Unfallbericht zum Zugunglück bei Bad Aibling veröffentlicht

"Menschliche Verhaltensweisen und schwierig anwendbare Regeln als Ursache"

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Bei dem schweren Zugunglück bei Bad Aibling im Februar 2016 waren zwölf Menschen getötet und 89 zum Teil schwer verletzt worden
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Bad Aibling - Zweieinhalb Jahre nach dem schrecklichen Zugunglück von Bad Aibling liegt nun der Abschlussbericht der Unfallermittler vor. 

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Update 13.45 Uhr: Unfallbericht wurde veröffentlicht

Nun wurde der rund 100 Seiten umfassende Unfallbericht der Bundesstelle für Eisenbahnuntersuchungen veröffentlicht. In der Kurzbeschreibung heißt es: 

Hier können Sie den vollständigen Unfallbericht lesen

"Die Zugkollision der beiden Regionalzüge ist auf mehrere betriebliche Fehlhandlungen des Fahrdienstleiters Bad Aibling bei der Abwicklung der Fahrten auf Ersatzsignal (Zs 1) zurückzuführen. Begünstigt wurde der Ereigniseintritt durch das Zusammentreffen von menschlichen Verhaltensweisen, unvollständiger Rückmeldung der Stellwerkstechnik, schwierig anwendbarer Regeln und unzulänglicher örtlicher Regelungen. Zudem beeinflusste die Handhabung der Bedieneinrichtung des Notrufsystems durch den Fahrdienstleiter die Zugkollision und deren Folgen."

Im Unfallbericht werden zudem verschiedene Handlungsempfehlungen ausgesprochen. Es wird zum einen eine Vereinfachung des Notrufs empfohlen. Zudem soll das Regelwerk optimiert werden, beispielsweise von einem prozessorientierten hin zu einem funktionsorientierten, um im Ernstfall schneller und einfacher reagieren zu können. Außerdem soll in der Ausbildung zum Fahrdienstleiter verstärkt auf Stellwerksimulatoren zurückgegriffen werden.

Vorbericht

Vor rund zweieinhalb Jahren erschütterte das verheerende Zugunglück von Bad Aibling die Region und ganz Deutschland. Viele Fragen sind noch ungeklärt. Alles wartet gespannt auf den Abschlussbericht der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung. Dieser Bericht soll am Montag veröffentlicht werden, berichtet Radio Charivari. Im Gegensatz zum Zwischenbericht vom März 2017 soll es weitere Handlungsempfehlungen geben. Im Zwischenbericht wurde bislang nur die Vereinfachung des Notrufsystems im Bad Aiblinger Stellwerk empfohlen.

Die Veröffentlichung des Berichts hatte sich seit Monaten verzögert. Grund sei das aufwändige Rückäußerungsverfahren, hieß es seitens der Bundesstelle für Eisenbahnuntersuchung. Opfer und Angehörige konnten sich dabei zu dem Zwischenbericht äußern und Änderungen beantragen. Laut dem Sprecher gab es sehr viele Änderungsvorschläge. Entsprechend lange dauerte die Einarbeitung

Luftaufnahmen vom Zugunglück

Bei dem Zugunglück im Februar 2016 waren zwölf Menschen getötet und 89 zum Teil schwer verletzt worden, als zwei Regionalzüge zwischen Bad Aibling und Kolbermoor auf freier Strecke mit hoher Geschwindigkeit miteinander kollidiert waren. Der Fahrdienstleiter hatte - vom verbotenen Handyspielen abgelenkt - Signale falsch gestellt und wurde wegen fahrlässiger Tötung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Er ist im August bereits vorzeitig aus der Haft entlassen worden.

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