Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Heimatgeschichte

Im Bad Aiblinger Archiv schlummern über 400 Jahre alte Kostbarkeiten

Der „Hüter der Sammlung“ Manfred Schaulies im Allerheiligsten: dem Zeitungsarchiv.
+
Der „Hüter der Sammlung“ Manfred Schaulies im Allerheiligsten: dem Zeitungsarchiv.

Rund 120 Jahre sammelt der Historische Verein alte Dokumente. Welche Schätze dort zu finden sind, verrät Manfred Schaulies.

Bad Aibling – Das Archiv des Historischen Vereins bietet viele archivalische Schätze. Und der Verein, der seit 1902 besteht, sammelt bereits seit dem Entstehungsjahr – als rund 120 Jahre – historische Dokumente. Und es gibt mittlerweile jede Menge, eines soll aber trotzdem herausgehoben werden: das Zeitungsarchiv, ein absolutes lokales Presse-Juwel.

Alle Zeitungen des Mangfall-Boten vor Ort

Es beinhaltet das „Aiblinger Wochenblatt“ der ehemaligen Buchdruckerei Graf von 1856 bis 1930, die Nachfolgezeitung „Aiblinger Tagblatt von 1931 bis 1938 und die „Aiblinger Zeitung“ von 1924 bis 1944. Diese Zeitungen wurden dem Historischen Verein testamentarisch von der Familie Graf überlassen. Sie konnten als wertvolles Kulturgut durch Vereinsmittel und durch Zuschüsse der Stadt Bad Aibling, dem Landratsamt und der Kreissparkasse Rosenheim-Bad Aibling nutzungsgerecht neu gebunden werden. Dazu kam als Ergänzung der „Mangfall-Bote“ ab 1949 bis 2012.

Schwerpunktthemen aus Zeitungen digital erfasst

„Eine Verfilmung der Zeitungen war und ist aus Kostengründen nicht möglich“, bedauert Archivleiter Manfred Schaulies. Ersatzweise wurden Schwerpunktthemen aus dem Aiblinger Wochenblatt und dem Aiblinger Tagblatt auf etwa 2000 Seiten digital erfasst nach den Themenbereichen Allgemeines, Besitzveränderungen und Beschlüsse des Aiblinger Magistrats. Spezielle Themen können die Nutzer jedoch im Zeitungsbestand suchen.

Zu den weiteren Archivschwerpunkten zählen Quellen zur Regionalgeschichte mit Urkunden von 1487 bis 1766, Heirats- und Übergabebriefe sowie Briefprotokolle der Zünfte im ehemaligen Landgericht Aibling. Die Urkunden wurden in Zunft-Truhen aufbewahrt und geben unter anderem auch Auskunft über Neuansiedlungen von Handwerkern, aber auch über Streitsachen zwischen ihnen.

Gewerbekataster aus dem 19. Jahrhundert

Im mächtigen, ledergebundenen Gewerbekataster aus der Zeit von 1838 bis 1870 sind sämtliche Handwerker des Landgerichtsbezirks erfasst. So findet man dort unter anderem auch die Registrierung der Aiblinger Bäckerei Winhart und der Metzgerei Lindner, dem Vorgänger des heutigen gleichnamigen Hotels.

Weitere Infos aus dem Mangfalltall lesen Sie unter www.ovb-online.de/rosenheim/bad-aibling/

Im Archiv befindet sich des Weiteren die Themensammlung Braßler als Zeitungsausschnittsammlung der Orte des Altlandkreises Aibling und der Vereine. Ebenfalls im Archiv befindet sich eine Zeitungsausschnittsammlung zu Personen von A bis Z und eine digitalisierte Sterbebildersammlung mit etwa 20 000 Grafiken.

33000 Dateien im Bildarchiv digitalisiert

Im Bildarchiv sind etwa 33 000 Dateien digitalisiert nach Themenbereichen geordnet, wie zum Beispiel Haus- und Ortsarchiv des Altlandkreises und der Stadt Bad Aibling, NS-Zeit, Fliegerhorst, Gewerbe, um nur einige zu nennen.

Nachlässe von Malern, wie Wennerberg, Urban und Leibl

Auch diverse Nachlässe von Personen wie beispielsweise der Maler Wennerberg, Urban, Leibl und Müller-Samerberg sind Bestandteil des Archivs wie auch eine umfangreiche Handbibliothek zur Nutzung im Lesebereich. Ihre Schwerpunkte bilden unter anderem Heimatbücher/Orts- und Hauschroniken sowie Vereinszeitschriften der Historischen Vereine Bad Aibling, Ebersberg und Rosenheim, des Heimatvereins Wasserburg und Umgebung und des Historischen Vereins für Oberbayern.

Digitale Chroniken

Ferner gibt es digitale Chroniken von Stürzer (1820-1850), Wagner (1843-1916), Vollert (1916-1940) und Keitz (1941-2010) sowie die Chronik der Landwirtschaftsschule Bad Aibling (1953-1974) und die Loose Aiblinger Häuserchronik (mit Bestand 1815).

Auch Flurkarten des Altlandkreises mit den Urkarten ab 1808 und den Erweiterungen von 1856 und 1905 zählen zum Bestand, der als besondere Schätze auch seltene kostbaren Buchausgaben enthält. So die Originalausgabe der Beschreibung des Kurfürsten- und Herzogtums Ober- und Niederbayern von 1723, besser bekannt als „Der Wening“, mit zahlreichen Kupferstichen der Städte und Dörfer und die Originalausgabe „Das Bayerisch Stammenbuch“ von Wiguleus Hundt mit dem den „abgestorbenen bayerischen Adel“, Ausgabe 1598.

Weitere Infos unter www.hv-aibling.de im Link Archiv.

Zu den besonderen Schätzen des Archivs zählt die Originalausgabe „Das Bayerisch Stammenbuch“ über den „abgestorbenen bayerischen Adel“ von 1598.
Auf der Titelseite des „Mangfall-Bote“ stand im im Mai 1971 noch der Zusatz: „Vereinigt mit Aiblinger Zeitung und Aiblinger Tagblatt“.
Eine Kostbarkeit des Archivs: „Der Wening“ von 1723 enthält zahlreiche Kupferstiche von ober- und niederbayerischen Städten und Dörfern.