Gertraud Schneider mit Sozialpreis ausgezeichnet

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Neben Bürgermeister Franz Xaver Heinritzi (links) und Landrat Josef Neiderhell (rechts) gratulierten noch rund 150 weitere Bruckmühler Gertraud Schneider (Bildmitte) zum Sozialpreis und zum 67. Geburtstag.

Bruckmühl - Viel Lob hat es für die Bruckmühlerin Gertraud Schneider gegeben. Im Bruckmühler Gymnasium verlieh ihr Landrat Josef Neiderhell den Sozialpreis 2010 des Landkreises Rosenheim.

Es gebe keinen Bereich, wo unsere Frau Schneider nicht ihre helfenden Hände im Spiel gehabt habe, erinnerte Bürgermeister Franz Xaver Heinritzi. Auch Neiderhell war beeindruckt vom bisherigen Lebenslauf der Geehrten, die zudem ihren 67. Geburtstag feierte: Alle Sozialpreisträger der vergangenen Jahre hätten ihre Auszeichnung hoch verdient, die heutige Preisträgerin rage aber noch ein Stückchen darüber hinaus.

Zum Sozialpreis meinte der Landrat ganz grundsätzlich, der Landkreis wolle die Bereitschaft würdigen, Zeit und Kraft in den Dienst für andere Menschen zu stellen sowie beispielhaftes Verhalten im sozialen Bereich ehren.

Gertraud Schneider selbst sieht sich lediglich als kleines Rädchen in einem großen Ganzen. In ihrer Dankesrede äußerte sie sich nur am Rande zu ihrer eigenen Rolle. Stattdessen bedankte sie sich bei vielen Menschen und Organisationen, die mithalfen, die zahlreichen Ideen zu verwirklichen.

Bis heute kümmert sich die Pensionistin mit großem persönlichem Engagement um die Schwächsten der Gesellschaft. In der Marktgemeinde Bruckmühl ist sie nach wie vor eine verlässliche Ansprechpartnerin für Personen mit den unterschiedlichsten sozialen Problemen. Heinritzi erinnerte an Schneiders erstes ehrenamtliches Engagement in den so genannten Wannenbädern. Im Keller des Schulhauses gab es Wannen, in denen sich diejenigen Bürgerinnen und Bürger waschen konnten, die zu Hause keine Wanne oder Dusche hatten.

Eine ganze Reihe von Einrichtungen gehen in Bruckmühl auf Schneiders Initiative zurück. 2001 beispielsweise gründete sie die „Handicap-Sparte“ im Sportverein SV-DJK Heufeld. Nach Angaben des Bürgermeisters trainieren dort zehn bis 15 Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichsten Behinderungen einmal wöchentlich.

Gemeinsam mit mehreren Organisationen eröffnete die frisch gebackene Sozialpreisträgerin im Juni 2002 den sozialen Mittagstisch „Tischlein-deck-dich“. Älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern wird dort zwei Mal monatlich eine kostenlose frische warme Mahlzeit geboten. Für Heinritzi ein Kleinod, eine wahre Perle in der Gemeinde: Das wichtigste sei nicht das vorzügliche Essen, sondern das Treffen, das gemeinsame Ratschen, das mache es eigentlich aus. Auch die Bruckmühler Tafel gründete Schneider vor fünf Jahren zusammen mit drei weiteren Mitstreitern. Die Trägerschaft dafür übernahm inzwischen die Diakonie. Rund 60 Ehrenamtliche sind dort tätig und versorgen Bedürftige mit Lebensmitteln.

Jahrelang arbeitete Gertraud Schneider als Helferin im „Eine-Welt-Laden“ mit und sorgte dafür, dass dieser 2003 in Räumlichkeiten an herausgehobener Stelle umziehen konnte. Zudem organisierte sie in den Jahren 2004 und 2007 Benefizkonzerte zugunsten der Stiftung zur Förderung der Fürsorge für Behinderte im Landkreis Rosenheim.

Bis zu ihrer Pensionierung 2003 war die Sozialpreisträgerin 32 Jahre Mitarbeiterin im Sozialamt der Gemeindeverwaltung. Dabei stand sie, auch außerhalb der Dienstzeiten, vor allem den Bewohnern der gemeindlichen Notunterkünfte mit Rat und Tat zur Seite. Zehn Jahre lang, bis 2008 war Gertraud Schneider ehrenamtliche Behinderten- und Seniorenbeauftragte der Marktgemeinde Bruckmühl. Aus privaten Gründen gab sie das Ehrenamt der Seniorenbeauftragten ab, als Behindertenbeauftragte ist sie aber nach wie vor aktiv.

Der Radius ihrer Einsätze sei nicht zu erraten, schwärmte Bruckmühls Bürgermeister. Bis heute fehle sie bei keinem Seniorentreffen und wenn jemandem der Strom abgestellt werde, dann scheue sie sich nicht, auch bei Gemeinderäten zu betteln.

Bereits 2002 verlieh ihr der Marktgemeinderat den gemeindlichen Ehrenbrief und erkannte so schon damals ihre großartige und selbstlose Leistung an. Der jetzt verliehene und mit 3.000 Euro dotierte Sozialpreis des Landkreises war im Februar 1997 als Teil des Sozialplanes vom Kreistag geschaffen worden.

Pressemeldung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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