Kolbermoors "Immobilienschatz" auf Prüfstand

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Die Modernisierung des städtischen Wohnhauses Untere Mangfallstraße 10b beschloss der Stadtrat in jüngster Sitzung einstimmig und stellte für einen ersten Abschnitt 600000 Euro in den Haushalt 2011 ein.

Kolbermoor - Sanierung oder Verkauf - was tun mit dem Kolbermoorer "Immobilienschatz"? Darüber zerbrechen sich nun die Stadträte den Kopf.

In nicht öffentlicher Sitzung des Projektausschusses hatten sie kürzlich einen Überblick über den Zustand der gut 460 städtischen Wohnungen und Wohnhäuser erhalten, detaillierte Untersuchungen sollen noch folgen. Eine erste konkrete Maßnahme landete nun im Stadtrat: die Sanierung des Mehrfamilienhauses Untere Mangfallstraße 10b, für die "grünes Licht" gegeben wurde.

Als "äußerst dringend" beurteilte Bürgermeister Peter Kloo in jüngster Stadtratssitzung die Sanierung des Wohnhauses an der Unteren Mangfallstraße. Das Gebäude mit 16 Zwei- und Dreizimmerwohnungen war im Jahr 1972 in Massivbauweise errichtet worden und stellt sich in der Zwischenzeit denkbar marode dar - "die Mängel sind erheblich, wir werden teilweise schon mit Mietminderungen konfrontiert", führte Kloo aus.

Größter Schwachpunkt: die Fenster, inzwischen 38 Jahre alt. Zwar hätte man die Holzrahmen immer wieder nachverdichtet, dennoch seien sie mittlerweile so stark verwittert, dass sie sich nur noch schwer betätigen ließen und vermehrt Feuchtigkeit eintrete. Kloo: "Wir brauchen dringend neue Fenster, so ist die Situation nicht mehr tragbar."

Zwei Möglichkeiten blieben der Stadt: umgehende Sanierung oder Verkauf. Von letzterem riet der Bürgermeister jedoch ab, da sowohl eine gute Bausubstanz als auch ein solides Mietklientel vorliege. Sein Vorschlag, für den sich auch der Mitte Januar in nicht öffentlicher Sitzung tagende Projektausschuss ausgesprochen hatte: die abschnittsweise Sanierung des Gebäudes.

In Bauabschnitt eins, der Kloo zufolge umgehend in Angriff genommen werden sollte, sind der Austausch der Holzfenster vorgesehen sowie eine Wärmedämmung von Fassade und Flachdach nach dem aktuellen energetischen Standard (EnEV2009). Geschätzte Kosten für die Sanierung der Gebäudehülle: rund 600000 Euro.

In einem zweiten Abschnitt, schlug der Rathauschef vor, sollte der Austausch der noch vorhandenen Nachtspeicherheizungen und Modernisierung der Bäder erfolgen, zudem der Einbau einer Wohnraumbelüftung, was allerdings noch einige Jahre zurückgestellt werden könnte - ein Vorschlag, mit dem sich CSU-Stadtrat Gerhard Duschl nicht einverstanden zeigte: Die Gebäudehülle dicht zu machen und erst nach einigen Jahren eine Wohnraumbelüftung zu installieren, sei vollkommen unsachgemäß, Schimmelbildung geradezu vorprogrammiert. "Diese Vorgehensweise sollte noch einmal überprüft werden, so ist sie Unsinn", wandte er als Fachmann ein.

Das grundsätzliche Vorhaben der Stadt, den Immobilienbestand auf seine Wirtschaftlichkeit zu untersuchen, begrüßte CSU-Fraktionssprecher Günther Zellner. Über das "klare Bekenntnis" für den Erhalt der Wohnungen im Fall Untere Mangfallstraße zeigte er sich erfreut und warnte zugleich für die Zukunft vor der Versuchung, Bestand zu veräußern, nur um damit den Haushalt zu konsolidieren.

Von Seiten der Freien Wähler bekundete Alfred Thunig die Zustimmung zur geplanten Sanierung und damit den Erhalt der Immobilie für Kolbermoor, und regte als nächsten Schritt eine moderate Erhöhung des Mietpreises an. Auch Grünen-Sprecher Georg Kustermann sprach sich pro Sanierung und damit den "Erhalt des Tafelsilbers der Stadt" aus.

SPD-Stadträtin Dagmar Levin zeigte sich offen gegenüber einer Untersuchung des städtischen Wohnungsbestandes - "es steht außer Frage, dass überprüft werden muss, welche Objekte zu erhalten sind und welche nicht." Im Fall Mangfallstraße plädierte sie für einen Grundsatzbeschluss "Sanierung", wollte die Einwände Duschls aber auch noch einmal überprüft wissen.

Dem schloss sich letztlich das Gremium einstimmig an und verfügte zudem, Mittel für die Sanierung in Höhe von 600.000 Euro im Haushalt 2011 bereitzustellen.

Mangfall-Bote

Quelle: rosenheim24.de

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