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In Rosenheim vor Gericht

„Mitbringsel“ aus Amsterdam: Paar muss sich wegen Beihilfe zur Drogen-Einfuhr verantworten

Auf dem Tisch im Hotelzimmer der Angeklagten fanden die Polizisten eine kleine Menge Kokain.
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Auf dem Tisch im Hotelzimmer der Angeklagten fanden die Polizisten eine kleine Menge Kokain.

Wegen Beihilfe bei der Einfuhr illegaler Drogen mussten sich jetzt ein 36-jähriger Rosenheimer und seine 26-jährige Freundin aus Großkarolinenfeld in Rosenheim vor Gericht verantworten. Ermittler hatten in einem Hotelzimmer eine geringe Menge Kokain bei dem Paar gefunden.

Rosenheim – Gegen Ende März 2020 fuhr ein, damals bundesweit gesuchter Drogendealer aus Rosenheim mit seiner Freundin nach Amsterdam, um dort während eines Kurzurlaubs sich Drogen zu beschaffen. Keiner von beiden besaß einen Führerschein, den Mietwagen hatte ein Freund beschafft.

Drei Tage später fuhr der 36-jährige Angeklagte aus Rosenheim samt seiner 26-jährigen Freundin hinterher, um sich dort mit den Beiden zu treffen. Angeblich wollte man dort bei einem Kurzurlaub gemeinsam den Geburtstag des Drogendealers feiern.

Was die Vier nicht wussten: Die Drogenfahnder überwachten ständig das Smartphone des Dealers. Als das Quartett auf der Rückreise in einem Hotel in Speyer übernachtete, schlugen die Drogenfahnder zu. Im Zimmer des Dealers fanden sie 144 Gramm Heroin, dessen Freundin hatte eine kleine Menge Kokain in der Hosentasche und im Zimmer der Mitreisenden fand sich auf dem Tisch ebenfalls eine kleine Menge Kokain.

Empfindliche Haftstrafen

Der Dealer und dessen Freundin wurden am Landgericht zu empfindlichen Haftstrafen verurteilt, wobei die Freundin bei einer Maßregel-Unterbringung an einer Entzugstherapie arbeitet.

Die Staatsanwaltschaft unterstellt in ihrer Anklage jetzt dem 36-Jährigen und seiner 26-jährigen Freundin, die Beschuldigten seien aktiv beihelfend gewesen bei der illegalen Einfuhr dieser harten Drogen. Zwar sind bei den Chat-Nachrichten keinerlei Drogen oder typisch verschleierte Begriffe verwendet worden. Doch sei auffallend, dass die Angeklagte aus Großkarolinenfeld alleine mit ihrem Wagen vorausgefahren war. Dabei wurde in der Anklage unterstellt, dass diese, weil strafrechtlich unbescholten, die Drogen gefahrloser über die Grenze gebracht habe – also durchaus von dem wahren Zweck der Reise gewusst haben müsse und beim Import geholfen habe. Deren Freund habe bei der Rückreise im anderen Wagen chauffiert, weil er – im Gegensatz zu den beiden anderen – eine Fahrerlaubnis besaß. Auch er müsse als Unterstützer agiert haben, was ebenfalls schwerer Strafe unterliege.

Paar bestreitet die Vorwürfe

Beide bestritten, irgendetwas von der illegalen Drogeneinfuhr gewusst zu haben. Lediglich zu einem Kurzurlaub seien sie dorthin unterwegs gewesen. Das illegale Handeln der beiden anderen sei ihnen weder bewusst gewesen, noch hätten sie diese dabei gar tatkräftig unterstützt.

Die Drogenfahnderin berichtete, dass das Heroin in einer Parfümschachtel gefunden worden sei. Ein Parfüm, das die Angeklagte bei einer Shoppingtour in Amsterdam erworben hatte. Ein weiteres Indiz für die Beteiligung der Angeklagten.

Interessant wurde es, als die verurteilte Freundin des Dealers aussagte. Diese hatte bei ihrer Verhandlung im Rahmen einer Verständigung ein umfassendes Geständnis abgelegt um dadurch zu einer gnädigen Bestrafung und in den Genuss der geschlossenen Langzeittherapie zu kommen.

Dessen ungeachtet behauptete sie nun vor Gericht, von den Drogenaktivitäten des Freundes gar nichts gewusst zu haben. Dies stand aber dem damaligen umfassenden Geständnis diametral entgegen.

Vom Schöffengericht unter dem Vorsitz von Richter Matthias Knoblauch darauf angesprochen entgegnete sie, sie sei damals nur der Empfehlung ihrer Verteidigerin gefolgt. Diese müsse aber gewusst haben, dass sie unschuldig sei. Vom Staatsanwalt darauf aufmerksam gemacht, dass sie damit unter Umständen eine neuerliche Straftat begehe, blieb sie dennoch bei ihrer Behauptung in der Sache – mit Ausnahme des kleinen Kokainbesitzes – völlig unschuldig zu sein.

Dass die Polizei von der Insassenverteilung so genau wusste, rührte von der unvorsichtigen Fahrweise mit dem Auto des Dealers her. Auf der Rückfahrt hatten sie die erlaubte Geschwindigkeit überschritten und waren „geblitzt“ worden. So waren die Insassen erkannt worden.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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