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Lösungen mit Bürgern erarbeiten

Das will Kolbermoors Klimaschutzmanager heuer auf den Weg bringen

Klimaschutzmanager Martin Roith im Keller des Rathauses. Hier kommt die Wärme der Wäscherei Stanglmayer per Leitung an und wird zum Wohn- und Geschäftshaus weitergeleitet.
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Klimaschutzmanager Martin Roith im Keller des Rathauses. Hier kommt die Wärme der Wäscherei Stanglmayer per Leitung an und wird zum Wohn- und Geschäftshaus weitergeleitet.

Lösungen mit Bürgern erarbeiten: Martin Roith ist seit gut einem halben Jahr der Klimaschutzmanager der Stadt. Was er 2021 auf den Weg gebracht hat und was er 2022 angehen will, verrät er hier.

Kolbermoor – Seit rund einem halben Jahr ist Martin Roith der Klimaschutzmanager der Stadt Kolbermoor. Auf Zeit hat er den Schreibtisch von Martin Korndoerfer, der Elternzeit nimmt, übernommen. Was Roith von ihm übernommen hat, was heuer geplant ist und was in Kolbermoor in punkto Klimaschutz gut läuft, verrät der Rosenheimer hier.

Herr Roith, Sie sind seit gut einem halben Jahr Klimaschutzmanager in Kolbermoor. Wie haben Sie sich eingelebt?

Martin Roith: Ich habe mich gut eingelebt. In meinem Büro ist ja auch die neue Mobilitätsmanagerin Veronika Winkler – wir beide sind hier gut aufgenommen worden. Und so können wir den Klimaschutz auch als Team mit der Verwaltung gut voranbringen.

50 Liegenschaften ausgestattet

Sie vertreten Martin Korndoerfer, der pausiert, was haben Sie als Erstes umgesetzt?

Roith: Martin Korndoerfer hat den Heizungspumpenaustausch eingeleitet. Das habe ich beispielsweise übernommen und abgeschlossen. Die Anlagen wurden in über 50 städtischen Liegenschaften ausgetauscht. Am ersten Tag war ich gleich am Neuen Friedhof mit dabei, als die Wärmepumpe rein und die Gasheizung raus kam. Obendrein kam auch noch eine Fotovoltaikanlage auf die Aussegnungshalle.

Welche Projekte sollen 2022 auf den Weg gebracht werden?

Roith: Vor allem sollen weitere Fotovoltaik-Projekte entstehen, wie beispielsweise auf dem Dach der Feuerwehr in Pullach. Dort soll eine Anlage mit 23 Kilowatt-Peak aufs Dach. Eine Heizung mit Wärmepumpen gibt es bereits. Ebenso soll eine Anlage auf das Haus der Sportstätte am Rothbachl. Die Ölheizung dort wurde bereits durch eine Wärmepumpe ersetzt. Auch auf dem Dach des Bauhofs soll eine weitere Fotovoltaikanlage realisiert werden, da dort noch Flächen frei sind. Sie soll eine Leistung von 40 Kilowatt-Peak haben. Dort hat die Stadt im letzten Jahr die bisherige von einer Bürgerinitiative übernommen. Beim Bauhof soll ein Elektrofahrzeug für die Handwerker angeschafft werden – dann sind dort insgesamt drei Elektrofahrzeuge. Und über den Mittag können sie die Fahrzeuge mit dem Strom der Fotovoltaikanlage laden.

Was soll noch gemacht werden?

Roith: Das „Kommunale Energiemanagement“ soll weiter vorangebracht werden. Dadurch soll ein schneller Überblick über die Liegenschaften möglich sein. Ziel ist es, Energie und Kosten zu sparen. Obendrein sollen noch der Mareissaal und der Momo-Kindergarten an das Fernwärmenetz angeschlossen werden.

Wie schaut es mit der Fotovoltaikprojekt an der Adolf-Rasp-Schule aus, wegen Corona wurde es ja quasi in die Warteschleife geschickt.

Roith: Ja, die Solarpädagogik ist ausständig. Wir hoffen, dass wir heuer damit starten können. Außerdem ist ein Projekt mit den Schulen geplant, die sogenannte Kindermeile. Da können Kinder alle Kilometer, die sie ohne Auto zurücklegen, aufschreiben. Die gesammelten Meilen werden dann bei der nächsten UN-Klimakonferenz übergeben.

Fünf neue Ladepunkte eingereicht

Ein großes Thema waren die Ladepunkte für E-Autos. Mittlerweile soll es 20 in Kolbermoor geben. Ist ein weiterer Ausbau angedacht?

Roith: Im vergangenen Jahr haben wir elf neue Ladepunkte auf öffentlichem Grund hinzubekommen, beim SV-DJK, in der Filzenstraße am Mareissaal und an der Pauline-Thoma-Schule. Die Anzahl im Rathaus-Parkhaus wurde verdoppelt. Ich habe weitere fünf Standorte eingereicht, wie beispielsweise den Parkplatz vor dem Freibad. Aber es ist nicht sicher, ob wir die auch bekommen.

Warum nicht?

Roith: Es hängt auch immer davon ab, ob und wie die Kabel verlegt werden können. Man braucht ja die Netzzugänge. Außerdem muss das Netz am geplanten Standort für den zusätzlichen Verbrauch gerüstet sein.

Gibt es Projekte, die 2021 ganz neu gestartet sind?

Roith: Das Wohn- und Geschäftshaus verfügt über keine eigene Heizung. Das Gebäude ist mit dem Nahwärmenetz des Rathauses verbunden.

Wie schaut es mit Kontakt zu Bürgern aus?

Roith: Viele rufen an und suchen Rat, beispielsweise wenn es um Fördermittel geht. Wir planen im Kolbermoorer Norden ein Quartierskonzept.

Gemeinsame Lösungen erarbeiten

Was heißt das konkret?

Roith: Ausgehend vom Ist-Zustand der Gebäudestruktur im Stadtteil soll ein Fahrplan für die Zukunft entwickelt und mit den Akteuren im Quartier umgesetzt werden. Betrachtet werden die Themen „Energetische Sanierung“ sowie „Energieversorgung“ und „Mobilität“. Über die möglichen Schritte werden wir informieren und uns im Vorfeld darüber mit den Bürgern abstimmen. Denken eventuell mehrere Nachbarn über eine Erneuerung ihrer Heizung nach, könnten sie sich zusammenschließen und eine gemeinsame Lösung erarbeiten. Wobei die gemeinsame Lösung dann in Richtung Quartierslösung geht.

Heuer soll es einen Klimaschutztag in Kolbermoor geben. Erzählen Sie mal.

Roith: Das Synergiefestival soll am 24. September auf dem Rathausplatz stattfinden. Es soll sich um die Energiewende drehen und es soll viel Platz zum Ausprobieren geben. Eine Mikromesse soll es geben, Workshops, Bücherinsel, Kleidertauschbörse und eventuell Bastler, die zeigen wie man Altes wieder reparieren kann.

Ein Repair-Café für Kolbermoor?

Ein Repair-Café?

Roith: Ja, es wäre klasse, wenn sich in Kolbermoor so etwas etablieren würde.

Wo läuft es mit dem Klimaschutz in Kolbermoor schon ganz gut?

Roith: Wir sind Teil der Verwaltung und treiben den Klimaschutz voran. Der Bürgermeister hat Visionen und die sind wichtig und deshalb läuft es gut. Die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED ist bereits erfolgt wodurch viel Energie eingespart wird. Im Bereich der Elektromobilität ist ein gutes Angebot an Lademöglichkeiten vorhanden. Generell braucht es für einen effektiven Klimaschutz den politischen Willen und die Unterstützung aus der Verwaltung. Beides haben wir.

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