April verabschiedet sich mit Unwetter

Bad Feilnbacher Obstbauern nach Hagel in Sorge um ihre Ernte

Ähnlichkeit mit einer Winterlandschaft: Mit einer dicken Hagelkörnerschicht bedeckt war in Au nicht nur die Gottschallinger Straße. Strim
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Ähnlichkeit mit einer Winterlandschaft: Mit einer dicken Hagelkörnerschicht bedeckt war in Au nicht nur die Gottschallinger Straße.

Ob und wie sehr sich der Hagel vom Freitag auf die Obsternte in der Gemeinde Bad Feilnbach auswirkt, ist momentan nicht abzusehen. Doch hoffen die Obstbauern, mit einem blauen Auge davongekommen zu sein.

Bad Feilnbach – Der April hat heuer seinem Ruf alle Ehre gemacht – und verabschiedete sich am Freitag mit einem für die Jahreszeit noch ungewöhnlichen Naturschauspiel. Überraschend und ohne große Vorankündigung fegte am späten Nachmittag eine schwere Gewitterfront vom Irschenberg kommend über Teile der Gemeinde Bad Feilnbach in Richtung Osten hinweg.

Es dauerte nur wenige Minuten

Binnen weniger Minuten waren die Straßen, Felder und die momentan voll in der Blüte stehenden Streuobstwiesen von leichten bis mittelschweren Hagelkörnern übersät.

Auch der Bad Feilnbacher Ortsteil Dettendorf wurde am Freitag vom ersten Hagelschauer in diesem Jahr heimgesucht.

Betroffen waren vor allem die Ortschaften Kematen, Dettendorf und Au. Auf der Gottschallinger Straße in Au etwa bildete sich eine dicke Schicht mit eisigen Körnern; das geschmolzene Wasser sammelte sich an den Abflüssen. Mit bangen Blicken schauten nach dem Unwetter die Gartenbesitzer und Obstbauern auf ihre Obstbaumbestände und sorgen sich um die Ernte im Herbst.

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Nach erster Einschätzung von Sepp Millauer, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Au-Dettendorf, könnten in seinem Einzugsgebiet Au, Kematen und Dettendorf die Blüten der Kirsch- und Zwetschgenbäume Schaden genommen haben. Etwaige Auswirkungen des ersten größeren Unwetters auf die Kernobstbestände sowie Beerensträucher, die in Kürze ihre Blütenpracht entfalten, bedürfen einer Beobachtung, so Millauer.

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Er hofft, dass dieses Wetterintermezzo eine Ausnahme bleibt und die Obstgärten im Vereinsgebiet im Herbst reichlich gesundes Obst hervorbringen.

Nach erster und vorsichtiger Einschätzung von Gerti Seebacher, Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Feilnbach-Wiechs-Litzldorf sind die Obstbauern in diesen Gemeindeteilen weitgehend mit einem blauen Auge davon gekommen. Am Tag danach trugen die Obstbäume – momentan die Birnen und vereinzelt auch schon frühe Apfelsorten – nach wie vor ihr leuchtendes Blütenkleid.

Vor allem Sturm hinterließ Schäden

Ihrer Ansicht nach sind Lippertskirchen, Bad Feilnbach und Wiechs sowie Altofing, Kutterling, Derndorf und Litzldorf von dem Hagelschauer vereinzelt gestreift worden. Lediglich der heftige Sturm habe seine Spuren in den Streuobstwiesen hinterlassen. Wie ihr Amtskollege Millauer hofft auch Gerti Seebacher auf eine schadenfreie und ertragreiche Obstsaison 2021.

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