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Ausstellung von Annegret Hoch und Thomas Witzke verschoben

Die kulturelle Durststrecke geht weiter: Galerie Markt Bruckmühl bleibt geschlossen

Eine von zwei Ausstellungen, die im vergangenen Jahr zu sehen waren, widmete die Galerie Markt Bruckmühl ihrem langjährigen Juror Herbert Klee zu seinem 75. Geburtstag. Seit Dezember ist wieder geschlossen.
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Eine von zwei Ausstellungen, die im vergangenen Jahr zu sehen waren, widmete die Galerie Markt Bruckmühl ihrem langjährigen Juror Herbert Klee zu seinem 75. Geburtstag. Seit Dezember ist wieder geschlossen.

Die kulturelle Durststrecke geht weiter. Die Galerie Markt Bruckmühl bleibt geschlossen. Was hinter der Entscheidung steckt.

Bruckmühl – Auch wenn der Zutritt zu Ausstellungen mit 2G-plus oder Boosterimpfung eigentlich gestattet wäre, haben sich Bürgermeister Richard Richter und Galerieleiterin Cornelia Ahrens am Dienstag, 11. Januar, dazu entschieden, die erste geplante Ausstellung am 6. Februar abzusagen. „Es ist bitter, dass wir trotz vieler Vorbereitungen unseres Galerieteams wieder nicht zur Tat schreiten können“, bedauert der Bürgermeister.

Aufwand und Risiko in keinem Verhältnis

Er wisse, dass Künstler und Kunstbegeisterte über diese Entscheidung sehr betrübt sind. „Doch wir müssen die Realität anerkennen. Angesichts der dynamischen Inzidenzen und der Lage in den Krankenhäusern ist das Risiko nicht vertretbar“, so Richter. Zudem sei es schwer, die Abstandsregeln in der Galerie einzuhalten. „Das Besondere an unserer Galerie ist das Flair von Kunst wie im Wohnraum“, erklärt Galerieleiterin Cornelia Ahrens, die die erneute Verschiebung bedauert.

Mit kleinen Räumen und Treppen biete die historische italienische Villa ein ganz besonderes Ambiente. Unter Pandemie-Bedingungen verkehre sich das aber leider ins Gegenteil. „Aktuell dürften wir 15 Besucher gleichzeitig in die Galerie lassen. Die anderen Gäste müssten wir vertrösten“, beschreibt Ahrens die komplizierte Situation.

Ein Déjà-Vu

Und so erlebte die Galerieleiterin ein Dé­jà-vu, das sie an den Beginn der Pandemie im März 2020 erinnerte. Sie musste die Ausstellung „Annegret Hoch – Malerei – und Thomas Witzke – Vektorzeichnungen“ ein zweites Mal absagen, weil Aufwand und Risiko in keinem Verhältnis stünden. „Es wäre unverantwortlich, die wertvollen Malereien aus Stuttgart nach Bruckmühl zu bringen, die Aufstellung aufzubauen und dann doch absagen zu müssen“, begründet Ahrens.

Seit zwei Jahren verschiebt die Galerieleiterin sieben Ausstellungen. Dazu gehört auch „Das kalte Herz“ mit Werken von 13 Studierenden aus der Klasse von Professor Christian Ruckhäberle von der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. „Wir können zum einen nicht verantworten, dass 13 Studenten aus Leipzig durch die halbe Republik reisen“, erklärt sie. Andererseits wäre mit den 13 Künstlern und den Mitarbeiterinnen der Galerie bei der Eröffnung das Limit an Gästen im Haus schon erreicht.

Keine starren Regeln

„Wir haben reizvolle Räumlichkeiten, können unter den gegebenen Bedingungen aber keine Begegnungsräume schaffen“, bedauert der Bürgermeister. Er möchte Galeriebesuche aber auch nicht nach einem Fahrplan organisieren und den Besuchern im Minutentakt feste Besuchszeiten oder Verweildauern vorschreiben. „Damit würden wir viele Kunstinteressierte verprellen“, so Richter.

In der „Corona-Warteschleife“ stehen weitere fünf Ausstellungen. Schon 2020 wollten die japanischen Künstler Kiyomi und Yoshio Kuriki Malerei, Zeichnungen und Skulpturen zeigen, acht Cartoonisten und Karikaturisten, Martin Fritzsche und Bernhard Bindl sowie Erika Maria und Franz Lankes ausstellen.

Der Schmerz über die kulturelle Abstinenz in Bruckmühl sitzt tief. „Ich vermeide es, an der geschlossenen Galerie vorbeizufahren, das tut einfach zu weh“, gibt Cornelia Ahrens zu. Sie weiß, dass sich viele Bruckmühler nach einer Rückkehr zur Normalität auch im kulturellen Bereich sehnen. „Das hat die Ausstellung mit Werken von Herbert Klee anlässlich seines 75. Geburtstages gezeigt, die wir am 24. Oktober eröffnen und bis auf ein Wochenende, das schon in den Teillockdown fiel, auch zeigen konnten“, erinnert sich Ahrens.

Auch von Mai bis Juli und von September bis Oktober vergangenen Jahres konnte die pandemische Zwangspause kurz unterbrochen werden. „Zum Glück verfügt der Markt Bruckmühl mit der Stiftung Rupert Dorrer über eine eigene Kunstsammlung, die wir in dieser Zeit zeigen konnten“, ist Ahrens dankbar. 58 Werke von Künstlern aus der Region wurden ausgestellt. Hinzu kamen Neuzugänge wie eine Skulptur von Nikolaus Steindlmüller, eine Arbeit aus der Serie „Tischbilder“ von Peter Tomschiczek, zwei Gemälde von Peter Casagrande und die Holzskulptur „Shy white Girl“ von Jørgen May.

Eröffnung nur mit gewohntem Charme

Eines ist klar: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. „Wir werden unsere Ausstellungen irgendwann zeigen“, bleibt Ahrens optimistisch: „Wir lassen uns nicht entmutigen, aber eine Ausstellungseröffnung braucht ein Ausrufezeichen, und dies bedeutet Publikum und nicht nur abgezählte Besucher.“

Wann die Galerie Markt Bruckmühl allerdings wieder öffnen darf, hängt von der Entwicklung der Pandemie ab. „Ich möchte, dass wir unsere Galerie mit ihrem gewohnten Charme wieder eröffnen“, sagt der Bürgermeister. Dafür einen Termin festzulegen, sei aber unmöglich, denn, so betont Richter: „Ich wünschte, dass es im April so weit wäre. Doch angesichts der dynamischen Corona-Lage möchte ich keine falschen Hoffnungen wecken, um nicht wieder enttäuschen zu müssen.“

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