"Das Volkslied ist etwas Gegenwärtiges"

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Die Musikanten Petra und Bernhard Kleinschwärzer (Weyarn) in lebhaftem Gespräch mit Vorstandsmitglied Sepp Fink (Dorfen).

Bruckmühl - Bei der Jahreshauptversammlung des Fördervereins "Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern" betonte Archivleiter Ernst Schusser die Bedeutung des Volksliedes.

"Das Volkslied ist nie etwas Vergangenes, sondern grundsätzlich etwas Gegenwärtiges!", betonte Archivleiter Ernst Schusser bei der Jahreshauptversammlung des Fördervereins "Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern mit Sitz in Bruckmühl". Durch das Volkslied würden Emotionen angesprochen. Singen sei zudem immer mit Gefühlen verbunden.

 Fördervereinsvorsitzender Bürgermeister Franz Heinritzi hob sodann die größeren Fördervorhaben hervor. Dazu gehören unter anderem die Arbeit des Archivs zur Katalogisierung einer Musikinstrumenten-Sammlung und die zugesagte Unterstützung beim Erstellen einer Biografie über Wastl Fanderl. Außerdem sorge man für die finanzielle Unterstützung weniger bemittelter Interessenten - gleich welchen Alters - zur Teilnahme an Seminaren und Veranstaltungen des Archivs.

Mit der Biografie des Wastl Fanderl, dem ersten Volksmusikpfleger des Bezirks Oberbayern, sei ein wichtiger Bereich der Volksmusikpflege des 20. Jahrhunderts erfahrbar gemacht worden. Unspektakulär hingegen, aber äußerst wichtig sei die interne Archivarbeit: 80000 Lieder seien bisher elektronisch eingearbeitet; etwa 30000 Bücher und Schriften seien zu verwalten, dazu etwa 25000 Schelllackplatten und 25000 Langspielplatten.

Die neu gewählte Vorstandschaft im Förderverein (von links): Franz Heinritzi, Eleonore Dambach-Trapp, Werner Brandl, Grete Kissel und Sepp Gotzlirsch (erste Reihe), Sepp Fink, Reserl Keil, Regina Killermann, Gerhard Kissel (zweite Reihe), Sepp Linhuber, Ernst Schusser, Dieter Karg, Gretl Müller, Karl Müller und Anton Spitlbauebruckmuehl (dritte Reihe).

Die Feldforschung über "Volksmusik im Leben" interessiere überdies auch junge Leute. Außerdem arbeite man an einem digitalen Archiv. Dabei sei der Personen- und Datenschutz und das Urheberrecht (GEMA) besonders zu beachten. In der Veranstaltungsreihe "Bruckmühler Begegnungen" werden aktuelle Themen diskutiert, wie zum Beispiel demnächst "Der Preis der Volksmusik". Zahlreiche Mitglieder und Freunde der Volksmusik verfolgten die Ausführungen, welche vom Ehepaar Kleinschwärzer aus Weyarn mit Gitarre und Ziehharmonika umrahmt wurden.

Eva Bruckner stellte anschließend die vom Volksmusikarchiv neu herausgebrachte CD mit Liedern über die "Liebe und das Fensterln" aus der Sammlung Kiem Pauli vor. Michaela Leidel begeisterte dann die Mitglieder zum gemeinsamen Singen.

Die Instrumental-CD "Ohne Worte", die der freie Mitarbeiter Martin Prochazka erstellt hatte, habe ebenfalls für großes Aufsehen seit ihrem Erscheinen gesorgt und werde beim Wetterpanorama des Bayerischen Fernsehens eingesetzt.

In ihrem Schriftführerbericht erläuterte Grete Kissel das Procedere bei der Bewilligung von Geldern. Die Mitgliederzahl steige kontinuierlich, derzeit gehörten 235 Personen dem Verein an. Schatzmeisterin Regina Killermann konnte Dank guter Ausgabendisziplin von einem soliden Kassenbestand berichten, der es ermögliche, dem Archiv weiterhin finanziell unter die Arme zu greifen.

Ehe man zur Wahl schritt, fand auch Bezirksrat Anton Spitlbauer lobende Worte für die Leistungen des Archivs. Er erwähnte insbesondere die Arbeit an der Biografie über Fanderl, die bereits gedruckt vorliege. Der Bezirk sei hier finanziell in Vorlage gegangen. Der Förderverein habe diese jedoch zunächst finanziell abgesichert. Hier hätten die vier Pole: Bezirk/Archiv/Verein/Gemeinde zielorientert zusammengewirkt. Dies solle auch weiterhin so gehandhabt werden.

Die anstehende Wahl brachte folgendes Ergebnis: Vorsitzender bleibt Bürgermeister Franz Heinritzi, stellvertretende Vorsitzende sind Bezirksrätin Eleonore Dambach-Trapp (Rosenheim); Bezirksrat Werner Brandl (München) und Josef Fink (Dorfen). Als Schriftführerin fungiert weiterhin Grete Kissel (Bruckmühl). Schatzmeisterin ist Regina Killermann (München).

Das Amt des Beisitzers haben Josef Linhuber (Eggstätt), Reserl Keil (Tacherting), Grete Müller (München), Dieter Karg (Ginsham) und Sepp Gotzlirsch (Bruckmühl) inne. Revisoren sind Gerhard Kissel (Bruckmühl) und Karl Müller (München). Kraft Amtes gehören der Vorstandschaft auch Archivleiter Ernst Schusser (Bruckmühl) und Bezirksrat Anton Spitlbauer (München) an.

Aus unserem Archiv: Weihnachtsssingen beim OVB

Mangfall-Bote

Quelle: rosenheim24.de

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