"Fällt der Euro, fällt unser System!"

Freuten sich über den gelungenen FU-Ladys-Brunch: Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig, EU-Parlamentarierin Dr. Angelika Niebler, FU-Vorsitzende Uschi Meishammer und Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer.
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Freuten sich über den gelungenen FU-Ladys-Brunch: Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig, EU-Parlamentarierin Dr. Angelika Niebler, FU-Vorsitzende Uschi Meishammer und Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer.

Rosenheim - Angelika Niebler von der Frauen Union zog beim Ladies Brunch im Happinger Hof ein positives Resumee der Arbeit der vergangenen Jahre.

„Die Frauen Union ist gut unterwegs“, zog Dr. Angelika Niebler, Landesvorsitzende der Frauen Union (FU) und Europa-Abgeordnete, vor rund 90 Frauen beim Ladies Brunch, dem großen politischen Frauenfrühstück der Rosenheimer FU, im Happinger Hof Bilanz.


„ Die Quotenregelung, für die sie sich stets stark gemacht hatte, sei gegen viele Widerstände auf dem jüngsten CSU- Parteitag beschlossen worden. „Ein wichtiges Signal: Die Frauen sind in der Partei willkommen.“

Doch es gelte nun, diese Quote mit Leben zu erfüllen. Dazu seien zwei Dinge wichtig: Weitere Mitglieder zu werben und medial selbstbewusster aufzutreten. "Auch wir müssen lernen, mehr in Sachen Eigenwerbung zu tun", rief sie unter dem Applaus der Frauen.


Auch Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer sprach sich für mehr Frauen in der Politik aus: "Ich habe am Parteitag für die Quote gestimmt. Wir Frauen brauchen ein starkes Netzwerk." Die Chancen von Frauen, im Beruf Karriere zu machen, würden zwar stetig steigen, doch nicht zuletzt deshalb, weil die Frauen in der Wirtschaft gebraucht werden, so Bauer. "Auch in der Politik brauchen wir mehr starke Frontfrauen wie Angelika Niebler, die im EU-Parlament einen tollen Job macht."

Die Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig blickte kurz auf die vergangene Woche im deutschen Bundestag zurück: "Es war sehr turbulent. Wir haben schwere Zeiten, aber ein Patentrezept zur Rettung des Euro gibt es nicht, wohl aber viele Heilsbringer." Vehement verteidigte sie die Haltung des Bundestags, in diesem Pubkt keine Kompetenzen an Brüssel abzugeben. "Haushaltsrecht ist Parlamentsrecht. Der deutsche Haushalt darf nicht in Brüssel entschieden werden."

Diesen Ball griff Angelika Niebler auf. "Der Euro, die Gemeinschaftswährung von inzwischen 27 Mitgliedsstaaten, muss stabil bleiben." Gerade Deutschland sei mit seiner neuen Währung seit 2002 gut gefahren: "Wir haben ein enormes Exportwachstum, viele Firmen schreiben 2011 das beste Jahr ihrer Geschichte", erklärte die EU-Abgeordnete. Bereits 2008, in der ersten Wirtschaftskrise, verursacht durch das Verspekulieren der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers, habe Deutschland unter Führung von Angela Merkel hervorragend reagiert. "Nicht zuletzt durch Abwrackprämie und moderate Lohnabschlüsse wurde die Konjunktur hoch gehalten und die Kurzarbeiterregelung sorgte dafür, dass das Fachpersonal in den Betrieben gehalten werden konnte."

Auch diesmal sei sie zuversichtlich, wenngleich die Griechenland-Krise ungeahnte Ausmaße annehme. Die Schieflage sei auch deshalb entstanden, weil die Neuverschuldungsgrenze der einzelnen Staaten, festgehalten im Vertrag von Maastricht, immer wieder nicht eingehalten wurde. "Die Aufweichung der Kriterien darf nicht mehr vorkommen, dem wurde jetzt ein Riegel im Parlament vorgeschoben", so Niebler. Doch eines müsse klar sein: "Fällt der Euro, könnten wie ein Dominoeffekt auch andere Länder wie Italien, Spanien und Frankreich fallen. Und fällt der Euro, wird auch unser politisch-gesellschaftliches System fallen." Griechenland sei der Brandherd, der nun vordringlich gelöscht werden müsse.

"Die Griechen müssen ihre Verwaltung in den Griff bekommen und Privilegien abbauen. Dass das weh tut, ist keine Frage", forderte die Abgeordnete. Doch eines sei klar: "Kein Ökonom weiß, wie der Krise am besten zu begegnen ist. Es gibt keinen Masterplan."

Kreisvorsitzende Uschi Meishammer leitete schließlich auf den letzten Punkt des Ladys Brunch über: Die Präsentation der Ergebnisse der FU-Umfrage "Was Frauen wollen". Über 150 Fragebögen mit zehn Fragen zu den Punkten Frau und Beruf, Frau und Partnerschaft, Frau und Familie sowie Frau und Politik seien zurückgekommen. Fazit: Wunsch und Realität klaffen deutlich auseinander, die Ergebnisse zeichneten ein sehr wertkonservatives Bild, so Meishammer. Und die Top-Eigenschaft von Politikern: "Die Ehrlichkeit. Sie führt weit mit über 30 Prozent Vorsprung vor Bürgernähe und Sachverstand."

Oberbayerisches Volksblatt

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