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So ist der Stand der Ermittlungen – BSI gibt Tipps

Nach Cyberangriff auf Fritzmeier Group: Konzern kaum erreichbar – aber es gibt auch Fortschritte

Nach einer Cyberattacke auf das Netzwerk der Fritzmeier Group sind weiterhin viele Systeme in der Konzernzentrale in Aying (unten links) sowie an den Betriebsstandorten wie in Bruckmühl (oben links) lahmgelegt.
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Nach einer Cyberattacke auf das Netzwerk der Fritzmeier Group sind weiterhin viele Systeme in der Konzernzentrale in Aying (unten links) sowie an den Betriebsstandorten wie in Bruckmühl (oben links) lahmgelegt.

Auch sieben Tage nach der Cyberattacke auf die Fritzmeier Group sind deren Standorte in der Region weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Was die Ermittlungsbehörden sagen – und welche Erfolge der Konzern bei der Schadensbehebung erzielen konnte.

Bruckmühl/AyingVor einer Woche ist die Fritzmeier Group mit Hauptsitz in Aying (Landkreis München) Opfer einer Cyberattacke geworden. Seitdem ist der Zulieferbetrieb, der namhafte Konzerne wie BMW oder Audi mit wichtigen Produktionsteilen versorgt und Standorte in Bruckmühl, Weyarn ( Landkreis Miesbach) und Leipzig unterhält, von der Außenwelt abgeschnitten. Telefone stehen immer noch still, E-Mail-Adressen sind nicht erreichbar.

Diesen Hinweis veröffentlicht der Konzern aktuell auf der Startseite seiner Homepage www.fritzmeier.de.

Auf der Startseite der Konzern-Homepage unter www.fritzmeier.de setzt das Unternehmen mittlerweile seine Geschäftspartner darüber in Kenntnis, dass die Unternehmensgruppe „Opfer eines kriminellen Cyberangriffs“ geworden ist. Die IT-Systeme des Konzerns seien davon „standortübergreifend betroffen“. „Große Teile“ der Produktion sind nach Angaben des Konzerns aber „nach wie vor arbeitsfähig und laufen derzeit im Notbetrieb“. Die Erreichbarkeit sei aktuell jedoch „noch stark eingeschränkt“.

Unternehmen spricht von „hochprofessioneller Cyber-Attacke“

Informationen, die ein Unternehmenssprecher auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen bestätigt. „Unsere Produktion ist in einem Notbetrieb weitestgehend lieferfähig, und wir arbeiten an weiteren Optimierungen“, teilte der Sprecher schriftlich mit und verwies unter anderen darauf, dass nach der „hochprofessionellen Cyber-Attacke“ die „Mehrzahl der Endgeräte und Server“ bereits wieder funktionieren würden. 

Als Konsequenz aus dem Angriff wolle das Unternehmen den Wiederaufbau der IT-Systeme „nach den höchsten internationalen Sicherheitsstandards“ betreiben. Wie hoch der finanzielle Schaden bislang ausfällt, dazu konnte der Sprecher noch keine Auskunft geben: „Für derartige Aussagen ist es noch zu früh.“

Kunden und Partner hätten gegenüber der Fritzmeier Group nach der Cyberattacke mit großem Verständnis reagiert. „Uns haben zahlreiche konkrete Hilfsangebote erreicht, für die wir überaus dankbar sind, und die wir da, wo es möglich ist, gerne annehmen“, teilte der Fritzmeier-Sprecher gegenüber den OVB-Heimatzeitungen mit. Diese Solidarität zeige „eine große Wertschätzung unserer Arbeit“ und helfe dem Konzern, „diese herausfordernde Situation zu bewältigen“.

Bundesamt gibt Unternehmen Tipps zur IT-Sicherheit

Cyberkriminelle fügen der deutschen Wirtschaft jährlich einen Schaden von über 200 Milliarden Euro zu. Das machte Bayerns Wirtschaftssekretär Roland Weigert jüngst bei einem Termin in Pfaffenhofen an der Ilm deutlich. Er appellierte an die Unternehmen im Freistaat, sich umfassend zu informieren und „noch mehr in den notwendigen Schutz der IT-Infrastruktur zu investieren“.

Wie Unternehmen einen umfassenden Schutz für ihren Betrieb aufbauen können, dazu hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf seiner Homepage eine Liste mit zehn Tipps veröffentlicht. Darin appelliert die Behörde unter anderem an Unternehmen, das Thema IT-Sicherheit zur Chefsache zu erklären und rät dazu, Daten zu klassifizieren und für wichtige und sensible Daten den höchsten Schutz zu gewährleisten.

Zu den weiteren Tipps des BSI zählen unter anderem regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter, aufwändige Verschlüsselungstechniken für die Daten sowie die Ausarbeitung betriebsinterner Krisenreaktionsmechanismen. Unter www.bsi.bund.de bietet die Behörde zudem zahlreiche weitere Informationen rund ums Thema IT-Sicherheit an.

Und wie ist der Stand der polizeilichen Ermittlungen? Ein Sprecher des Landeskriminalamts Niedersachsen, dessen Zentrale Ansprechstelle für Cybercrime nach eigenen Angaben des Unternehmens hinzugezogen worden war, verweist gegenüber den OVB-Heimatzeitungen auf die bayerischen Ermittlungsbehörden, „da sich der Vorfall dort ereignet hat“.

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums München bestätigt auf Anfrage, dass die Fritzmeier Group „wegen eines Vorfalls im Bereich Cybercrime“ Anzeige erstattet habe. Der Fall werde beim Polizeipräsidium München durch das Kommissariat 122, das laut Behördenbeschreibung auf der Homepage der Polizei Bayern für „besondere Erscheinungsformen von Cybercrime“ zuständig ist, bearbeitet.

Tatvorwurf der „versuchten Erpressung“

Zu den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler sowie der Vorgehensweise bei den Ermittlungen wollte der Polizeisprecher keine Angaben machen. Er verwies stattdessen auf die Generalstaatsanwaltschaft in Bamberg, die wiederum bestätigte, „dass die Zentralstelle Cybercrime Bayern gemeinsam mit dem zuständigen Fachkommissariat des Polizeipräsidiums München in dieser Angelegenheit wegen des Tatvorwurfs der versuchten Erpressung ermittelt“.

Die Ermittlungen durch die beteiligten Behörden dauern nach Angaben von Oberstaatsanwalt Dr. Nino Goldbeck an und „werden voraussichtlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen“. Dr. Goldbeck: „Weitergehende Informationen können wir Ihnen gegenwärtig, auch aus ermittlungstaktischen Gründen, leider nicht erteilen.“

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