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Das ist in Großkarolinenfeld geplant

Werden auf diesem Maisfeld bald Dutzende Wohnungen gebaut?

Wohnungen statt Maisfeld: Auf dieser Fläche an der Kreisstraße zwischen Wendelstein- und Breitensteinstraße plant die Gemeinde Großkarolinenfeld ein Wohngebiet.
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Wohnungen statt Maisfeld: Auf dieser Fläche an der Kreisstraße zwischen Wendelstein- und Breitensteinstraße plant die Gemeinde Großkarolinenfeld ein Wohngebiet.

Der Gemeinderat aus Großkarolinenfeld hat in seiner jüngsten Sitzung für ein neues Wohngebiet gestimmt. Dabei entschied sich der Gemeinderat gegen das sogenannte Einheimischenmodell. Das sind die Gründe.

Großkarolinenfeld – Mehr Platz zum Wohnen – und zwar nicht für einige wenige, sondern für möglichst viele neue und alte Gemeindebürger: Das will die Verwaltung in Großkarolinenfeld mit einem Wohngebiet an der Rosenheimer Straße ermöglichen. Der Gemeinderat hat in seiner vergangenen Sitzung einstimmig den Startschuss für den Bebauungsplan „Nördlich der Kreisstraße“ gegeben. Die Planung für die rund 14.000 Quadratmeter große Fläche zwischen Kreisstraße RO19 und Am Bartlwald beschäftigt die Gremien schon länger.

Entscheidung gegen Einheimischenmodell

Im Mai des vergangenen Jahres hatte der Planer erstmals den Vorschlag eines Bebauungsplanes vorgestellt. Damals wollte die Verwaltung noch Bauland nach dem Einheimischenmodell schaffen. Dann entschied sich der Gemeinderat um. Angesichts von Siedlungsdruck und Flächenfraß wollten die Räte eine neue Zielsetzung einschlagen. Das bestehende Wohngebiet an der Kreisstraße sollte zwar weiterhin erweitert werden – aber lieber in Richtung sozialer Wohnungsbau, Mehrparteienhäuser oder kleinen Eigentumswohnungen.

Noch einmal in die Warteschleife ging das Vorhaben, nachdem ein Starkregenereignis im Juli des vergangenen Jahres Unheil in anderen Bereichen Großkarolinenfelds angerichtet hatte. Daher wollte man Themen wie die Regenrückhaltung bei der Planung des neuen Wohngebiets expliziter berücksichtigen. Bei dieser Gelegenheit sollte außerdem geprüft werden, welcher Sicherheitsabstand zum benachbarten Erdgasspeicher Inzenham-West einzuhalten ist.

Auf dieser Grundlage beschäftigen sich Bauausschuss und Gemeinderat nun erneut mit dem Thema. Der aktuelle Vorentwurf des Bebauungsplanes zeigt: Hier soll jede Menge Wohnraum entstehen. Insgesamt kann Baufläche für 54 bis 64 Wohnungen geschaffen werden. Möglich sind bis zu zehn Ein- oder Zweifamilienhäuser, ein Fünf-Parteien-Haus, zwei Sechs-Parteien-Häuser sowie drei Neun-Parteien-Häuser. 16 Gebäude können laut der Festsetzungen untergebracht werden.

Ein großer Kinderspielplatz

Außerdem geplant seien die entsprechenden Stellplätze sowie ein Kinderspielplatz von rund 300 Quadratmetern. Das Wohngebiet soll mit Zufahrt von der Kreisstraße und der Wendelsteinstraße über eine Ringstraße erschlossen werden. Geh- und Radwege führen zudem Richtung Breitensteinstraße. Einige Grundstücke werden wohl von der Gemeinde bebaut werden, andere von privaten Bauherren, wie Bauamtsleiter Markus Czaja berichtete.

Für Bürgermeister Bernd Fessler (Parteifrei) steht das geplante Wohngebiet für ein Umdenken in der zukünftigen Grundstückspolitik der Gemeinde. „Wir müssen uns fragen, wie wir in Zukunft wohnen wollen“, betonte er. Angesicht des demografischen Wandels und einer zunehmenden Überalterung der Gesellschaft sei der Bau von Einfamilienhäusern widersinnig.

Viele ältere Ehepaare lebten inzwischen, da die Kinder aus dem Haus seien, auf viel zu großen Flächen. Viele könnten die großen Gärten gar nicht mehr nutzen und kämen in den wenig barrierefreien Anwesen nicht mehr gut zurecht. Kleine, barrierefreie Wohnungen seien da viel praktikabler.

Einheimischenmodell ist nicht zeitgemäß

Auch der Flächenverbrauch sei bei Einfamilienhäusern immens – gerade im eng besiedelten Gebiet um Rosenheim ein großes Problem. Nicht zuletzt betrachtet Fessler das lange praktizierte Einheimischenmodell als sozial ungerecht. Denn dabei würden große Grundstücke für einige wenige auf Kosten der Allgemeinheit gefördert. Diejenigen, die sich einen Neubau leisten können, seien zudem meist Besserverdiener. „Einzelfälle werden dabei in hohem Umfang bevorteilt“, so Fessler. Das sei nicht mehr zeitgemäß. Stattdessen sollten Gemeinden Geringverdienern, Familien oder älteren Menschen kleinere Wohnungen oder günstigen Wohnraum anbieten – so, wie es an der Kreisstraße nun geplant ist.

Was den Abstand zum Gasspeicher angeht, hat ein neues Gutachten sogar für eine Verbesserung gesorgt: Es ist mit 85 Meter ein geringerer Sicherheitsabstand nötig als gedacht. Die Regenrückhaltung soll, ebenso wie die Ausgestaltung von Kanälen und Ähnlichem, in einem parallelen Erschließungsverfahren berücksichtigt werden.

Ein einstimmiger Beschluss

Die Gemeinderäte hatten zwei Kritikpunkte. Johann Kosek (PLW) erklärte, dass sich seine Fraktion nicht mit den hohen Gebäuden im Südosten des Bebauungsplanes anfreunden könne. Hier sind zwei Neun-Familienhäuser mit Gebäudehöhen von 12,5 Metern zulässig.

Klaus Höglauer (PLW), der Radverkehrsbeauftragte der Gemeinde, wünschte sich eine Neugestaltung des Radwegs an der Kreisstraße. Das sei aber laut Bauamtsleiter Czaja aus Platzgründen nicht möglich. „Doch es gibt die Möglichkeit, über die Breitensteinstraße durch das Wohngebiet zu gelangen“, betonte er. Einstimmig gaben die Gemeindevertreter den weiteren Weg für den Bebauungsplan frei. Das Verfahren beinhaltet eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit. Zudem werden außerdem noch ein Umweltbericht sowie ein Lärmschutzgutachten erstellt.

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