"Hoffentlich bringt mir das Christkind die Rockgitarre"

Bescheidene Wünsche: So verläuft Weihnachten im Kinderdorf am Irschenberg

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Weihnachten im Caritas Kinderdorf Irschenberg - auch für Dorfleiter Wolfgang Hodbod immer wieder etwas Besonderes. 

Irschenberg - Wie verbringen die Kinder im Caritas Kinderdorf Irschenberg das Weihnachtsfest und die Feiertage? rosenheim24.de hat vorbeigeschaut und die Kinder direkt gefragt, was für sie der Zauber von Weihnachten bedeutet. 

"Letztes Jahr gab es Raclette", erinnert sich Sarah (Anmerkung der Redaktion: Namen der Kinder geändert) mit strahlenden Augen. Die Siebenjährige ist seit rund einem Jahr im Kinderdorf in Irschenberg, hat 2018 Weihnachten schon miterlebt. "Raclette haben wir uns heuer auch wieder gewünscht - mit Fleisch, Gemüse und Käse. Das essen wir dann an Heiligabend gemeinsam nach dem Kindergottesdienst in der Pfarrgemeinde."


Am Abend des 24. Dezember läuft es in der Regel so ab, dass die kleineren Kinder im ersten Stock warten während die größeren die Geschenke unter den Baum legen, erklärt die zuständige Betreuerin. "Der Christbaum wird traditionell am 23. oder am frühen Morgen des 24. Dezember aufgestellt und geschmückt. Da sind die Kinder natürlich vom Kauf bis zum Dekorieren dabei." 

"Wirklich in Weihnachtsstimmung komme ich erst kurz vor Heiligabend", erläutert Katharina und ergänzt lachend: "Bei dem warmen Wetter, das wir aktuell haben, denke ich vielmehr, es sei noch Herbst." Die 15-Jährige, die schon mehrere Weihnachtsfeste im Kinderdorf erlebt hat, hat die letzte Woche vor Weihnachten in der Förderschule im Kinderdorf entspannt über die Bühne gebracht: "Wir haben noch ein paar Proben geschrieben und am letzten Schultag bei einer Weihnachtsfeier zusammengesessen." 


Wünsche der Kinder individuell

Die Bescherung folgt am Abend des 24. Dezember. Meistens schon im November schreiben die Kinder eifrig Wunschzettel für einen Warenwert von bis zu 50 Euro, der über die jeweilige Bezugsbetreuerin an das Christkind weitergeleitet wird. 

Die Kinder in der Gruppe sind zwischen sieben und 16 Jahre alt und haben die unterschiedlichsten Wünsche: Von Handyhülle und neuen Kopfhörern über Spiegel oder Handtasche für die älteren Mädchen bis hin zu einer "Rockgitarre" oder einem CD-Player für den kleinen Simon, der schon leuchtende Augen hat, als er das Wort "Gitarre" hört, sogleich Luftgitarre übt und begeistert ruft: "Hoffentlich bringt mir das Christkind die Rockgitarre.

"Letztes Jahr habe ich ein Federmäppchen für die Schule bekommen", erzählt auch Sarah begeistert. Heuer hat sie sich einen Gutschein für die Drogerie Müller gewünscht und ist gespannt, ob das Christkind sie erhört. 

Zusammensitzen bei Punsch und Plätzchen

Nach der Bescherung werden Punsch und Plätzchen im Gemeinschaftsraum getrunken und gegessen, eine Weihnachtsgeschichte im Wohnzimmer vorgelesen. Einige Kinder trollen sich auch mit ihren Geschenken auf ihre Zimmer. "Auch wenn ich den Film schon auswendig kenne, aber an Weihnachten schauen wir immer gemeinsam 'Kevin - Allein zu Haus'", schildert die 16-jährige Alice grinsend. Sie könne es auch heuer gar nicht abwarten. 

Auch für die Mitarbeiter und Bezugsbetreuer ist die Weihnachtszeit eine besonders magische Zeit: "Wir wechseln uns ab. Das Miteinander mit den Kindern ist so schön - eine richtige Bereicherung, das Fest der Liebe so zu erleben." 

Sach- und Geldspenden kommen immer den Kindern zugute 

80 bis 90 Kinder leben derzeit im Caritas Kinderdorf Irschenberg - aufgeteilt in zwölf Gruppen. Die Vorweihnachtszeit verläuft besinnlich. An den Adventssonntagen im Dezember sitzen alle zusammen und entzünden die Kerzen, es gibt Leckereien und manchmal ein Lagerfeuer im Freien oder einen gemeinsamen Ausflug auf den Christkindlmarkt in Rosenheim. Und freilich darf auch der Besuch des Heiligen Nikolaus nicht fehlen. 

Engagierte Fachleute könne das Kinderdorf immer gebrauchen, erklärt Dorfleiter Wolfgang Hodbod. "Die Mitarbeiter und Kollegen, die im Kinderdorf arbeiten, können nur jedem, der gerne Zeit mit Kindern verbringt und die nötige Geduld auch für anspruchsvolle Arbeit mit Kindern mitbringt, nahe legen sich für das Kinderdorf zu engagieren." Auch Sach- sowie Geldspenden seine jederzeit willkommen. "Sie kommen immer den Kindern zugute", versichert der Dorfleiter abschließend.

Die OVB24-Redaktion wünscht allen Lesern frohe und gesegnete Weihnachten, ein paar besinnliche Tage im Kreise der Familie und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

mb

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