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Tag der offenen Tür im Feuerwehrgerätehaus am 22. Mai

„Darauf freuen wir uns sakrisch“: Von der Übung geht’s für Pullacher Feuerwehr-Kameraden direkt zum Fest

Gerade noch bei einer Übung für Maschinisten, heute schon im „Veranstaltungsmanagement“: (von links) Frank Kreidl, Oliver Endrich, Sepp Feuersinger, Hans Hirzinger, Georg Wagenstaller, die Kommandanten Josef Hofmann und Ernst Langer sowie Christian Horn und Mathias Alsheimer.
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Gerade noch bei einer Übung für Maschinisten, heute schon im „Veranstaltungsmanagement“: (von links) Frank Kreidl, Oliver Endrich, Sepp Feuersinger, Hans Hirzinger, Georg Wagenstaller, die Kommandanten Josef Hofmann und Ernst Langer sowie Christian Horn und Mathias Alsheimer.

Das Warten hat ein Ende. Am Wochenende wird das neue Gerätehaus der Pullacher Feuerwehr eingeweiht. Die Stadt Kolbermoor hat etwa 2,6 Millionen Euro in den Neubau investiert. Jetzt dürfen die Kameraden endlich Besuch einladen und zeigen, was am Kreisel entstanden ist.

Pullach – Gerade trainierten die Maschinisten der Pullacher Feuerwehr noch am Löschfahrzeug, jetzt rüsten sie ihre Fahrzeughalle schon in einen Festsaal um. Am Samstag ist es endlich soweit: Das neue Feuerwehrgerätehaus am Pullacher Kreisel wird feierlich eröffnet: „Und darauf freuen wir uns sakrisch“, sagt Kommandant Josef Hofmann.

Schon vor einem Jahr haben die Kameraden die Seiten des Kreisels gewechselt und ihr altes Feuerwehrhaus verlassen. Es wurde höchste Zeit, denn „als Vereinsheim, für Schulungen und gesellschaftliche Anlässe ist es gut geeignet, aber für die Technik war einfach nicht mehr genug Platz“, beschreibt Ernst Langer, der Zweite Kommandant der Pullacher Wehr.

Seitenwechsel am Pullacher Kreisel

Das Löschfahrzeug LF 10 wurde extra in Sonder-Ausführung – sozusagen tiefergelegt – bestellt, damit es überhaupt in die Garage passte. Die 150 Kilogramm schwere Kiste mit Greifzug und Zubehör wurde vor und nach jedem Einsatz ein- und ausgepackt, um sie auf den Dachboden, der als zusätzlicher Lagerraum diente, zu hieven. Männliche und weibliche Kameraden zogen sich direkt in der Fahrzeughalle um. Eingeatmet wurden dabei nicht nur die verbliebenen Abgase der Fahrzeuge, sondern auch die gesundheitsschädigenden Partikel von Atemgiften, Brandrauch und Brandruß, die sich im Einsatz auf Einsatzkleidung, Atemschutzgeräten und Fahrzeugen ablagern.

Wertschätzung für das Ehrenamt

„Uns war schon bewusst, dass das unsere Gesundheit schädigen kann, aber an erster Stelle stehen für uns immer die Menschen und das Ehrenamt“, betont Langer. Trotzdem: „So konnte es einfach nicht weitergehen“, betont Hofmann.

Seit 2013 bemühen sich die Pullacher Kommandanten und die Stadt Kolbermoor um ein neues Gerätehaus. „Eine Doppelgarage für Mannschaftsbus und LF 10 wäre auch nur eine Notlösung gewesen“, so Hofmann. Das sahen die Stadträte genauso und unterstützten den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses von Anfang an mit einstimmigen Beschlüssen. Im Januar 2015 begannen die Planungen und mit ihnen auch wiederkehrende Enttäuschungen. „Erst lehnte das Landratsamt die Bebauung im Außenbereich ab, weil eine Feuerwehr nicht privilegiert ist. Dann musste vom Rückbau der alten Straße kontaminierter Boden teuer entsorgt werden. Dann brauchte es für die Gründung 668 Säulen, um eine tragfähige Bodenplatte errichten zu können. Und dann kam Corona“, rekapituliert Hofmann nur einen Bruchteil der Ärgernisse.

Auf der Zielgeraden zum neuen Gerätehaus waren es dann prall gefüllte Auftragsbücher der Handwerker, die immer wieder für Terminverschiebungen sorgten. „Am 20. März vergangenen Jahres sind wir dann einfach eingezogen und haben die letzten Handwerker rausgewohnt“, erzählt Hofmann lachend.

Noch ist das Gerätehaus nicht komplett. Die Solarmodule sind zwar schon auf dem Dach. Strom erzeugt die Photovoltaikanlage allerdings nicht, da Installation und Kopplung mit der Luft-Wärme-Pumpe noch fehlen. Auch das Notstromaggregat für die wichtige infrastrukturelle Einrichtung ist noch nicht bestellt. Bei einem langanhaltenden Stromausfall (Blackout) müssten die Rolltore mit Zugseilen geöffnet und der Weg über Umkleiden in die Fahrzeuge mit der Taschenlampe absolviert werden. Auch in einer solchen Notfallsituation müssen die Pflichtaufgaben der Feuerwehr, zum Beispiel der Brandschutz, sichergestellt werden. Aber: „Wir waren und sind jeden Tag einsatzbereit – während der Bauphase und auch jetzt“, betont der Kommandant.

Ausstattung mit Versorgungs-Lkw

Seit einem Jahr steht den Kameraden nun sechsmal so viel Platz wie zuvor zur Verfügung: Statt der gewohnten 90 bietet das neue Gebäude 567 Quadratmeter. Entstanden sind unter anderem Besprechungs-, Schulungs- und Lagerräume, eine moderne Einsatzzentrale, ein Büro für die Kommandanten sowie separate Sanitäranlagen und Umkleiden für Kameradinnen und Kameraden, aus denen sie direkt in die Fahrzeughalle gelangen. Hier gibt es einen „Schwarzbereich“ für die Einsatzkleidung, die von den Kolbermoorer Gerätewarten gesäubert werden. Und hier ist auch ausreichend Platz für Mannschaftstransportwagen, Löschfahrzeug und ein weiteres Einsatzfahrzeug. „Im Juli bekommen wir einen Versorgungs-Lkw mit Hebebühne und Kran, der erste dieser Art im Landkreis“, informiert der Zweite Kommandant.

Der Landkreis stellt den Pullacher Kameraden das Fahrzeug zur Verfügung: „Das ist eine große Wertschätzung unseres ehrenamtlichen Engagements, aber auch mehr Arbeit, denn künftig werden wir damit auch zu größeren Gefahrenlagen alarmiert“, so Langer.

Die Außenflächen rund ums neue Domizil der Wehr sind gepflastert worden: So entstanden 1770 Quadratmeter für Übungen sowie Parkplätze für Einsatzkräfte und Besucher.

Zirka 2,6 Millionen Euro hat die Stadt Kolbermoor in den Feuerwehrstandort Pullach investiert. „Bürgermeister und Stadtrat haben uns in all den Jahren versprochen, dass unser neues Gerätehaus gebaut wird. Sie haben Wort gehalten“, freut sich Hofmann. Das ist ein guter Grund zum Feiern. „Nach der Corona-Pandemie ist das nun endlich auch möglich“, ist auch Langer froh, denn: „Viele altgediente Kameraden und all unsere 151 Vereinsmitglieder sind schon ganz ungeduldig. Jetzt können wir ihnen endlich unser neues Gerätehaus zeigen.“

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