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Spektakuläre Übungs-Premiere bei Neenah Gessner

Unfall in Bruckmühler Schlosserei: First Responder und Azubis eilen zu Hilfe

Unter fachkundiger Leitung von FR-Einsatzfahrer Manuel Böhm (Zweiter von rechts) versorgen die Azubis (von links) Theresa Schnitzlbaumer, Kilian Mayer, Cemil Yildiz und Kilian Krammer ihren verletzten Kollegen Florian Berger (liegend).
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Unter fachkundiger Leitung von FR-Einsatzfahrer Manuel Böhm (Zweiter von rechts) versorgen die Azubis (von links) Theresa Schnitzlbaumer, Kilian Mayer, Cemil Yildiz und Kilian Krammer ihren verletzten Kollegen Florian Berger (liegend).

Dass Arbeitssicherheit Spaß macht, ist kaum zu glauben. Die Firma Neenah Gessner hat jetzt eine Rallye organisiert, um das Thema spannend zu vermitteln. Wieso das Feedback pure Begeisterung war.

Von Torsten Neuwirth

Bruckmühl – 12.39 Uhr auf dem Firmenareal von Neenah Gessner: Durch das offenstehende Rolltor der Schlosserei sind typische Arbeitsgeräusche zu hören. Plötzlich durchschneidet ein lauter Schrei die Arbeitsstimmung. Sekunden später herrscht gespenstische Ruhe, bis ein Wimmern und ein Hilferuf die Stille durchbrechen.

Dreistündige Arbeitssicherheits-Rallye

Das war die erste, nahe am Leben orientierte Szenerie, mit der die Auszubildenden des ersten Ausbildungsjahres kürzlich bei der Arbeitssicherheits-Rallye (ASI-Rallye) konfrontiert wurden. In den nächsten knapp drei Stunden folgen in enger Taktung zwei weitere praktische Aufgabenstellungen, ein Wissenstest sowie eine beeindruckende Brandexplosions-Demonstration.

Am Ende der Premieren-Veranstaltung ziehen alle Beteiligten das erfreuliche Fazit: „Tolle Veranstaltung, äußerst informativ, sehr lehrreich, viel Action, hoher Spaßfaktor, unbedingt nächstes Jahr wieder.“

Gesundheit steht an erster Stelle

In enger Kooperation der beiden Firmen-Abteilungen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (ASI) und Personalwesen wurde das Konzept der ersten „ASI-Rallye“ erarbeitet. „Die Arbeitssicherheit und die Gesundheit der Mitarbeiter haben bei der Firma Neenah Gessner einen hohen Stellenwert“, erklärt Florian Kusterer, Leiter der Abteilung ASI, die Beweggründe und zugleich der Bruckmühler FR-Einsatzleiter.

„In Ergänzung zu den alljährlichen Sicherheitsunterweisungen wollten wir gerade unsere jungen Azubis mit einem zusätzlichen attraktiven Angebot für dieses wichtige Thema sensibilisieren“, erklärt er, denn: „Wenn wir sie dabei so begeistern können, dass sie im Anschluss daran eventuell sogar mal in ihrer Freizeit bei der ein oder Rettungsorganisation vorbeischauen, wäre das ein durchschlagender Erfolg.“

Bruckmühler Ersthelfer mit im Einsatz

Um einen größtmöglichen Realitätsbezug zu den vorgegebenen Trainingssituationen herzustellen, war neben Mitgliedern der Firmen-Werksfeuerwehr auch der Bruckmühler First Responder in die Übung mit eingebunden. Und so konnte nichts passieren, obwohl der junge Firmennachwuchs bei den unbekannten Aufgabenstellungen der ASI-Rallye quasi „ins kalte Wasser geworfen wurde“.

So mussten die eingeteilten Dreier- und Vierer-Teams einen Arbeitsunfall „Leitersturz in der Schlosserei“, eine sogenannte medizinische Notfallsituation, managen. Hier galt es im ersten Schritt mit dem Absetzen des Notrufes die Rettungskette in Gang zu setzen, um dann im zweiten die Erste-Hilfe-Maßnahmen für den verletzten Kollegen bis zum Eintreffen der alarmierten Rettungskräfte einzuleiten.

Keine Angst vor Feuerlöschern

Die jungen Neenah Gessner-Mitarbeiter staunten nicht schlecht, als dann „wirklich und real“ der Bruckmühler First Responder (FR) mit Blaulicht vor dem offenen Hallentor stoppte. FR-Einsatzfahrer Manuel Böhm leitete dann unter enger Einbeziehung der Azubis die Erste-Hilfe-Versorgung des Verletzten.

An der zweiten Station wurde den jungen Neenah Gessner-Mitarbeitern von Spezialisten des Brandschutzes die richtige Handhabung der verschiedenen Feuerlöscher-Typen gezeigt. Beim „praktischen Finale“ unter Einsatz eines so genannten „Löschtrainers“, konnten sie die mit Gas entzündeten Feuerflammen ablöschen. Mit jedem gelöschten Flammenherd gewann sichtlich die Routine bei den „Firmen-Youngsters“ die Oberhand.

„Wasser marsch!“ Sichtlichen Spaß hatten Azubi Celina Eggart und Werks-Feuerwehrmann Richard Huber (linkes Foto) bei den Löschübungen. Auch bei der Feuerbekämpfung mit Feuerlöschern (rechtes Bild) zeigten Celina Eggart (links) und Tobias Staufner (rechts) unter der Anleitung von Georg Hartmannsegger (Zweiter von rechts) keine Berührungsängste .

Doch damit nicht genug. Die Kollegen der Werks-Feuerwehr zeigten die imaginäre Feuerbekämpfung mit einem Strahlrohr für „C-Feuerwehrschläuche“. Kaum waren nach der theoretischen Einführung die ersten Berührungsängste vor dem unhandlicheren Einsatzmittel abgebaut, ging es mit einem Lächeln im Gesicht beim Kommando, „Wasser marsch“ richtig zur Sache.

Sechs Meter hohe Fettbrandexplosion

Spektakulär wurde es schließlich noch einmal bei der Vorführung einer Fettbrand-Explosion. Bei dem von Brandexperten gesteuerten Versuch, einen kleinen, mit heißen Fett gefüllten Topf mit einer geringen Wassermenge zu löschen, wurde eine sechs Meter hohe und drei Meter breite Feuerwand ausgelöst.

Zum Ende stand noch eine Präsentation der Berufsgenossenschaft auf der To-Do-Liste der ASI-Rallye. Bei einem sogenannten Wimmelbild-Quiz mussten die auf einen großen Flat-Screen eingespielten und fehlerbehafteten Arbeitssituationen unter engen Zeitvorgaben erkannt und notiert werden. Am Ende zeigten die Daumen aller Beteiligten nach oben. Fazit: Nächstes Jahr gerne wieder.

Super Idee kam beim Team gut an

Wer behauptet, Arbeitsschutzbelehrungen und Arbeitssicherheit seien langweilig, der irrt sich. Die Rallye der Firma Neenah Gessner hat gezeigt: Es kommt nur auf die Art der Vermittlung an. Und so erlebten die Teilnehmer eine spannende Übung. Was sie dazu sagen.

Arbeitssicherheit ist kein trockener Stoff, meinen (von links) Holger Baumgartner (oben) Angelika Hamberger, Simon Gebhardt, (unten) Theresa Schnitzlbaumer und Emirxan Durak.
Holger Baumgartner (61), Werkleitung, Westerham.

Holger Baumgartner (61), Werkleitung, Westerham: „Es war schön mitzuerleben, mit welch großem Engagement sich alle an der Aktion beteiligt haben. Unsere Zielvorstellung, dass das Thema Arbeitssicherheit nicht nur ein trockener Stoff ist, der abgearbeitet werden muss, sondern auch Spaß machen kann, ist voll aufgegangen.“

Angelika Hamberger (50), Abteilung Arbeitssicherheit, Bruckmühl.

Angelika Hamberger (50), Abteilung Arbeitssicherheit, Bruckmühl: „Für mich selber war es eine interessante Premiere, aktiv an so einer breitgefächerten Aktion mitwirken zu können. Mit den verschiedenen Aufgabenstellungen ist es uns gelungen, bei den jungen Kollegen das Verständnis für den hohen Stellenwert der Arbeitssicherheit zu wecken.“

Simon Gebhardt (33), Ausbilder, Bruckmühl.

Simon Gebhardt (33), Ausbilder, Bruckmühl: „Die ASI-Rallye war eine super Idee. Interessant waren die „live“ Einblicke, wie unsere Azubis in Teamarbeit die Situationen im Übungs-Modus angegangen sind. Dass auch ältere und qualifizierte Mitarbeiter an der Rallye teilgenommen haben, ist ein weiterer positiver Randaspekt.“

Theresa Schnitzlbaumer (22), Auszubildende zur Industriekauffrau, Bruckmühl.

Theresa Schnitzlbaumer (22), Auszubildende zur Industriekauffrau, Bruckmühl: „Die ASI-Rallye war echt spannend und interessant. Dass ein Arbeitgeber so ein Angebot macht, dazu mit so einem hohen Aufwand unter Beteiligung von der eigenen Firmen-Feuerwehr und dem Bruckmühler First Responder ist nicht selbstverständlich. Echt topp. Es hat voll Spaß gemacht.“

Emirxan Durak (21), Auszubildender zum Papiertechnologen, Weidach.

Emirxan Durak (21), Auszubildender zum Papiertechnologen, Weidach: „Die Aktion war mal was Anderes und komplett Neues. Ich habe so zum ersten Mal auch praktische Erfahrungen sammeln können, wie man mit Feuerlöschern umgeht. Die Fettexplosion war schon beeindruckend. Jetzt weiß ich, wie so eine Situation zu händeln ist, einfach Deckel auf den Topf.“

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