"Uns tut das schon weh"

Wegen "Malle"-Party - Burschenverein Vagen soll vierstellige Summe zahlen

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Feldkirchen-Westernham - Seine dritte "Malle"-Party am 5 Oktober wurde dem Burschenverein Vagen vermiest. Der Geschäftsmann Jörg L. hat sich vor 17 Jahren den Namen "Malle" patentieren lassen. Weil der Verein die Feier schon zwei Mal veranstalte, soll er nun 1.822,96 Euro bezahlen.

Der Burschenverein Vagen veranstaltete in den vergangene beiden Jahren erfolgreich eine "Malle-Party". Eigentlich hätte sie am 5. Oktober zum dritten Mal stattfinden sollen. Doch kurzerhand musste ein Maßkrug auf das Plakat gezaubert werden. Grund ist ein Schreiben einer Düsseldorfer Anwaltskanzlei, das dem Burschenverein Anfang August zugestellt wurde. Darin wurde dem Verein untersagt, das Fest unter diesem Namen auszurichten. Denn der Geschäftsmann Jörg L. aus Hilden bei Düsseldorf hat sich den Begriff patentieren lassen. Obendrauf fordert Jörg L. für die beiden bereits stattgefunden Partys als Schadensersatz 1.822,96 Euro.

Hintergrund

Zahlreiche Veranstalter, Partymacher und Kneipenbesitzer bekommen derzeit Post mit horrenden Forderungen, weil sie eine "Malle"-Party veranstaltet haben, wie rtl.de berichtet. Seit 2002 ist aber dieser Name geschützt, deshalb fordert Jörg L. rückwirkend Schadensersatz für die Benutzung des Namens. Einer Wirtin aus Essen wurden beispielsweise alle Partys mit Slogans wie "Hände hoch Malle", "Malle total" und "Malleangebote" untersagt. Ansonsten könnte eine Strafe von 3.000 Euro fällig werden, wie weiter berichtet wird. Jörg L. besitzt die Rechte laut RTL bis zum 29. April 2022. Die Preise für eine Lizenz, die der Geschäftsmann über das Internet verkauft, beginnen ab 595 Euro und richtet sich nach der Besucherzahl.

"Wir sind einfach enttäuscht"

"Uns tut das schon weh", sagt erster Vorstand Simon Fischer auf Nachfrage von mangfall24.de. "Mit dem Geld hätten wir zum Beispiel auch einen schönen Ausflug machen oder das Geld spenden können." So unterstützen die Burschen das BRK, als Anfang Juli Unbekannte ein Einsatzfahrzeug aufbrachen und den Tank mit Wasser füllten. Die Vagener spendeten anschließend 1.700 Euro für ein neues Autos.

Niemand wusste, dass der Name lizenziert ist und so war das eine große Überraschung. "Wir sind ein gemeinnütziger Verein, der das Ziel hat die Dorfjugend zu integrieren", so Fischer weiter. "Wir sind einfach enttäuscht, wie mit kleinen Vereinen umgegangen wird." Derzeit ist das Verfahren noch offen und der Burschenverein hat mittlerweile einen Anwalt eingeschaltet. Sie hoffen, dass die ganze Sache nicht vor Gericht entschieden werden muss.

Erst in diesem Jahr feierte der Verein sein 100-jähriges Bestehen. Außerdem wurde einiges an Geld in die Party gesteckt. Nachdem nun überall ein Maßkrug drüber geklebt wurde, heißt die Party nicht mehr "Malle"-Party, sondern "Maßen-Party".

Auch "Ballermann-Party" eine geschützte Marke

Im September des vergangen Jahres sollte die Betreiberin der Diskothek "Nachtschwärmer" in Cham wegen dem Slogan "Ballermann-Party" 750 Euro sowie 1,50 Euro pro Besucher bezahlen. Vor mehr als 20 Jahren hatte Engelhardt die Bezeichnung schützen lassen. Auch in Rosenheim ereignete sich im August 2018 ein ähnlicher Vorfall. Auf dem Flyer der damaligen Winterschui-Party wurde ein Kuhkopf gedruckt. Diesen ließ sich aber ein Peracer Eventmanager patentieren. Es drohte damals eine Strafe von 50.000 Euro.

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