"Es wird nicht das ob, sondern nur das wie behandelt"

Brenner-Nordzulauf: Kolbermoorer Stadtrat hat geschlossene Haltung

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Kolbermoor - Der Kolbermoorer Stadtrat machte in seiner Sitzung am 31. Juli klar deutlich: Wir sind geschlossen gegen die jetzige Form der Planung.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Am 1. Juli 2019 wurden von Bundesverehrsminister Andreas Scheuer die Planungen der Deutschen Bahn zum Brenner-Nordzulauf vorgestellt. Dabei wurden die bisherigen Korridore auf fünf mögliche Grobtrassen im erweiterten Planungsraum zwischen Kufstein und Ostermünchen reduziert. Drei dieser Grobtrassen verlaufen lagegleich über das Stadtgebiet Kolbermoor. In der Sitzung des Gemeindeforums am 9. Juli 2019 wurden die Grobtrassen diskutiert und das weitere Planungsprozedere erläutert.

Ralf Exler, Vorsitzender der Bürgerinitiative (BI) Kolbermoor, der für die Initiative im Gemeindeforum Rosenheim Süd vertreten ist, erläuterte in der Stadtratssitzung am Mittwochabend die Position der BI zum derzeitigen Planungsstand.

"Es wird nicht das ob, sondern nur das wie behandelt"

"Die Jugendlichen werden das ausbaden müssen, was hier geplant wird", sagte er gleich zu Beginn seines Vortrags. Er ging auch auf die Arbeit im Gemeindeforum an sich ein. "In den Foren wird nicht das ob, sondern nur das wie behandelt. Betroffene werden zu Beteiligten gemacht, das belastet viele Teilnehmer. Der Bundesverkehrswegeplan engt einen so ein, dass man nicht mitdiskutieren kann." Exler erläuterte zusammenfassend, dass in vier der fünf Grobtrassen Vorschläge der Bürger eingeflossen seien und jede Variante oberirdische und unterirdische Trassenanteile beinhalte. Zudem enthalte jede Variante kritische Bereiche, die in der weiteren Planung betrachtet werden müssen.

"Wenn wir über die Autobahn oder Staatsstraße kommen, werden wir wegen der Steigung, es ist eine maximale Längsneigung von 12 Promille zugelassen, nie mehr auf Null kommen. Wir werden dann alle acht meter einen Pfeiler haben", so Exler.  Franz Lindemair, Sprecher DB Großprojekte Bayern sagte auf Nachfrage unserer Redaktion hierzu: "Wir befinden uns noch im Bereich der Grobtrassen. Grobtrassen beinhalten noch keine einzelnen Bauwerke, das kommt erst mit der vertieften Planung. Jetzt über Bauwerke zu spekulieren ist nichts anderes als das Wort Spekulation ausdrückt."

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Exler informierte weiter über die Arbeit der Bürgerinitiativen, von denen es mittlerweile im gesamten erweiterten Planungsbereich 17 Stück gibt. "Alle Bürgerinitiativen arbeiten zusammen. Die BI Kolbermoor hat mittlerweile etwas über 1.000 Mitglieder. Insgesamt organisieren sich im Landkreis Rosenheim etwa 10.000 Bürger in Initiativen. Die Kolbermoorer BI hat in der Vergangenheit bereits einen Sternmarsch anlässlich des Besuchs von Verkehrsminister Scheuer im Januar in Rosenheim organisiert. Außerdem wurde das Planungsbüro Vieregg-Rössler mit einer Alternativplanung, die den Ausbau Bestandsstrecke zum Thema hatte beauftragt. "Aktuell wird eine Petition geplant, in der es um die Änderung des Bundesverkehrswegeplans geht. In dieser Petition, die direkt an den Bundestag geht, wird gefordert, die Bestandsstrecke in die Planungen mit aufzunehmen. Wir fordern nicht nichts zu machen, sondern ein schlüssiges Verkehrskonzept." Seine Bitte an den Stadtrat sei geschlossen eine klare Position zu zeigen.

Bürgermeister Peter Kloo sagte in der Sitzung: "Es ist für uns als Stadtrat schwierig, weil wir auf eine Bundesplanung keinen Einfluss haben. Die Planungsparameter sind falsch. Der Bundesverkehrswegeplan ist in den 90er Jahren entstanden und die Bundesregierung hat nicht den Mut den upzudaten. Was für uns wichtig ist, dass wenn wir über die Bestandsstrecke reden, der ÖPNV nicht hinten runter fällt. Die Klare Position ist auch, dass viel zu wenig getan wird, dass die Bahn wieder leistungsfähiger wird. Auch hier ist die Bundespolitik gefragt. Man baut ein goldenes Dach und hat übersehen, dass das Haus keinen Keller hat." 

Fraktionsübergreifend waren sich die Stadträte auch am Mittwoch einig, dass man eine ganz klare Haltung vertrete: Nein zu der jetzigen Form der Planung. Der Stadtrat hatte hierzu bereits im Januar eine Resolution verabschiedet.

Pressemitteilung Deutsche Bahn AG

Rubriklistenbild: © picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa

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