich

Über ein Treppenhaus oder mit einem Fahrstuhl können Besucher in die Etagen gelangen.

Während er erzählt, schließt er die schwere Tür des Oberbahnamts auf und gibt den Blick ins Innere frei. Sofort fällt die alte Wendeltreppe ins Auge, die lange Zeit als einsturzgefährdet galt.

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In den gut erhaltenen Dachstuhl des Gebäudes könnte ein Start-up-Unternehmen einziehen.

Mittlerweile wird sie durch ein Gerüst gestützt und führt in die oberen Stockwerke wie auch zum Dachgeschoss. Bevor es die Treppen hinauf geht, führt Reidl durch das Erdgeschoss. Hier soll eine Gastronomie entstehen. „Der Grundriss wird noch etwas anders“, sagt der Investor.

Personalräume, Kühlung und Toiletten im Untergeschoss

Mit der Taschenlampe seines Handys leuchtet er in den Bereich, in dem später die offene Küche und der Barbereich liegen sollen. Personalräume, Kühlung und Toiletten befinden sich im Untergeschoss.

Im Keller des Oberbahnamts sollen sich in Zukunft Personalräume, Kühlung und Toiletten befinden.

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Über einen Anbau, der sich auf der Rückseite des Gebäudes befinden wird, können Besucher über ein Treppenhaus oder mit einem Fahrstuhl zu den jeweiligen Etagen gelangen. Die 48 großen Fenster, die sich im Oberbahnamt befinden und die Böden mit dem alten Fischgrätparkett will Reidl – soweit es geht – erhalten.

Untersuchungen für ungefähres Kostenfenster

Während er die Wendeltreppe hinaufsteigt, erzählt er von den vergangenen Monaten: „Wir haben etliche Untersuchungen gemacht, um ein ungefähres Kostenfenster zu erarbeiten.“ Er zeigt auf Löcher in den Böden, Überbleibsel von Bodenarbeiten, um die Beschaffenheit zu überprüfen.

Gebäude vor Jahrhundertwende hochwertig gebaut

Die Gutachten ergaben, was Reidl zum Teil bereits vermutet hat: „Das Gebäude wurde kurz vor der Jahrhundertwende sehr hochwertig gebaut“, sagt er. Von 1876 bis 1895 diente es als Oberbahnamt, später als Verwaltungsgebäude der Bahnbehörden sowie als Wohngebäude für Bahnmitarbeiter.

Seit 1995 auf Denkmalliste

Seit 1995 ist das Gebäude als Einzeldenkmal in die Denkmalliste eingetragen. Wie viel Arbeit mit diesem Eintrag verbunden ist, weiß Maximilian Reidl spätestens seit dem Moment, als er alle Räume der 1500 Quadratmeter großen Fläche fotografieren musste. „Das Denkmalamt braucht ein Raumbuch“, sagt der Investor. Das umfasse mittlerweile rund 90 Seiten.

Gastronomie steht so gut wie fest

Und auch sonst sind die Sanierungsarbeiten an einer denkmalgeschützten Immobilie nicht immer leicht. „Denkmal ist unkalkulierbar“, sagt er. Die Euphorie, die er noch vor zwei Jahren gespürt habe, sei weniger geworden. Das gibt er offen zu. „Es hat sich verdunkelt, aber nass sind wir noch nicht geworden.“ Denn die Arbeit am Haus mache ihm Spaß. Er schwärmt von den hohen Decken, dem gut erhaltenen Dachstuhl mit 15 Kaminen und den großen Dachfenstern. „In den Räumen könnte ich mir ein Start-up-Unternehmen vorstellen“, sagt er.

Arbeiten nach zwölf Monaten abgeschlossen

Auf die Suche nach Mietern für die Büro- und Praxisräume habe er sich im Moment noch nicht gemacht. „Das bringt nichts, wenn ich noch nicht genau sagen, wann es bezugsbereit ist.“ Auch will er warten, bis er die Baugenehmigung in den Händen hält. Etwas anders verhält es sich mit der Gastronomie, dem „Anker des Gebäudes“.

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Der Interessent stamme aus Rosenheim und stehe so gut wie fest. Um wen es sich handelt, will der Investor aber noch nicht verraten. Läuft alles nach Plan rechnet Reidl damit, dass die Arbeiten nach zwölf Monaten abgeschlossen sind. Ende 2022 könnte dann Eröffnung gefeiert werden. Er ist positiv gestimmt. Wie es sich für einen Optimist eben gehört.

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