Schwerwiegende Unfälle auf der Strecke

Neuer Radweg zwischen Ostermünchen und Lampferding?

Tuntenhausen - Die Frauenliste Tuntenhausen setzt sich vehement für die Errichtung eines Radweges entlang der Kreisstraße zwischen Lampferding und Ostermünchen ein. So entschied der Gemeinderat:

Die Gemeinderätin Theresia Englhart reichte im Namen der Frauenliste Tuntenhausen bei der Gemeinde einen Antrag auf die Errichtung eines Radweges zwischen Lampferding und Tuntenhausen ein. Dieser soll auf der linken Seite entlang der Kreisstraße RO45 in Richtung Ostermünchen entstehen.

Schwerwiegende Unfälle auch mit Todesfolge

Grund dafür ist die große Unübersichtlichkeit der Straße. "Auf diesem Abschnitt der Kreisstraße - speziell in den beiden Waldstücken - kam es zu schwerwiegenden Unfällen, auch mit Todesfolge", heißt es in dem Antrag. "Insbesondere Kinder sind stark gefährdet (...) Seit der Aufweitung der Bahnunterführung in Ostermünchen hat auch der Schwerverkehr auf dieser Strecke erheblich zugenommen und stellt eine zusätzliche Gefährdung für Radfahrer dar."

Finanzierung

Die Frauenliste schlägt vor, dass zur Finanzierung des Radweges die von der Gemeinde bereits im Haushalt eingestellten 800.000 Euro für den Radweg Tuntenhausen-Beyharting verwendet werden könnten, da dieses Vorhaben nun durch ein Förderprogramm vom Freistaat Bayern zu 100% finanziert werde.

Diskussion im Gemeinderat

Englhart zu ihrem Antrag: "Meines Erachtens ist der Radweg genauso wichtig wie der zwischen Beyharting und Tuntenhausen. Wir können unsere Kinder nicht nach Ostermünchen schicken, das ist zu gefährlich." Im Zuge des Radwegbaus könne man auch noch die Straße entschärfen.

Bürgermeister Weigl betonte, dass der Ausbau des Radwegnetzes grundsätzlich im Vordergrund stehe und man in diesem Fall schauen müsse, dass man Grundstücke erwerben könne, wenn diese bezahlbar seien. Topographisch sei es jedoch eine Herausforderung wegen des Holzes.

Gemeinderat Hans Thiel von der CSU/FWG brachte ein, dass er sich als aktiver Radfahrer sehr freue, auf gesicherten Radwegen fahren zu können, der Aufwand und die Kosten dafür jedoch auch sehr hoch seien. Zwischen Ostermünchen und Lampferdinggebe es bereits eine Forststraße die gut befahrbar sei, die jedoch nur wenig Leute kennen. "Es gibt so viele schöne Wege, die leider nicht ausgeschildert sind. Das Geld könnte man für einen Ausbau der Forststraße verwenden, somit wird die auch für die Landwirtschaft besser befahrbar", so Thiel weiter. 

Herbert Prechtl von der SPD/Die Grünen/FWS sieht die Angelegenheit ähnlich wie Englhart: "Man muss Anreize schaffen, dass mehr Rad gefahren wird, hintenherum fahren jedoch eher die Freizeitradler, das ist nichts für Berufspendler. Radwege entlang der Straßen sind notwendig."

Die Kosten

Der Bau des Radweges würde grob geschätzt auf 700.000 - 800.000 Euro kommen, hieß es in der Sitzung. Mit einer Förderung würde das die Gemeinde etwa 300.000 - 400.000 Euro kosten. Eine Neuteerung der Forststraße kostet etwa 70.000 - 80.000 Euro.

So wurde abgestimmt

Der Gemeinderat stimmte mit 7:13 gegen den Ausbau des Radweges und den Antrag der Frauenliste.

Der Bürgermeister betonte abschließend: "Das Radwegnetz muss schon immer im Auge behalten werden. Es wird in den Haushalt 2016 mit aufgenommen." Außerdem müsse man die Beschilderung der Radwege prüfen und gegebenenfalls selber etwas machen.

jb

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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