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Bleibt Ostermünchen vom Brenner-Nordzulauf verschont? Bürgermeister über Raumordnungsverfahren

Hoffnung für Ostermünchen: Die Ergebnisse des Raumordnungsverfahrens lassen hoffen, dass an dieser Stelle vielleicht doch keine Verknüpfungsstelle für den Brenner-Nordzulauf gebaut wird.
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Hoffnung für Ostermünchen: Die Ergebnisse des Raumordnungsverfahrens lassen hoffen, dass an dieser Stelle vielleicht doch keine Verknüpfungsstelle für den Brenner-Nordzulauf gebaut wird.

Tuntenhausen - Das Raumordnungsverfahren für den Brenner-Nordzulauf ist abgeschlossen. Was die Ergebnisse für die Gemeinde Tuntenhausen bedeuten, und ob die Verknüpfungsstelle in Ostermünchen vom Tisch ist, erklärt Bürgermeister Georg Weigl im Interview.

Wie schätzen Sie das Ergebnis der landesplanerischen Beurteilung ein?

Georg Weigl: Ich war überrascht, mit welcher Sorgfalt, wie intensiv und detailliert sich die Regierung Oberbayerns mit den Einwänden beschäftigt hat. Das Ergebnis ist positiv für unsere Landwirtschaft. Die Existenzgefährdung der Milchviehbetriebe durch den Brenner-Nordzulauf wurde erkannt. Deshalb gibt es jetzt die Maßgabe für die Planer, Zerschneidungen von land- und forstwirtschaftlicher Flächen sowie die Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Nutzflächen auf ein Minimum zu reduzieren und nur auf bonitätsmäßig minderwertigen Flächen zu planen. Das kommt uns entgegen, denn wir haben in der Gemeinde Tuntenhausen sehr hochwertige Böden.

Von fünf Trassen sind vier übrig. Was heißt das für Tuntenhausen?

Georg Weigl: Die blaue Variante wurde als nicht raumverträglich eingeordnet. Die türkise Variante mit einer Verknüpfungsstelle und einem Bahnhof in Berg und Stetten auf Höhe unseres Sportplatzes wird nicht bevorzugt. Diese Planung ist also – um es vorsichtig auszudrücken – vielleicht vom Tisch. Wir könnten also Glück haben, dass unsere Landschaft nicht so stark beeinträchtigt wird wie bisher gedacht.

Georg Weigl

Was ist mit den oliven und violetten Varianten?

Georg Weigl: Sie wurden mit umfangreichen Maßgaben bezüglich Immissionsschutz, Siedlungsstruktur, Erholung, Land- und Forstwirtschaft, Natur, Landschaft und Wasserwirtschaft als raumverträglich eingestuft. Wichtig ist, dass bei allen künftigen Planungen die ökologischen Belange Vorrang vor den Raumnutzungsansprüchen der Bahn haben. Mit der oliven Trasse käme die Verknüpfungsstelle nach derzeitigem Planungsstand nach Riederbach. Käme die violette Variante, wäre sie in Aubenhausen.

Wird die Bestandsstrecke verlegt?

Georg Weigl: Das ist noch nicht klar. Maßgaben sind eine flächensparende Trassierung und eine Bündelung der Infrastruktur. Das heißt, dass die Neubaustrecke nahe der Bestandsstrecke verlaufen soll. Die viergleisige Neubaustrecke westlich von Ostermünchen ist also noch nicht vom Tisch. Davon betroffen wären Aubenhausen, Brettschleipfen, Berg, Stetten, Ostermünchen und Weiching.

Die Planer sollen verstärkt bergmännischen Varianten prüfen. Was heißt das?

Georg Weigl: Die klare Botschaft ist, weitere Tunnelführungen zu prüfen und zwar über die schon jetzt geplanten Tunnelabschnitte hinaus. Für den Inn wird eine Unterquerung gefordert. Es gibt schon Berechnungen, wonach der Tunnel bei den für die Trasse erforderlichen Steigungen bis nach Weiching oder Aßling führen würde, wenn man den Inn bei Pfaffenhofen unterirdisch quert. Das wäre für uns natürlich die beste Variante.

Wie geht es jetzt weiter?

Georg Weigl: Die Entscheidung für eine Trasse soll bis Ostern fallen. Danach werden die Karten neu gemischt. Denn wenn klar ist, wohin die Verknüpfungsstelle kommt, wissen wir auch, wie die weitere Streckenführung Richtung Grafing verlaufen wird. Danach werden wir gemeinsam mit unserer Bürgerinitiative gegen den Brenner-Nordzulauf die nächsten Schritte besprechen. Wir ziehen in der Gemeinde an einem Strang. Das ist gut.

Was können Sie gegen den Brenner-Nordzulauf ausrichten?

Georg Weigl: Es wäre eine Illusion zu glauben, dass wir erreichen, dass die Strecke gar nicht gebaut wird. Wir müssen auf die Tunnelvariante als einzig sinnvolle Lösung drängen.

Nach wie vor wird doch aber der Bedarf für den Brenner-Nordzulauf infrage gestellt.

Georg Weigl: Derzeit ist der Bedarf nicht vorhanden. Entsprechende Hochrechnungen sind für mich unseriöse Kaffeesatz-Leserei. Ich gehe davon aus, dass genau diese Frage mit der Aktualisierung des Bundesverkehrswegeplanes noch einmal geprüft wird.

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