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Kinder sicher im Auto: Fachmann sieht Wissensdefizit

ADAC-Experte erklärt: „Beifahrersitz sollte nur im Ausnahmefall in Betracht kommen“

Was ist bei der Mitnahme eines Kinds auf dem Beifahrersitz beziehungsweise allgemein im Auto zu beachten ist,  erläutert  Alexander Kreipl, Verkehrs- und umweltpolitischer Sprecher beim ADAC Südbayern e.V..
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Was ist bei der Mitnahme eines Kinds auf dem Beifahrersitz beziehungsweise allgemein im Auto zu beachten ist, erläutert  Alexander Kreipl, Verkehrs- und umweltpolitischer Sprecher beim ADAC Südbayern e.V..Unbenannt.JPG

Wie fährt mein Kind sicher im Auto mit? Ein Fachmann des ADAC erläutert im Gespräch mit unserer Redaktion, was man beachten sollte.

Irschenberg/München - „Rein rechtlich können Kinder und Babys jeden Alters vorne auf dem Beifahrersitz mit im Auto sitzen. Wir raten aber, dass sie möglichst immer auf den hinteren Sitzen Platz nehmen. Auch dann sind die sichersten Plätze für Kinder vor allem die hinten rechts oder hinten in der Mitte“, berichtet Alexander Kreipl, Verkehrs- und umweltpolitischer Sprecher beim ADAC Südbayern e.V.. Der Beifahrersitz sollte nach Ansicht des ADAC nur im Ausnahmefall für Kinder in Betracht kommen. Dies sei leider noch viel zu wenig bekannt.

ADAC-Experte erklärt: So fahren Kinder sicher im Auto mit - „Beifahrersitz nur im Ausnahmefall“

„Es gibt leider insgesamt immer noch sehr viel fehlendes Wissen, was die Mitnahme von Kindern im Auto betrifft. Das merken wir immer wieder, bei Infoveranstaltungen oder auch wenn wir Schulweg-Aktionen machen“, so Kreipl weiter. „So auch beispielsweise was den Beifahrersitz betrifft. Das nur ein nach vorne gerichteter Kindersitz und das Einhalten eines Mindestabstands von etwa 55 Zentimetern gewährleisten, dass bei einem Unfalls der auslösende Airbag teils schwere Verletzungen auslösen kann, ist eine der zentralen Dinge dabei, welche leider immer noch viel zu selten beachtet werden.“ Ein auslösender Airbag könne sonst die Kindersitzschale regelrecht anschießen und somit das Kind erheblich belasten oder sogar töten.

„Aber auch andere wichtige Dinge sind noch viel zu wenig in der breiten Bevölkerung bekannt. Beispielsweise das jetzt im Winter im Auto keine dicken Jacken getragen werden sollten, da dies sonst die Wirkung des Gurts minimiert.“ Würden Kinder im Auto nicht richtig gesichert, könne das bei Unfällen gravierende Folgen haben, gerade auch bei der Mitfahrt auf dem Beifahrersitz. Im Fall eines tragischen Unfalls in Irschenberg am Mittwoch steht der genaue Grund für den Tod eines fünfjährigen Mädchens noch nicht fest. Das Kleinkind saß bei der Kollision auf dem Beifahrersitz.

Kindersitz über 12 Jahren in manchen Fällen keine Pflicht mehr, aber anzuraten

„In jedem Fall gilt die Kindersitzpflicht gemäß Paragraph 21 der Straßenverkehrsordnung (StVO) für Kinder bis zum 12. Geburtstag beziehungsweise einer Größe von 1,50 Metern. Auch danach natürlich nur mit angelegtem Sicherheitsgurt und dies auch auf nur kurzen Fahrten.“ Bei einer Sicherung nur mit dem Dreipunkt-Sicherheitsgurt könnten, alleine wegen der ungünstigen Lage des Beckengurts. schwere Verletzungen im Bauchbereich der Kinder auftreten. Man solle daher stets einen Kindersitz mitführen. Sitzerhöher ohne Nackenstützen seien höchstens eine Notlösung. „Auch wenn ein Kind bereits älter als 12 Jahre aber kleiner als 1,50 Meter ist, empfiehlt es sich weiterhin einen Kindersitz zu verwenden, auch wenn es keine Pflicht mehr ist.“

Fahrzeuge neuerer Bauart würden serienmäßig oder gegen Aufpreis Airbag-Schlüsselschalter anbieten, mit denen der Beifahrerairbag deaktivieren kann. Teilweise können diese Airbag-Schlüsselschalter in neueren Modellen auch nachgerüstet werden. Es gäbe aber auch Systeme, bei denen der Airbag durch eine spezielle Transponder-Erkennung im Kindersitz automatisch deaktiviert wird. Dies funktioniere aber nur herstellerspezifisch, d.h. es müssen Kindersitze vom jeweiligen Fahrzeughersteller verwendet werden.

hs/Pressemitteilung ADAC Südbayern e.V.