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Im Bauausschuss abgelehnt

Mehrfamilienhaus in der Kolbermoorer Brückenstraße darf nicht gebaut werden

Einstimmig abgelehnt hat der Bauausschuss den Antrag, auf diesem Grundstück an der Brückenstraße eine Häuserzeile mit fünf Einfamilienausteilen zu errichten.
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Einstimmig abgelehnt hat der Bauausschuss den Antrag, auf diesem Grundstück an der Brückenstraße eine Häuserzeile mit fünf Einfamilienausteilen zu errichten.

Zu wenig Parkplätze und keine Spielflächen - Der Kolbermoorer Bauausschusses sah den Antrag für den Bau eines Mehrfamilienhauses in der Brückenstraße kritisch. Warum der Bauwerber nun umplanen muss.

Kolbermoor – Einstimmig lehnte das Gremium des Bauausschusses in seiner jüngsten Sitzung einen Bauantrag ab, der auf die Errichtung eines Mehrfamilienhauses mit fünf Wohneinheiten in der Brückenstraße abzielte. Nach der Ausgestaltung der Geschossgrundrisse zu schließen, sind die fünf Hauseinheiten für Familien mit Kindern gedacht.

Der Grund für die Ablehnung war rein formal die Nichteinhaltung der Stellplatzsatzung. Bei fünf Wohneinheiten müssen zwölf Stellplätze nachgewiesen werden. Bei dem geplanten Bauvorhaben sind zehn Stellplätze als sogenannte Duplex-Garagen ausgeführt, die wegen des bei ihnen nötigen Parkaufwandes nur zu 75 Prozent als Stellplatz gezählt werden. Und dies auch nur dann, wenn die durchgehende Nutzebene auf beiden Ebenen 2,15 Meter beträgt.

Duplexgaragen sind laut Kolbermoorer Verwaltung praxisfern

Bei dem Bauvorhaben ist dies nach Ansicht der Verwaltung entsprechend den vorliegenden Planungsunterlagen allerdings nicht der Fall. Die Duplexstellplätze können unter diesen Bedingungen dann nicht einmal als 75-prozentiger Stellplatz, sondern nur zu 50 Prozent angerechnet werden.

Was auf den ersten Blick vielleicht als Zahlenspielerei anmutet, hatte für die Bauausschussmitglieder einen durchaus weiter ausgreifenden Hintergrund. Es ging um die grundsätzliche Tauglichkeit der Bebauung als Wohnungsmöglichkeit für Familien mit Kindern. Für solche Familien, so sagte zum Beispiel Dagmar Levin (SPD), seien Duplexgaragen völlig praxisfern. Bei Familien mit Kindern wäre erfahrungsgemäß zumindest ein Pkw ein Van oder ein sonstiges geräumiges Fahrzeug. Der sei in eine Duplexgarage nicht einfach mal schnell so einzufahren, selbst wenn die Garagen ordentliche Höhen hätten.

In der Praxis würden solche Fahrzeuge zwischen der Abholung der Kinder von der Schule und irgendwelchen Nachmittagsaktivitäten deshalb auf dem Grundstück oder einfach auf der Straße geparkt – genau dies sei aber hier nicht möglich. Auch Sabine Balletshofer-Wimmer (CSU) meinte, die Planung sei so schon auf Grund der Stellplatzsituation nicht zu genehmigen.

Einen weiteren Umstand, der gegen die Tauglichkeit der Häuserzeile für „Familiennutzung“ spricht, sah das Gremium des Bauausschusses im Fehlen jeglicher Spielmöglichkeit für Kinder, die bei nur handtuchgroßen Gärten auch sonst keinerlei Freiraum hätten. Rein nach dem Ortsrecht kann ein solches Fehlen auch finanziell kompensiert werden. Damit aber, so die einheitliche Einschätzung von Verwaltung und Bauausschuss-Gremium, könne zwar dem Gesetzesbuch genüge getan werden, eine wirklich taugliche Wohnumgebung sei so aber nicht zu schaffen.

Bäume beim Abriss massiv geschädigt

Störend fanden die Bauausschussmitglieder, allen voran Caroline Schwägerl (Grüne), die Tatsache, dass zwei zu erhaltende Bäume eine Linde und eine Eiche – schon beim bereits erfolgten Abriss des ehemaligen Gebäudes so geschädigt worden seien, dass ihr Fortbestand fraglich sei.

Alles in allem folgte der Bauausschuss ohne Abstriche der Einschätzung der Verwaltung, dass es sich hier um ein völlig am Bauzweck vorbeigeplantes Gebäude halte.

Sinnvoll, so meinte zum Beispiel auch Markus Schiffmann (CSU), sei auf diesem Baufenster keine „Familienbebauung“, sondern Wohnungen für Einzelpersonen, durchaus auch für Senioren.

Bei der dafür eventuell nötigen Erhöhung des Baukörpers ginge der Bauausschuss mit, so stellte er in Aussicht, denn bei einer solchen Umplanung sei der Stellplatzbedarf reduziert. Die Stellplätze seien deshalb in einem vernünftigen Garagenhof unterzubringen und die Fläche auch noch in angemessener Weise zu begrünen.

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