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„Wir sollten den Blick auf die Welt nicht verlieren“

Romy und Christian Röös aus Kolbermoor engagieren sich für Menschen in Guatemala

Elote finanziert die Ausbildung junger Maya zu Fachkräften für ländliche Entwicklung.
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Elote finanziert die Ausbildung junger Maya zu Fachkräften für ländliche Entwicklung.

Massenarbeitslosigkeit, erhöhtes Infektionsrisiko und eine daraus folgende starke psychische Belastung für die ärmsten Bevölkerungsschichten – die Corona-Pandemie hat die ohnehin schwierige Lage für viele Menschen in Guatemala noch verstärkt. Die Kolbermoorer Christian Röös (45) und Romy Mahrla-Röös (32) wollen helfen.

Kolbermoor – Er ist Kassenwart des Vereins Elote, sie Vorstandsmitglied. Die Organisation unterstützt verschiedene Projekte in Guatemala. „Unsere Hauptaufgabe ist es, Spenden zu sammeln“, sagt Christian Röös. Von dem Geld werden Schulen und Heime für sozial stark benachteiligte Kinder, eine Gesundheitsversorgung in entlegenen Maya-Gemeinden und nun auch Corona-Nothilfemaßnahmen finanziert.

Für Letztere kam eine „überwältigende Spendensumme“ von 32.000 Euro zusammen. Mit dem Geld organisierte der Verein Lebensmittel- und Hygienepakete für arme Familien. Eine fünfköpfige Familie könne mit 60 Euro für einen Monat versorgt werden. Die Lage sei aber weiterhin prekär.

Auf Hilfe angewiesen: Eine junge Mutter aus dem Armenviertel Las Rosas nahe Quetzaltenango.

„Wir sollten den Blick auf die Welt nicht verlieren“, sagt Röös. Zwar gebe es in Deutschland auch Probleme, ärmere Länder wie Guatemala seien aber wesentlich härter von der Corona-Pandemie betroffen. Besonders die ungleiche Verteilung von Impfstoffen zwischen den Weltregionen erschwere den Kampf gegen das Virus. „Nur etwas über 20 Prozent der Bevölkerung konnten sich bisher vollständig impfen lassen“, sagt Röös. Die soziale Ungerechtigkeit sei zudem groß. Lediglich die privilegierten Schichten hätten bislang von Corona-Gegenmaßnahmen profitiert.

+++ Mehr Berichte aus dem Mangfalltal finden Sie hier. +++

Die Partnerorganisationen von Elote seien daher unbedingt auf internationale Hilfe und Spenden angewiesen. „Solidarität ist das Stichwort“, so Röös. Er würde sich wünschen, dass noch mehr Geld zusammenkommt. Nach dem ersten Artikel im Mangfall-Boten hätten bereits viele Menschen aus der Region gespendet. Die genaue Summe wisse er nicht, aber es seien einige tausend Euro gewesen.

Christian Röös

Abgesehen von den Spenden, hofft Röös, die Kolbermoorer noch mehr für das Projekt begeistern zu können. Im Moment sei es jedoch schwierig, auf den Verein aufmerksam zu machen. Vor den Corona-Beschränkungen hat die Gruppe Bildungsveranstaltungen angeboten und die Projekte vorgestellt. „Wenn so etwas wieder gut möglich wäre, würde ich das richtig gerne in Kolbermoor machen“, sagt Röös. Am besten solle der Vorsitzende Alexander Fischer zu Besuch kommen, er könne wesentlich fundierter und ausführlicher aus den Projekten berichten als Röös selbst. Er ist sich sicher, dass sich dadurch mehr Kolbermoorer für ihre Arbeit interessieren würden und auch Interesse hätten, im Verein mitzuhelfen.

Es gebe zwar einen „harten Kern“, aber wenig Nachwuchs. Neue Mitglieder seien deshalb jederzeit willkommen. Sie könnten Aufgaben übernehmen, wie etwa die Organisation von Veranstaltungen oder Kontaktaufnahme mit Projektmitarbeitern. Dass bei den Kolbermoorer ein Interesse und eine Bereitschaft für soziales Engagement besteht, schließt Röös jedenfalls nicht aus: „Ich erlebe die Menschen hier als sehr offen und bereit, anderen zu helfen.“