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Großer Andrang

„Manche unfassbar frech“ - Betreiber von Kolbermoorer Corona-Teststationen wünschen sich mehr Geduld

Testen mit Schutzanzügen, Handschuhen und Masken: Johanna Arnold wertet die Proben aus, während Burkhard Gogalla schon die nächste Person eincheckt.
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Testen mit Schutzanzügen, Handschuhen und Masken: Johanna Arnold wertet die Proben aus, während Burkhard Gogalla schon die nächste Person eincheckt.

Ob in der Arbeit, im Fitnessstudio, Kino oder Museum – für viele Aktivitäten braucht man aktuell einen negativen Testnachweis. Wie groß ist deswegen der Andrang bei den beiden Test-Stationen in Kolbermoor?

Kolbermoor – „Wir stoßen teilweise an unsere Auslastungsgrenzen“, sagt Mediprime-Geschäftsführer Kristijan Vidakovic-Keilmann. Das Unternehmen betreibt mehrere Teststandorte im Landkreis Rosenheim, seit Anfang Dezember auch in einem Container beim Herto Park in Kolbermoor. Rund 400 Personen testet das Team dort jeden Tag. Die Station werde immer besser angenommen. An allen Standorten sei der Dezember ein „besonders teststarker Monat“ gewesen. Der Inhaber erwartet, dass sich der Trend fortsetzen wird.

„Unfassbar frech und unmöglich“

Weil sich so viele Personen testen wollen, entstünden manchmal – obwohl ein Termin vereinbart wurde – Wartezeiten. Das sei vor einigen Wochen noch nicht so gewesen. Vidakovic-Keilmann vermutet, dass der Anstieg auf die mittlerweile eingeführte 3G-Regelung am Arbeitsplatz zurückzuführen ist. Für Schul- und Kindergartenkinder bietet das Unternehmen Spucktests, weshalb auch viele Eltern mit ihrem Nachwuchs vorbeikommen.

An den Stationen arbeiten meist drei Mitarbeiter gleichzeitig: Einer bereitet das Material vor, einer scannt die Registrierungs-Codes, einer testet. Insgesamt hat das Unternehmen 27 Mitarbeiter an allen Standorten. Selbst wenn alle Termine ausgebucht sind, bemühen sie sich, alle Personen zu testen, die spontan vorbeikommen. Die Mitarbeiter entscheiden vor Ort, ob noch Zeit ist und buchen manuell Termine dazu.

Die meisten Kunden schätzen das breite Testangebot und zeigen sich dankbar. Einige geben sogar Trinkgeld, weiß Vidakovic-Keilmann. Aber manche Leute seien „unfassbar frech und benehmen sich unmöglich“. Erst kürzlich habe der Anbieter zwei schlechte Bewertungen bekommen. Eine Person habe sich beklagt, dass sie trotz Termin warten musste. Ein anderer Mann habe sich beschwert, weil er 45 Minuten auf sein Testergebnis gewartet hat. „Wir arbeiten so schnell es geht. Ich wünsche mir mehr Geduld und Verständnis in dieser schweren Zeit.“, sagt Vidakovic-Keilmann.

Wichtige Aufgabe

Dem Mann sei es aber nicht schnell genug gegangen. Wegen der Wartezeit wollte er dem Inhaber sogar seine Kinokarte in Rechnung stellen. Zudem habe er ihm vorgeworfen, er wolle „nur Geld von der Regierung abgreifen“ und würde sich nicht richtig um die Kunden kümmern. Das ärgert Vidakovic-Keilmann: „Natürlich wollen wir Geld verdienen, aber wir machen das aus Überzeugung und zum Schutz der Menschen.“ Jeden Tag würden seine Mitarbeiter positiv getestete Personen aus dem Verkehr ziehen, die sonst möglicherweise andere anstecken würden.

Dem Inhaber ist auch wichtig, dass sich an seinen Stationen Menschen mit Migrationshintergrund oder schlechten Deutschkenntnissen testen lassen können. Die Mitarbeiter würden ihnen helfen, wenn sie sich nicht alleine registrieren können. Personen, die sich gar nicht anmelden können, weil sie keine E-Mail-Adresse haben, werden schriftlich erfasst. „Jeder, der einen Test braucht, muss auch getestet werden“, findet Vidakovic-Keilmann. Deshalb wolle er „eine gute Dienstleistung für die ganze Gesellschaft“ bieten.

Damit alles reibungslos funktioniert, sollten Bürger auf der Mediprime-Website einen Termin vereinbaren. Rund zehn Prozent würden jedoch gar nicht auftauchen. „Das ist natürlich blöd, die blockieren Termine für andere Leute“, sagt der Geschäftsführer. Dabei könnten sie diese online ganz leicht stornieren und so wieder für andere Personen freigeben.

Abstrich im VW-Bus auf Parkplatz

Das Problem hat Achim Schmidt nicht. Bei seinem VW-Bus auf dem Parkplatz an der Carl-Jordan-Straße 16 können Bürger jeden Montag von 8 bis 10 Uhr spontan vorbeikommen und sich testen lassen. Pro Test benötige er drei Minuten, bei voller Auslastung schafft er in zwei Stunden also maximal 40. Eigentlich ist Schmidt Handelsvertreter für Orthopädie und beliefert Sanitätshäuser mit Hilfsmitteln wie Bandagen und Orthesen. Mit dem Testangebot im Bus wolle er dem Pandemiegeschehen entgegenwirken.

Eine Übersicht über Testmöglichkeiten in der Region finden Sie hier!

„In erster Linie geht es mir nicht ums Geldverdienen, sondern darum, einen Beitrag zu leisten“, sagt Schmidt. Trotz seiner guten Absichten begegnen ihm die Menschen teilweise etwas unwirsch, seien zu ungeduldig oder schimpften über die Auflagen. Auch Schmidt wünscht sich deshalb etwas mehr Verständnis.

Öffnungszeiten der Teststationen in Kolbermoor

Das Schnelltestzentrum von Mediprime befindet sich beim Herto Park an der Carl-Jordan-Straße 20 in Kolbermoor. Dort testen die Mitarbeiter von Montag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr und Sonntag von 10 bis 18.30 Uhr. Geschäftsführer Kristijan Vidakovic-Keilmann rät zur Terminvereinbarung unter www.mediprime.de. Mit dem QR-Code können die Testpersonen dann ganz einfach an der Station einchecken. Auf einem Parkplatz an der Carl-Jordan-Straße 16 steht jeden Montag ein VW-Bus, in dem Achim Schmidt von 8 bis 10 Uhr testet. Der Handelsvertreter der Orthopädie wechselt den Standort seiner Teststation aber möglicherweise bald, da der Mediprime-Container ganz in der Nähe steht und er oft übersehen werde. Eventuell wird Schmidt in Zukunft auf der Festplatzwiese in Pang bei Rosenheim testen, genau stehe das aber noch nicht fest.