Rutz verabschiedet - Denkmal für seine Menschlichkeit

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Bad Aibling - Abschied und Neuanfang bestimmten am Freitag die Abschlussfeier der Wirtschaftsschule Alpenland Bad Aibling.

"Sie haben uns ein Denkmal gebaut..." - mit dem Song der Gruppe "Wir sind Helden" eröffnete die Schulband die Abschlussfeier an der Wirtschaftsschule Alpenland in Bad Aibling - und ein Denkmal hat sich der scheidende Schulleiter Günther Rutz allemal gesetzt: In herzlichen Reden wurden seine Verdienste und vor allem sein Führungsstil voller Menschlichkeit gewürdigt. Fast 20 Jahre hatte Rutz die Wirtschaftsschule geprägt, davon zuletzt sieben Jahre als Schulleiter. Seine Nachfolgerin ist die bisherige Stellvertreterin Bärbel Marx.

Standing Ovations, minutenlanger Beifall und zum Abschluss ein langes Spalier aus Schülern und Lehrern - mit einer beeindruckenden Feier wurden gestern Oberstudiendirektor Rutz und mit ihm die insgesamt 134 Absolventen der Wirtschaftsschule in einen "neuen Lebensabschnitt" verabschiedet.

Den "Festtag für Abschlussschüler und Direktor" leitete die designierte Nachfolgerin Bärbel Marx ein und begrüßte eingangs Vertreter aus Politik, Wirtschaft und dem öffentlichen Leben sowie den "Ehrengast": Günther Rutz, der sogleich die Ehrung der Schulbesten und die Zeugnisvergabe an die 134 Absolventen - alle hatten bestanden - vornahm.

Stolz, ein Teil der Schule zu sein, zeigten sich die Schulsprecher Steffi Schwarz, Fabian Roller und Susanne Urschitz, die sich, wie zuvor die Sprecher der Abschlussklassen, bei Lehrern und Schulleitung für die "tolle Zeit" bedankten. Und für den scheidenden Direktor hatten die Schulsprecher ein Abschiedsgeschenk parat: einen Liegestuhl, der sogleich getestet wurde.

Die Menschlichkeit stand im Mittelpunkt der Abschiedsrede des Personalratsvorsitzenden Dr. Klaus Rieß. Mit dem Führungsstil von Günther Rutz brachte er Respekt, Vertrauen und Würde in Verbindung und attestierte ihm: "Du nimmst Menschen an, ohne Wenn und Aber, du gestehst ihnen fraglos ihre Würde zu." Nie sei Rutz die Autorität gewesen, hätte nie blindes Gehorsam verlangt, sondern jeden darin bestärkt, ein positives Miteinander zu verwirklichen. Eines seiner Credos sei gewesen, die Schulkinder in Liebe anzunehmen - und zwar bedingungslos - sowie an sie zu glauben. "Das Kind, den jungen Menschen, in seiner Einzigartigkeit zu respektieren, vermindert Stress auf beiden Seiten", rief Dr. Rieß die Worte des scheidenden Schulleiters in Erinnerung und meinte: "Ein Mensch, der liebt, ist ein liebender Mensch." Und: Ein jeder Mensch setze sich sein Denkmal - Günther Rutz bescheinigte er in diesem Zusammenhang: "Er is a Mensch" (jiddische Redewendung).

Wie kein anderer habe er in den vergangenen Jahren die Schule geprägt, dankte der Elternbeiratsvorsitzende Augustinus Kellerer dem Schulleiter und blickte auf ein ereignisreiches Jahr mit Einweihung des Neubaus und der Feier 60 Jahre Wirtschaftsschule samt Tag der offenen Tür zurück. Kellerer selbst verabschiedete sich nach vier Jahren aus dem Elternbeirat.

"Es ist etwas Besonderes, wenn Schüler und Lehrer sagen, dass man immer für sie da gewesen sei", zeigte sich Landrat Josef Neiderhell beeindruckt. Hinzu komme bei Rutz, dass er die Schule erfolgreich geführt und nach vorne gebracht habe. "Reden allein hilft nicht, man muss auch etwas tun." Rutz habe ein besonderes Klima geschaffen, dieses vorgelebt und gestaltet. Weiter ging Neiderhell auf den hervorragenden Ruf der Wirtschaftsschule Alpenland ein mit guten Beziehungen zu Wirtschaft und Handel. Nicht zuletzt dadurch seien die Absolventen in der heimischen Wirtschaft sehr gefragt. "Wir würden gerne weitere Leuchttürme dieser Art errichten", so Neiderhell, der zudem Rutz' Nachfolgerin Bärbel Marx willkommen hieß: "Es ist schön, wenn man sagen kann, es war eine tolle Zeit, aber man auch weiß, dass für eine gute Zukunft gesorgt ist." Neue Stellvertreter werden Randolf John sowie Marianne Eckardt.

"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne" - mit einem Zitat von Hermann Hesse ging der scheidende Schulleiter schließlich auf Abschied und Neuanfang ein: "Wir hören gemeinsam auf, fangen aber auch etwas Neues an", gab er den Absolventen mit auf den Weg, die sich nicht nur Wissen, sondern auch elementare Kompetenzen wie Toleranz, Wertschätzung, respektvollen Umgang, Zivilcourage und Verantwortung zu übernehmen erworben hätten.

Rutz selbst blickte auf 38 Jahre Lehramtstätigkeit zurück und sei stets gerne Pädagoge und vor allem Schulleiter gewesen - und glücklich mit seiner "Schulfamilie": aufgrund eines kompetenten und engagierten Kollegiums, eines fairen und konstruktiven Personalrats, geschätzter Mitarbeiter und eines Elternbeirats mit fruchtbarer Arbeit. Hinzu kämen ein hervorragendes Schulklima und die besondere Schulkultur, die allen voran Verbindungslehrer Dr. Rieß geprägt habe - "Schule als Ort des miteinander Lebens". Sein Dank galt zudem dem Kreis als Sachaufwandsträger, den der Schule verbundenen Unternehmen und Institutionen sowie den benachbarten Schulen.

Für die Zukunft zeigte er sich überzeugt: "Wenn unsere Schüler wie in den vergangenen 60 Jahren Mittelpunkt unserer Schule bleiben, wird unsere Schule eine gute Schule sein."

Untermalt wurde die Abschiedsfeier mit Musikstücken der Schulband sowie durch die Solisten Isabelle Lechner, Torben Schnieber, Korbinian Schmitzberger, Fabian Krzewina, Kara Kemeny, unterstützt durch die Lehrkräfte Leo Lammich und Richard Prechtl. Applaus verdiente sich auch eine Theatergruppe mit einer Asterix- und Obelix-Parodie: "Majestix Rutzus" wurde zum Abschied aus "dem" gallischen Dorf ein Zaubertrank gemixt, der die schönen Momente stets in Erinnerung rufen soll, falls ihm "der Himmel auf den Kopf" fiele.

Quelle: rosenheim24.de

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