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Wird bei der Weihnachtsbeleuchtung gespart?

Energie-Sparmaßnahmen in Feldkirchen-Westerham: Gemeinde will „mit gutem Beispiel voran gehen“

Wie die Gemeinde Feldkirchen-Westerham mit dem sensiblen Thema der Weihnachtsbeleuchtung umgeht.
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Wie die Gemeinde Feldkirchen-Westerham mit dem sensiblen Thema der Weihnachtsbeleuchtung umgeht.

In Zeiten der Energiekrise muss die Bevölkerung Maßnahmen ergreifen, um weniger Strom und Gas zu verbrauchen. In Feldkirchen-Westerham erklärt der Klimaschutzmanager, wie die Gemeinde als gutes Vorbild voran gehen will und wie man das sensible Thema der Weihnachtsbeleuchtung angeht.

Feldkirchen-Westerham – Auf die Frage, welche Rolle die Gas-Krise für die Verwaltung spielt, hatte Feldkirchen-Westerhams Bürgermeister Hans Schaberl schon vor Monaten deutlich geantwortet: „Wir nehmen das Thema sehr ernst“, sagte er und verwies dabei auf verschiedene Schwerpunkte. Dazu gehörte etwa, dass man die öffentlichen Gebäude nach Möglichkeiten überprüfe, Energie einzusparen.

Klar ist: Um der Energiekrise Rechnung zu tragen, will die Gemeinde Feldkirchen-Westerham zahlreiche Einsparungs-Möglichkeiten ausschöpfen. Dabei geht es auch darum, als Verwaltung mit gutem Beispiel voran zu gehen. So teilte die Gemeinde kürzlich mit, dass beispielsweise die Beleuchtung in öffentlichen Gebäuden reduziert wird, die Raumtemperatur auf 19 Grad gesenkt.

„Noch stärker darauf achten“

Auf OVB-Nachfrage betonte Feldkirchen-Westerhams Klimaschutzmanager Nico Hirsemann nun, dass aus seiner Sicht Energieeinsparungen selbstverständlich immer wichtig seien. „Natürlich muss man in Zeiten unsicherer Versorgungslagen und hoher Preise noch stärker darauf achten“, so Hirsemann.

Um die Wichtigkeit und Notwendigkeit der Einsparungsmaßnahmen glaubwürdig vermitteln zu können, sei es unabdingbar, hierbei selbst mit gutem Beispiel voran zu gehen, erklärt der Klimaschutzmanager.

Halt macht die Gemeinde dabei auch nicht vor dem sensiblen Thema der Weihnachtsbeleuchtung. Diese wird die Gemeinde heuer “nur in reduzierter Form einschalten.“ So werde beispielsweise am Dorfplatz ein etwas kleinerer Christbaum aufgestellt, der auch nur bis in die Abendstunden leuchtet. Nachts soll er abgeschaltet werden.

Wie viel Energie wird eigentlich eingespart?

Die Weihnachtsbeleuchtung an der Straße wurde auf eine kürzere Strecke begrenzt und wird nur von der Alten Post bis zum Dorfplatz erfolgen. Da sie mit der Straßenbeleuchtung gekoppelt ist, kann sie nicht extra abgeschaltet werden. Zudem wird die Gemeinde die Kosten für die Umrüstung der Lichterketten auf dem Weihnachtsmarkt von Glühbirnen auf LED übernehmen.

Auch auf die Christbaumlichter am Baum vor dem Rathaus wird heuer verzichtet – und im Rathausfoyer wird zwar ein Christbaum stehen, allerdings nur mit Weihnachtsschmuck, den die Rathausmitarbeiter „aus ihrem Fundus“ mitbringen, teilte die Gemeinde mit.

„Die Gemeinde möchte ihren Teil zur Einsparung von Energie beitragen“, betont Klimaschutzmanager Hirsemann. Bei der Beschränkung der Weihnachtsbeleuchtung handele es sich um eine Maßnahme, an der sich Bürger auch privat orientieren könnten. „Es wurde ein guter Kompromiss gefunden, in welchem Tradition und Einsparung sich nicht gegenseitig ausschließen.“

Die Gemeinde appelliert dabei an die Bevölkerung, in diesem Jahr auf die durchgehende Weihnachtsbeleuchtung zu verzichten. Aus Energiespargründen könne Beleuchtung nachts problemlos abgeschaltet werden. Doch wie viel Energie kann die Gemeinde selbst eigentlich durch die Maßnahmen einsparen? „Durch unser Energiemanagement-System können wir die monatlichen Verbräuche der kommunalen Gebäude genau erfassen.“, sagt Hirsemann. Im Laufe des Winters werde man daher sehen können, wie viel durch die Maßnahmen eingespart wird. „Allerdings ist uns auch die Vorbild-Funktion und Signalwirkung sehr wichtig.“

Klimaschutzmanager empfiehlt einen Sparduschkopf

Hirsemann sei sich sicher, dass hierdurch auch privat verstärkt zum Einsparen angeregt werden könne. Die Gemeinde habe bereits in den vergangenen Jahren viele Projekte erfolgreich durchgeführt, die maßgeblich den Energiebedarf gesenkt hätten. Beispielhaft nennt der Klimaschutzmanager etwa die Umstellung der Leuchtmittel der Straßenlaternen, die den jährlichen Energiebedarf der Straßenbeleuchtung um 120.000 Kilowattstunden pro Jahr beim Verbrauchsvergleich der Jahre 2021 zu 2016 reduziert habe.

Klimaschutzmanager Nico Hirsemann.

Bei den Maßnahmen an der Grundschule, Mittelschule, Mangfallhalle und KUS konnte der Bedarf um bis zu 60.000 Kilowattstunden jährlich reduziert werden, so Hirsemann. Dies zeige, dass auch die energetische Sanierung, neben den Verbrauchseinsparungen, besonders wichtig sei. Und welchen Energiespar-Tipp hat der Klimaschutzmanager für die Bürger? „Ich kann empfehlen, regelmäßig auf unserer Gemeinde-Homepage vorbei zu schauen“, sagt Hirsemann und verweist auf die monatlich veröffentlichten Klimatipps. Derzeit gehe es dabei um Tipps und Tricks zum Einsparen von Energie. „Ein Beispiel hieraus ist die Anschaffung eines Sparduschkopfs, welcher laut Umweltbundesamt rund 30 Prozent der benötigten Energie beim Duschen einsparen kann.“

Unabhängiger von Rohstofflieferungen

Neben einem wassersparenden Duschkopf empfiehlt die Gemeinde weitere Maßnahmen für Privathaushalte, die einfach umzusetzen seien. „Die beste Energie ist die, die gar nicht verbraucht wird“, heißt es hierzu auf der Homepage. Bürger könnten etwa die Heizung „etwas runterdrehen“ oder weniger und vor allem langsamer mit dem Auto fahren. So werde man deutlich unabhängiger von Rohstofflieferungen aus Russland.

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