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Infomarkt der Deutschen Bahn für Ostermünchener Bürger

Brenner-Nordzulauf: Der Trassenverlauf steht, doch viele Fragen und Sorgen bleiben

Dieter Müller, Projektabschnittsleiter (rechts), erläutert Stefan Brumbauer an den multifunktionalen Monitoren den Verlauf der Strecke.
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Dieter Müller, Projektabschnittsleiter (rechts), erläutert Stefan Brumbauer an den multifunktionalen Monitoren den Verlauf der Strecke.

Wenig neue Erkenntnisse, speziell für die Ostermünchner, brachte der Infomarkt der Deutschen Bahn zum Brenner Nordzulauf. Nur eines besteht nach wie vor: Die Sorge um den Erhalt des Bahnhofs und die Frage, wie es mit den Ersatzflächen für die Weiden der Bauern und dem Sportplatz ausschaut.

Tuntenhausen – Wenig neue Erkenntnisse, speziell für die Ostermünchner, brachte der Infomarkt der Deutschen Bahn zum Brenner Nordzulauf. Nur eines besteht nach wie vor: Die Sorge um den Erhalt des Bahnhofs und die Frage, wie es mit den Ersatzflächen für die Weiden der Bauern und dem Sportplatz ausschaut. Eine ganze Menge an Infowänden mit Höhenlinien, Trassenverläufen und Bauwerksskizzen empfing die Bürger beim erneuten Infomarkt der Deutschen Bahn im Landgasthof Wallner in Ostermünchen.

Weniger Zulauf beim dritten Infomarkt

Der Zulauf war diesmal, im Gegensatz zu den ersten Infomärkten, deutlich geringer. Teilweise mag es an den tropischen Temperaturen und dem fehlenden Wasser gelegen haben. Teilweise aber auch daran, dass die Grafinger Trassenführung die Ostermünchner nicht stark tangiert. Dennoch stellten sich fast 20 DB Fachleute und das Planungsteam der Bahn den Fragen der Bürger, nicht nur, was die Weiterführung der Bahnstrecke ab Ostermünchen bis nach Grafing betrifft.

Dabei erzielte die Trasse Limone die meisten Bewertungspunkte in den Bereichen Raum und Umwelt, Verkehr und Technik. „Die Auswahltrasse weist zudem die meisten Übereinstimmungen mit den Bürgervorschlägen auf, die im Sommer 2021 ihre Ideen zum Streckenverlauf einbrachten“, betonte Projektabschnittsleiter Dieter Müller stolz. Anschaulich konnten die Bürger den Verlauf der gut 16 Kilometer langen Strecke ab der Ortsgrenze Ostermünchen an den Schautafeln nachvollziehen.

Von Süden kommend beginnt die Trasse an der Verknüpfungsstelle Ostermünchen. Bis Ametsbichl verläuft sie nahe an der Bestandsstrecke und schwenkt anschließend auf die 990 Meter lange Filzenbrücke. Die Trasse führt dann westlich an Niclasreuth vorbei. Anschließend geht es über die 130 Meter lange Eisenbahnüberführung Langkofen weiter Richtung Dorfen. Auf Höhe des Siedlungsgebietes Lorenzenberg führt sie dann in den 1.570 Meter langen Salachtunnel. Anschließend verläuft die Trasse westlich des Siedlungsgebietes von Oberelkofen. Bis zum Gewerbegebiet Schammach wird sie als freie Strecke geführt.

„Da steckt so viel Herzblut drinnen“

Danach nähert sie sich der Bestandsstrecke an. Hier erfolgt dann eine höhenfreie Kreuzung der Gleise in Form eines sogenannten Überwerfungsbauwerks. Dieses ermöglicht, dass Züge von einer Strecke auf die andere wechseln können, ohne sich gegenseitig zu blockieren. Müller belobigte die gute Einbindung der Trasse in die Landschaft; große Teile führen durch Waldgebiet. Dadurch ist die Lärmbelastung für die Bevölkerung sehr niedrig. Damit steht nun aber auch erstmals der gesamte Verlauf des Brenner Nordzulaufes von München bis zum Brenner Basistunnel fest.

Christian Tradler, Projektmanager DB Netz, stellte die Wichtigkeit einer guten und neuen Infrastruktur der Bahn heraus: „Wir brauchen die Schiene“, meinte er und mit den Neubaugleisen verbessert sich auch das Angebot im Nahverkehr, da Güterzüge auf die Neubaustrecke ausweichen. Die Besucher des Infomarktes interessierte allerdings mehr, wie es mit den Ersatzflächen aussieht, wenn gebaut wird.

So wollte Landwirt Johann Bodmaier wissen, wann die Ersatzflächen für seine Wiesen, die direkt neben der Weichinger Bahntrasse liegen, feststehen und wo diese sind. Auch die Sorgen der Berger Landwirte sind nach wie vor gegeben. Über Manchen schwebt das Damoklesschwert der Hofaufgabe, wenn die Kühe vor dem Hof keine Weidefläche mehr finden. Gleiche Sorgenfalten hat SVO Ehrenvorstand Hans Thiel, der beim Sportplatzbau in den 70er Jahren maßgeblich mitwirkte: „Da steckt so viel Herzblut drinnen“, meinte er und auch er sorgt sich, wo man ab 2030 in Ostermünchen Sport treiben kann.

Kritik am hohen CO2-Ausstoß

Unabhängig vom Bedarf einer Neubaustrecke bemängelten viele auch den hohen CO2-Ausstoß beim Bau der neuen Gleise. Aussagen hierzu, so Dieter Müller, kann man erst nach konkreten Berechnungen machen, diese erfolgen jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt. Das trifft auch auf das Thema Ersatzflächen zu. Sehr am Herzen liegt den Ostermünchner aber auch, gerade den vielen Pendlern, der Bahnhof. Dort geht der Tenor der Verantwortlichen dahin, dass es gut aussieht, den Bahnhof an Ort und Stelle behalten zu können.

An diesem Monitor konnten die Bürger die Strecke visualisiert erleben.

Für den Abschnitt Ostermünchen-Innleiten läuft jetzt die Vorplanung. In dieser Phase geht es darum, die bisherige technische Planung weiterzuentwickeln und zu detaillieren. Gleichzeitig gehen entlang der künftigen Strecke die geologischen Erkundungen weiter. Das alles entscheidende Kriterium ist aber die parlamentarische Befassung im Deutschen Bundestag (Mitte 2025 voraussichtlich). „Der Bundestag entscheidet letztlich über die Umsetzung und Finanzierung des Projektes“, so Matthias Neumaier, DB-Gesamtprojektleiter.

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