Hoffnung für rumänische Jungbauern?

Feiern nächstes Jahr das 10-Jährige Jubiläum der Landkreispartnerschaft: Präsident Constantin Ostafciuc (links) und Landrat Josef Neiderhell.
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Feiern nächstes Jahr das 10-Jährige Jubiläum der Landkreispartnerschaft: Präsident Constantin Ostafciuc (links) und Landrat Josef Neiderhell.

Rosenheim - Durch die Partnerschaft des rumänischen Landkreises Temesch mit dem Rosenheimer Landkreis erhoffen sich diese Weiterbildungsmöglichkeiten für ihre Jungbauern.

Im kommenden Jahr jährt sich die Partnerschaft zwischen den beiden Landkreisen Temesch in Rumänien und Rosenheim zum zehnten Mal. Landrat Josef Neiderhell und sein Amtskollege Constantin Ostafciuc vereinbarten bei einem Treffen im Landratsamt, dieses Jubiläum Anfang Mai in Temesch zu feiern.


Er hoffe, sagte Ostafciuc, dass viele dabei sein können, die zur Entwicklung dieser Freundschaft beigetragen haben. Er sei glücklich, wieder in Rosenheim zu sein, er fühle die Wärme des Empfangs, ein Gefühl, dass er hier immer habe.

Ein wichtiges Anliegen ist Ostafciuc, der in seinem Amt mit Präsident angesprochen wird, die Ausbildung der Jungbauern. Ein duales System mit praktischer Ausbildung im Betrieb und Theorie in der Berufsschule gibt es in Rumänien nicht. Das bäuerliche Handwerk wird von den Eltern gelernt und wer sich weiterbilden will, muss den Schulbesuch bezahlen.


Ostafciuc hofft, dass die Jungbauern in Deutschland geschult werden können. Der Präsident beklagte, dass es für die in Bayern angeschaffte moderne Landtechnik keine ausreichend geschulten Wartungskräfte gibt. Die Bauern sind zudem nicht in der Lage, die Möglichkeiten der Traktoren und Maschinen auszunutzen. Neiderhell versprach, wenn es eine geeignete Schule in Temesch gibt, den Kontakt zur Landwirtschaftsschule in Rosenheim herzustellen.

Gerhard Kippes, der zuständige Abteilungsleiter für den Hoch- und Tiefbau im Landratsamt, stellte den rumänischen Gästen das Radwegenetz im Landkreis vor. Die mehr als 2.000 Kilometer Radwege unterschied Kippes in Radwege entlang von Bundes-, Staats-, Kreis- oder Gemeindestraßen auf der einen sowie touristische Radwege abseits von Straßen auf der anderen Seite.

Letztere kontrolliert der Landkreis regelmäßig auf Verkehrssicherheit. Bei Bedarf werden die Beschilderung erneuert oder ergänzt sowie kleinere Schlaglöcher sofort repariert. Bei größeren Schlaglöchern wird die jeweilige Gemeinde informiert. Neben den überregional bedeutsamen Radwegen wie den Innradweg, den Mangfalltalradweg, den Jakobsweg oder den Bodensee-Königssee-Radweg gibt es im Landkreis noch mehr als 40 Rundkurse, die zwischen 20 und 40 Kilometer lang sind. So ist jede Landkreisgemeinde an das Radwegenetz angeschlossen.

In Temesch stellt sich die Situation völlig anders dar. Präsident Ostafciuc hofft, dass im kommenden Jahr mit den Bauarbeiten für einen ersten 40 Kilometer langen Radweg entlang des Flusses Bega begonnen werden kann. Bei der Verbesserung der Infrastruktur lag der Schwerpunkt in den vergangenen zehn Jahren auf den Kreisstraßen. Allein 2010 wurden 138 Kilometer neu asphaltiert und in diesem Jahr kommen weitere gut 100 Kilometer hinzu.

Die Bevölkerung sei jetzt so weit, Radwege zu wollen, sagte Ostafciuc. In diesem Zusammenhang warb er um Ingenieurbüros und Baufirmen aus dem Raum Rosenheim. Sie sollten sich an den Ausschreibungen für Straßenbauprojekte beteiligen. Zur Begründung meinte der Präsident, die Arbeitsweise der deutschen Firmen sei gerne gesehen.

Die rumänische Delegation besuchte unter anderem den Wendelstein und besichtigte in Flintsbach die alte Post sowie ein Mehrgenerationenhaus. Der Landkreis Temesch, im Nordwesten Rumäniens, an der Grenze zu Ungarn gelegen, ist flächenmäßig rund sieben Mal größer als der Landkreis Rosenheim. Von den 700.000 Einwohnern leben rund die Hälfte in der Kreisstadt Temeswar.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

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