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Aus dem Gemeinderat

Tattenhausen: „Die Regenwasserkanäle machen uns Sorgen“

Die Ortsmitte von Tattenhausen soll erneuert und die Straßen sowie die Kanäle saniert werden.
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Die Ortsmitte von Tattenhausen soll erneuert und die Straßen sowie die Kanäle saniert werden.

Tattenhausen allein kann nicht mittels der Städtebauförderung gefördert werden. Zunächst muss ein „Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“ für Gesamt-Großkarolinenfeld ausgearbeitet werden.

Großkarolinenfeld – Die Tattenhausener wünschen sich schon länger eine Neugestaltung ihres Dorfes. Insbesondere die Straßen und die Kanäle sollen dabei saniert werden. Doch die Umsetzung dauert. Das sorgte auch in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates erneut für Diskussionen.

Auf der Tagesordnung stand die jährliche Bedarfsanmeldung für die Städtebauförderung 2023. „Eines der Hauptthemen wird das ISEK und die sich daraus ergebenden Untersuchungen“, erklärte Bauamtsleiter Markus Czaja. Für das ISEK sind 2023 60 000 Euro angemeldet, für 2024 noch mal 50 000 Euro. Für die vertiefenden Untersuchungen werden 2024 und 2025 jeweils 25 000 Euro beantragt.

„Durch das ISEK bekommen wir den Fuß in die Tür, um Tattenhausen in die Städtebauförderung zu kriegen“, erinnerte der Bauamtsleiter. Der Hintergrund: Tattenhausen allein kann nicht mittels der Städtebauförderung gefördert werden. Zuerst ist ein sogenanntes „Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“ für Gesamt-Großkarolinenfeld inklusive dem Ortsteil Tattenhausen auszuarbeiten. Dabei werden zum Beispiel auch Aspekte des Verkehrs, des Einzelhandels oder soziale Belange in die städtebauliche Entwicklung einbezogen.

Mit den Ergebnissen des ISEK kann dann eine vertiefende Untersuchung der Tattenhausener Ortsmitte durchgeführt werden. Damit kann man schließlich Mittel aus der Städtebauförderung für Tattenhausen beantragen. Gerade den Gemeindevertretern aus Tattenhausen geht das deutlich zu langsam.

„Verstehe ich das richtig, dass Tattenhausen jetzt mit ins Rennen geht“, wollte Angela Schwarzfischer (Bündnis 90/Die Grünen) wissen. Bürgermeister Bernd Fessler (Parteifrei) erklärte, dass ein ISEK für die gesamte Gemeinde ausgearbeitet wird. Tattenhausen sei dabei inbegriffen. Eine Feinuntersuchung für Tattenhausen könne jetzt aber noch nicht durchgeführt werden.

Josef Lausch (FW-GBV) kritisierte: „In 2022 ist in Tattenhausen wieder nichts passiert und die Regenwasserkanäle machen uns Sorgen.“ Er fragte, ob es nicht besser gewesen sei, die Infrastruktur im Ort sofort anzugehen. Bürgermeister Fessler machte darauf Aufmerksam, dass man zahlreiche Planungen für andere Projekte anstehen habe – etwa die Umgestaltung der „Grünen Mitte“ oder den Ausbau der Karolinenstraße – die man erst abwickeln müsse. Das sei mit Aufwand und Kosten verbunden.

„Also heißt es ‚Karo first‘“, kritisierte Dr. Erwin Gutsmiedl (FW-GBV). Er hinterfragte, ob die Neugestaltung des Großkarolinenfelder Zentrums wirklich wichtiger sei als der Regenwasserkanal in Tattenhausen. Der Bürgermeister erklärte, dass man bei anderen Projekten in der Städtebauförderung schon weiter sei. Wenn man außerdem die Kanäle von Großkarolinenfeld und Tattenhausen gegenüberstelle, würden die in Karo nicht besser abschneiden.

Der Bürgermeister zeigte sich überzeugt, dass eine Überschwemmung, wie sie im vergangenen Jahr vorkam, auch bei einem sanierten Kanal aufgetreten wäre. Daher arbeite man jetzt am Ausbau von Regenrückhaltebecken. Fessler betonte, dass eine Straßen- und Kanalsanierung auch nicht isoliert durchgeführt werden sollte. Es gebe in Tattenhausen einige Aspekte der Raumgestaltung, die in die Planung einfließen müssten. Auch sei man in der Verwaltung verpflichtet, Fördermittel auszuschöpfen.

Kostenbeteiligung der Anwohner?

Martin Rieder (SPD) wollte wissen, ob sich vor dem Wegfall der Straßenausbaubeiträge die Anwohner an der Sanierung hätten beteiligen müssen. „Ja“, erklärte der Bürgermeister. Ein früherer Gemeinderat hatte schon einmal vor, die Straßen in Tattenhausen zu erneuern. Das Vorhaben wurde fallengelassen, als klar wurde, dass man die Anwohner an den Kosten hätte beteiligen müssen. „Da war dann kein Druck mehr dahinter“, so Fessler. Erst jetzt, nach dem Ende der Ausbaubeiträge, sei das Thema wieder aufgekommen. Er erinnerte daran, dass bezüglich des Straßenausbaus in Großkaro-Süd noch ein Verfahren laufe, ob die Anwohner nun Beiträge zahlen müssen oder nicht. Da könne man schlecht Tattenhausen vorziehen und die Kanäle ohne Kostenbeteiligung der Anwohner durchführen.

Schließlich gab der Gemeinderat einstimmig das Okay für die Bedarfsmitteilung zur Städtebauförderung.

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