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LfU bestätigt

Wolf zwischen Irschenberg und Weyarn unterwegs: Ungewöhnliches Verhalten gefilmt

Neue Videoaufnahmen einer Wolfssichtung im Landkreis Miesbach sorgen für Aufsehen. Ein Autofahrer konnte das Tier, das seelenruhig nördlich des Seehamer Sees über eine Wiese schlendert, filmen.

Bereits seit mehreren Tagen kursiert in Jägerkreisen ein 25-Sekunden-Clip von einer Wolfssichtung zwischen Irschenberg und Weyarn. Aufgenommen wurde das Video am 19. April von einem Autofahrer. Zu sehen ist, wie ein Wolf völlig unbeeindruckt neben der MB18 bei Bruck über eine Wiese läuft. Dass das Tier gelassen neben dem Auto her trabt und völlig entspannt stehen bleibt, ist durchaus ungewöhnlich.

Laut dem Landesamt für Umwelt (LfU) handelt es sich bei dem Tier tatsächlich um einen Wolf. Das Landratsamt Miesbach hatte das Video an die zuständige Behörde übermittelt.

Junger Rüder auf der Suche nach einem eigenem Territorium

„Wir gehen von einem durchwandernden Einzeltier aus“, sagte ein Sprecher des LfU. Die Experten gehen davon aus, dass es sich bei dem Tier um einen jungen Rüden auf der Suche nach einem eigenen Territorium handelt. Diese Tiere können am Tag zwischen 50 und 70 Kilometer zurücklegen. Ob es sich tatsächlich um einen Rüden oder doch um ein Weibchen handelt und woher das Tier kommt, ist unklar. Eine detaillierte Beurteilung ohne genetische Analyse sei unmöglich.

Dem Bund-Naturschutz zufolge gibt es in Oberbayern noch keine standorttreuen Wölfe. Als standorttreu gilt ein Wolf, wenn er länger als sechs Monate lang im gleichen Gebiet verbleibt oder dort nachweislich Junge bekommen hat.

Mit Stand vom Januar 2021 gibt es in acht bayerischen Regionen sesshafte Wölfe:

  • Allgäuer Alpen - Einzeltier
  • Nationalpark Bayerischen Wald (Süd und Nord) - jeweils ein Rudel
  • Truppenübungsplatz Hohenfeld (Lkr. Amberg-Sulzbach) - Einzeltier
  • Manteler Forst (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) - Rudel
  • Truppenübungsplatz Grafenwöhr (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) - Einzeltier
  • Veldensteiner Forst (Lkr. Bayreuth) - Rudel
  • In der Rhön - Einzeltier

Schon im vergangen Jahr, am 5. Juli 2020, wurde ein Wolf nahe der neuen Sichtungsstelle, damals zwischen Irschenberg und Bad Feilnbach, registriert. Während sich auf der einen Seite Tierschützer über die mittlerweile regelmäßigen Wolfsbeobachtungen freuen, werden die Sorgenfalten bei Bauern und Nutztierhaltern immer größer. In den vergangenen Monaten kam es schon häufiger zu Wolfsattacken auf Schafe oder andere Tiere. Dem Menschen kamen die Raubtiere bislang in unserer Region noch nicht gefährlich nahe.

Thema: Wolf in der Region

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Anders in Niedersachsen: Bei einem Spaziergang im niedersächsischen Heidekreis kam ein ausgewachsenes Tier nun einer Frau und ihrem Hund ungewöhnlich nahe. Minutenlang umkreiste der Wolf das Duo. Die Hundebesitzerin zeichnete den Vorfall vom 13. April in einem Handy-Video auf. 

Wie verhalte ich mich, wenn ich einem Wolf begegne?

  • Verhalten Sie sich ruhig! Der Wolf wird sich in der Regel zurückziehen, denn Wölfe sind vorsichtige Tiere. Wolfswelpen sind allerdings neugierig und verhalten sich oft weniger vorsichtig als erwachsene Tiere.
  • Sprechen Sie den Wolf an, falls er sie noch nicht bemerkt hat. Machen Sie auf sich aufmerksam.
  • Laufen Sie nicht schnell weg! Wenn Ihnen die Situation nicht geheuer ist, machen Sie sich bemerkbar indem sie reden, rufen und/oder in die Hände klatschen. Ziehen Sie sich dabei langsam und ruhig zurück.
  • Laufen Sie dem Wolf nicht hinterher!
  • Wildlebende Wölfe niemals füttern!

mz

Rubriklistenbild: © Screenshot

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