Er scheint so gut wie fertig

Bahnhaltepunkt Feldolling: Warum dauert es noch so lange bis zur Eröffnung?

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Feldolling - Der Bahnhaltepunkt in Feldolling scheint so gut wie fertig, wird aber laut Bahn erst Mitte 2019 in Betrieb genommen. Warum?

Lange haben die Feldollinger darauf gewartet: Sie bekommen einen eigenen Bahnhaltepunkt. Bereits im Juli 2015 hatte sich der Feldkirchener Gemeinderat nach 13 Jahren auf einen Haltepunkt außerhalb der Ortsmitte von Feldolling geeinigt. Vier Möglichkeiten standen damals zur Auswahl. In den Sommerferien dieses Jahre war schließlich Baubeginn. Dazu wurden vier Wochen lang die Gleise zwischen dem Rosenheimer Hauptbahnhof und dem Bahnhof Kreuzstraße gesperrt.

Die Bahn teilte nun mit, dass der Haltepunkt Mitte nächsten Jahres in Betrieb genommen werden wird. Geplant ist, dass die Meridian-Züge in Feldolling stündlich halten. Schaut man sich die Halztestelle aber nun einmal genauer an, so scheint sie so gut wie fertig zu sein. Auf den ersten Blick fehlen nur noch Lampen und der Fahrkartenautomat. Da stellt sich einem natürlich die Frage, warum denn dann erst in einem halben Jahr in Betrieb genommen wird. Wir haben bei der Bahn nachgefragt.

Separate Planungen notwendig

Wie ein Bahnsprecher auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilte, müssen für eine Inbetriebnahme noch Signalanlagen in Westerham umgesetzt und die damit verbundenen Kabelarbeiten durchgeführt werden. "Dafür war eine separate Planung, Plangenehmigung und Ausschreibung der Bauleistung notwendig." Außerdem muss noch - ebenfalls von anderen Firmen – ein Strom- und Internetanschluss für den neuen Haltepunkt hergestellt werden. Internet wird für den Fahrkartenautomaten benötigt.

Fakten zum neuen Bahnhaltepunkt:

Gebaut wird ein barrierefreier Bahnsteig mit Blindenleitsystem mit einer Gesamtinvestition von rund 1,7 Millionen Euro, finanziert vom Bund, Freistaat Bayern und der Bahn.

Die eingleisige elektrifizierte Bahnstrecke Holzkirchen – Rosenheim (Mangfalltalbahn) erhält mit den Haltepunkten Feldolling in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham und Rosenheim-Aicherpark im westlichen Stadtgebiet von Rosenheim zwei neue Bahnstationen.

Die wichtigsten Einzelmaßnahmen:

  • Errichtung eines neuen modularen Bahnsteigs mit einer Höhe von 76 cm über Schienenoberkante, einer Länge von 140 m und einer Breite von 2,50 m
  • Bahnsteigoberfläche mit Betonmodulplatten, in die ein taktiles Leitsystem für Blinde und Sehbehinderte eingelassen ist
  • Bahnsteigzugang über eine barrierefreie Rampe und eine Treppe
  • Fahrgastinformation über einen Dynamischen Schriftanzeiger mit Laufschrift und Lautsprecher sowie über Aushänge in einer Vitrine
  • Bahnsteigausstattung mit Beleuchtung, Beschilderung, Abfall- und Streugutbehälter
  • Bau einer Wetterschutzanlage auf dem Bahnsteig

Baudurchführung:

  • Umweltmaßnahmen (Rodungsarbeiten, Erstellung Ausgleichsflächen, Eidechsenvergrämung) sowie Baufeldfreimachung und Baustelleneinrichtung fanden bei laufendem Bahnbetrieb von August 2017 bis Juli 2018 statt
  • Intensivbauphase von August bis Herbst 2018 mit Erdbau, Einbau von Fertigteilfundamenten und Bahnsteigmodulen, Errichtung der Beleuchtungsmaste, Herstellen von Treppe und Rampe sowie der Bahnsteigausstattung
  • Anschluss- und Restarbeiten Winter 2018 – Mitte 2019 mit Arbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik (z.B. Kabelverlegung, Signalver- setzung), Rückbau von Bauprovisorien und Abnahmen
  • Mitte 2019: Inbetriebnahme des neuen Haltepunktes

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