Pressemeldung Bürgerinitiative Nordzulauf Kolbermoor

Dritte offene Sprechstunde: Bürgerinitiative Nordzulauf verzeichnet Rekordbesuch

Kolbermoor - Im April fand der dritte offene Stammtisch der Bürgerinitiative statt. Im Gasthaus Ludwig Seiderer in Lohholz wurden gut neunzig interessierte Bürger erneut zu Hintergründen und Entwicklungen informiert.

Die Zahl der Mitglieder der Bürgerinitiative stieg auch dank solcher Veranstaltungen inzwischen auf 1.000 engagierte Bürger. In ihrem Positionspapier hat die Bürgerinitiative nach dem Ergebnis des Besuchs von Bundesminister Andreas Scheuer eine Änderung vorgenommen. In Anbetracht der von Herrn Scheuer vorgelegten spekulativen Prognosen, die die künftige Entwicklung des Verkehrsbedarfs mangels gesicherter Erkenntnisse nicht abbilden können, fordert die Bürgerinitiative weiterhin den Planungsstopp nach dem Bundesverkehrswegeplan und die Erarbeitung eines schlüssigen und tragfähigen Gesamtverkehrskonzepts, dass auch den öffentlichen Nahverkehr im Inntal bis München einschließt. 

Ebenfalls zu Beginn stand eine deutliche Kritik an der DB hinsichtlich diverser Pressemeldungen, nach denen eine Spaltung der Bürgerinitiativen des Inntals forciert werden könnte. Der Merkur schreibt inhaltlich, dass durch die lauten Proteste der Ostgemeinden sich vielleicht im Rosenheimer Westen eine „bessere“ Trasse findet. Wichtig ist somit die Stärkung des „Raumwiderstands Bürger“ im westlichen Teil Rosenheims, was letztlich auch die Motivation zur Gründung der Bürgerinitiative in Kolbermoor 2018 bildete. So erklärt der Sprecher der Bürgerinitiative Ralf Exler, dass alle Bürgerinitiativen nicht nach dem Florians-Prinzip arbeiten und gemeinsame Ziele verfolgen. 

Umwegeverkehr sofort beenden

Im weiteren Verlauf forderte die Bürgerinitiative erneut die sofortige Verhinderung des Umwegeverkehrs. Dieser beläuft sich auf 2.800 Lastkraftwagen pro Tag bzw. 840.000 Lastkraftwagen pro Jahr, gefördert durch niedrige Maut in Deutschland und Italien, günstige Dieselpreise für Nutzfahrzeuge in Österreich und billige Fahrer aus Osteuropa mit einem Mindestlohn von 2,50 Euro pro Stunde. Vor diesem Hintergrund werden aus Kostengründen Umwege über das Inntal von 300 bis 400 Kilometer in Kauf genommen, die etwa 1.400 Tonnen Treibhausgase pro Tag bzw. 422.000 Tonnen Treibhausgase pro Jahr verursachen. Diesen Wahnsinn zu beenden, sollte das dringlichste und vorrangige Ziel der Politik sein. 

Ergebnisse der Probebohrungen erläutert

Als nächster wesentlicher Punkt wurden der aktuelle Stand und die Ergebnisse der Kolbermoorer Probebohrungen besprochen. Max Schlarb konnte den interessierten Bürgern Bohrkerne verschiedener Tiefen zeigen; hierbei handelt es sich ausschließlich um den gefürchteten Seeton. Ein Bau solch einer geplanten Hochgeschwindigkeitsstrecke für 740 m lange Güterzüge auf diesem Untergrund dürfte extrem schwierig und kostenintensiv sein, stellt aber keinen Hinderungsgrund für die Deutsche Bahn dar. 

Bezüglich des Brenner-Südzulaufs wurden die Informationen von dem ehemaligen EU-Politiker Sepp Kusstatscher vertieft besprochen. Der Südzulauf ist im Gegensatz zu den Aussagen der DB bei weitem nicht gesichert und die Realisierung von den meisten Teilen der geplanten Achse aus verschiedenen sachlichen und finanziellen Gründen offen. 

Augenmerk richtete sich auch auf die transkontinentale „Neue Seidenstraße“ der Chinesischen Regierung als neuen Handelskorridor zwischen Europa und China. Die Bürgerinitiative bleibt am Ball und wird weiter darüber informieren, inwieweit der alpenquerende Güterverkehr über das Inntal dann noch notwendig sein wird. 

In der anschließenden Fragerunde wurde auch die Position von Herrn Bürgermeister Kloo hinterfragt. Die Bürgerinitiative wies darauf hin, dass Herr Kloo hinter der Bürgerinitiative steht. Es hat sich aber gezeigt, dass die Bürger ein klares Statement von Herrn Kloo erwarten. 

Die Bürgerinitiative informiert über aktuelle Entwicklungen und Aktionen auf ihrer Homepage 
bi-nordzulauf-ko.de oder auf Facebook bzw. Instagram.  

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Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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