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„Immer noch unfassbar“

Einsatzkräfte, Politik und Bahn gedenken 5 Jahre nach dem Zugunglück von Bad Aibling der Opfer

Trauerkränze und Blumengestecke liegen an der Gedenkstätte. Ein Zug fährt an der Gedenkstätte für die Opfer des Zugunglücks an der Bahnstrecke zwischen Bad Aibling und Rosenheim vorüber, an der ein offizielles, stilles Gedenken für die Toten stattfand.
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Trauerkränze und Blumengestecke liegen an der Gedenkstätte. Ein Zug fährt an der Gedenkstätte für die Opfer des Zugunglücks an der Bahnstrecke zwischen Bad Aibling und Rosenheim vorüber, an der ein offizielles, stilles Gedenken für die Toten stattfand.

Der 9. Februar 2016 ist und bleibt als schwärzester Tag in der jüngeren Geschichte Bad Aiblings verankert. Mit bewegenden Worten erinnerte Bürgermeister Stephan Schlier am Dienstag am Erinnerungsmal an das schreckliche Szenario vor den Toren der Stadt.

Bad Aibling – 9. Februar 2021 – der fünfte Jahrestag des Zugunglücks von Bad Aibling. Wieder ein Dienstag. Doch unterschiedlicher hätte die Atmosphäre nicht sein können. Wo am Faschingsdienstag 2016 nach und nach das entsetzliche Ausmaß des Zusammenstoßes zweier Regionalzüge auf der eingleisigen Strecke zwischen Bad Aibling und Kolbermoor deutlich wurde, Rettungshubschrauber kreisten und unzählige Einsatzkräfte bis zur Erschöpfung arbeiteten, herrschte am 5. Jahrestag der Katastrophe einfach nur Schweigen. Nicht ein Zug fuhr während des stillen Gedenkens an der Erinnerungsskulptur an der Rosenheimer Straße vorbei.

Schwärzester Tag in jüngerer Geschichte

Coronabedingt war es nur ein sehr kleiner Kreis geladener Gäste, der dort zusammenkommen konnte. „Auch fünf Jahre nach dem tragischen Unglück ist nicht begreifbar und nicht zu fassen, wie sich so ein schlimmes Bahnunglück ereignen konnte“, sagte Bürgermeister Stephan Schlier in seiner Ansprache. „Eigentlich hätte es ein sehr fröhlicher Tag in Bad Aibling werden sollen, denn es war der Faschingsdienstag. Niemand wusste, dass das genaue Gegenteil eintreten würde. Für mich ist dieses Zugunglück der schwärzeste Tag in Bad Aiblings jüngerer Geschichte“, so das Stadtoberhaupt.

Signal für Angehörige und Überlebende

Hauptanliegen sei und bleibe auch zum fünften Jahrestag das Gedenken an die Opfer – 12 Tote und 89 Verletzte. „Unser Signal richtet sich aber auch an die Angehörigen, die heute noch mit diesem schweren Verlust zu kämpfen haben, und die Überlebenden“, betonte Schlier. „Der damalige Fahrdienstleiter wurde wegen fahrlässiger Tötung zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Mit der juristischen Aufarbeitung enden aber nicht das Leid und der Kummer der Angehörigen.“

An Denkmal Kränze niedergelegt

Schlier, Klaus Dieter Josel (Deutsche Bahn) und Arnulf Schuchmann (Bayerische Regiobahn) legten im Beisein von Ministerialdirektorin Brigitta Brunner (in Vertretung der Bayerischen Verkehrsministerin Kerstin Schreyer) je einen Kranz für die Opfer nieder. Stadtpfarrer Georg Neumaier und Pfarrer Markus Merz sprachen ein kurzes Gebet.

Das schreckliche Zugunglück vor fünf Jahren mit seinen bestürzenden Bildern habe sich tief in das Gedächtnis aller eingebrannt, teilte Verkehrsministerin Schreyer mit. Sie sei an diesem Jahrestag in Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen.“

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Rosenheims Landrat Otto Lederer, der von Kreisbrandrat Richard Schrank als Vertreter aller Rettungsorganisationen begleitet wurde, zollte ebenso wie Schlier den unzähligen Einsatzkräften, darunter Feuerwehren, BRK, Wasserwacht, Bergwacht, DLRG und THW seine Hochachtung. In einem äußerst anspruchsvollen und psychisch sehr belastenden Einsatz sei hervorragend zusammen gearbeitet und seien Menschenleben gerettet worden.

An dem Gedenken nahmen auch der Einsatzleiter vom 9. Februar 2016, der damalige Kommandant der Feuerwehr Bad Aibling, Wolfram Höfler, und Altbürgermeister Felix Schwaller teil. Der Konzernbevollmächtigte der Bahn für den Freistaat Bayern, Klaus-Dieter Josel, betonte, dass auch fünf Jahre nach dem Zugunglück dieser schreckliche Moment für alle Bahner noch in Erinnerung sei. Sein Mitgefühl gelte den Familien und Hinterbliebenen.

Auch der technische Geschäftsführer der Bayerischen Regiobahn GmbH, Arnulf Schuchmann, zeigte die tiefe Betroffenheit seines Unternehmens mit den Worten: „Das schreckliche Unglück macht uns immer noch betroffen. Unser Zugpersonal legt zum Gedenken an alle Opfer mittags um zwölf Uhr eine Schweigeminute ein. Wir trauern mit den Angehörigen, die mit dem Verlust leben müssen, und wir denken an diejenigen, die bis heute unter den Folgen des Unglücks leiden.“

Am Morgen um 6.47 Uhr, dem Zeitpunkt des Zusammenstoßes, hatten die Kirchenglocken von Mariä Himmelfahrt und St. Georg für zehn Minuten lang geläutet. Damals, vor fünf Jahren, gingen gingen in diesen Momenten bei den Einsatzkräften die ersten Hilferufe der Überlebenden ein.

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