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„Eine willkommene Abwechslung“

Auftritte im Freien - Saison für Aiblinger Kinder- und Jugendgarde gerettet?

Die größeren Gardemädchen beim Training im Gmoahof Willing. Die Kleineren üben separat, um Infektionen zu vermeiden.
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Die größeren Gardemädchen beim Training im Gmoahof Willing. Die Kleineren üben separat, um Infektionen zu vermeiden.

Vergangenes Jahr konnte die Kinder- und Jugendgarde des Trachtenvereins „D’Oberlandler Bad Aibling“ nicht auftreten. Diese Saison wollen sie den Fasching aber nicht ausfallen lassen und haben sich eine Lösung überlegt.

Bad Aibling – „Wir werden unsere Auftritte im Freien anbieten“, sagt Gardebetreuer Rupert Herzog und lacht. Er freut sich, dass so doch etwas Stimmung aufkommen kann. Normalerweise tanzt die Gruppe jede Saison rund 25 Mal in Seniorenheimen, Kindergärten, Wirtschaften oder beim Kinderfasching. Vergangenes Jahr fielen die Veranstaltungen ins Wasser, wegen der Corona-Pandemie. Auch diesen Fasching müsse die Garde damit rechnen, dass in Innenräumen nicht getanzt werden darf.

Auftritte als „i-Tüpfelchen“

Damit die Kinder auf Teer oder Pflaster tanzen können, hat der Verein einen PCV-Boden zum Ausrollen besorgt. Eine lokale Firma hat ihn gesponsert. „Sie helfen uns so die Kinder- und Jugendgarde am Leben zu erhalten“, sagt Herzog. Die Garademädchen und das Prinzenpaar würden sich riesig darüber freuen. Die Auftritte seien schließlich das „i-Tüpfelchen“ und die Kinder wollen vorführen, was sie können.

„Es wird heuer anders, aber wir lassen uns einfach darauf ein und schauen wie es wird“, sagt der Gardebetreuer. Wenn statt der üblichen 25 Auftritten diese Saison nur etwa die Hälfte zustande komme, sei er schon glücklich. „Wir wollen Freude in dieser tristen Zeit verbreiten. Wenn wir das schaffen, ist es ein Erfolg“, sagt Herzog.

Die Resonanz sei normalerweise immer gut, besonders in den Altenheimen seien die Auftritte der Garde immer eine „willkommene Abwechslung“. Die will der Gardebetreuer auch diese Saison ermöglichen, nur unter anderen Rahmenbedingungen. Herzog träumt von Auftritten vor dem Rathaus, Einkaufszentren oder Dorfplätzen. So wolle der Verein zeigen: „Es gibt uns weiterhin.“

Seit Anfang November trainieren die Gardemädchen, Prinz und Prinzessin zwei Mal die Woche im Gmoahof Willing unter Einhaltung der Hygieneregeln und mit Maske. „Wir haben drei ganz tolle Trainerinnen“, schwärmt Herzog von den Schwestern Stefanie Stadler (19) und Franziska Stadler (17) sowie Theresa Liegl (22). Seit vielen Jahren trainieren sie die Kinder ehrenamtlich, „mit viel Gefühl und Einfühlungsvermögen“.

„Wir sind nicht fernab der Realität unterwegs“

Franziska Stadler ist die Jüngste und Neuste im Bunde und trainiert die Gardemädchen seit 2020. Weil die Trainerinnen einen „so tollen Job machen“, kämen die Kinder sehr gerne. Sie trainieren auf dem neuen Boden, der für die Auftritte ausgerollt werden kann, damit sie sich daran gewöhnen.

Als der Landkreis Rosenheim Corona-Hotspot war, konnten die Gardemitglieder nicht trainieren. „Wir sind nicht fernab der Realität unterwegs, wir wissen, was los ist“, sagt Herzog in Bezug auf die Pandemie. Die Regeln müssten beachtet werden, dafür hätten alle Mitglieder im Verein Verständnis. Dennoch wolle keiner den Kopf hängen lassen.

Jungen sind meistens „Newcomer“

Das sehen Prinz Peter Gschwendtner (12) und Prinzessin Anna-Lena Köllenberger (11) wohl genauso. Das Prinzenpaar wird jedes Jahr anhand bestimmter Kriterien vom Verein ausgewählt: Welches Paar könnte gut harmonieren? Wer kann gut tanzen und hat Taktgefühl? Wollen Prinz und Prinzessin die Zeit investieren? Sind die Eltern einverstanden? „Wer ausgewählt wird, freut sich natürlich wahnsinnig“, sagt Herzog. Besonders die Gardemädchen hätten den großen Wunsch irgendwann Prinzessin zu sein, wenn sie schon länger dabei sind. Die meisten Jungen seien eher „Newcomer“ und hätten keine oder kaum Vorerfahrung. Manchmal seien sie zuvor als Clown im Fasching dabei, zwei bis vier gibt es jede Saison.

Die Gardemädchen tragen jedes Jahr dasselbe Kostüm: Blaue Röcke und weißblaue Oberteile. Wenn die Mädchen rauswachsen, passt eine Schneiderin die Kleider an. Das Kleid der Prinzessin ist jedes Jahr anders. Die Eltern kaufen oder nähen es selbst. „Wir haben oft sehr geschickte Eltern“, sagt Herzog.

Das Kostüm des Prinzen zu gestalten, sei weniger aufwendig, als das Kleid der Prinzessin zu nähen. Die Jungen tragen meist eine dunkle Hose und dazu ein schwarzes Sakko. Das ergänzen die Eltern mit einer Weste, Bordüre oder einem Einstecktuch aus dem Stoff des Prinzessinnenkleides.

Proben auf dem ausrollbaren Boden: (von links) Prinzessin Anna-Lena I. und Prinz Peter II.

Die Prinzessin und der Prinz zeigen sich das erste Mal am 15. Januar. An diesem Tag wird auch das offizielle Gardefoto geschossen. „Das ist für alle ein großer Termin“, sagt Herzog. Einen Inthronisationsball gebe es nicht, der Verein starte einfach mit den Auftritten.

Gardebetreuer hofft auf mehr Buchungen

Der Vorteil sei, dass der Gesamtaufwand des Vereins „nicht so groß“ sei. Er müsse keinen Saal anmieten für einen Ball, teure Trainingsstunden oder Kleider bezahlen. „Das ist bei uns überschaubarer“, sagt Herzog. Deshalb könne der Verein etwas riskieren und die Saison planen. Bisher ist die Kinder- und Jugendgarde für eine Show gebucht. Der AWO-Kindergarten in Heufeld hat einen Parkplatz, auf dem sie auftreten wird. „Hoffentlich kommen noch mehr dazu“, sagt Herzog.

Anna-Lena I. und Peter II. regieren in Bad Aibling als Kinderprinzenpaar

Die Kinder- und Jugendgarde des Trachtenvereins „D’Oberlandler Bad Aibling“ hat nach einem Jahr Pause wieder mit dem Training begonnen und freut sich darauf, im kommenden Fasching mit dabei zu sein. Prinzessin ist Anna-Lena I. und Prinz Peter II. Die elfjährige Anna-Lena Köllenberger wohnt in Willing, hat eine jüngere Schwester und einen kleinen Bruder. Sie besucht die sechste Klasse der Wilhelm-Leibl-Realschule Bad Aibling und ist beim Kinderchor und im Trachtenverein. Ein weiteres Hobby ist das Voltigieren. Dabei macht sie Turnübungen auf einem Pferd. Anna-Lena ist schon seit drei Jahren als Gardemädchen im Einsatz und hat somit bereits einige Faschingserfahrung gesammelt.

Für den zwölfjährigen Peter Gschwendtner ist der Fasching dagegen Neuland. Er lässt sich aber gerne darauf ein, zumal er Anna-Lena als Nachbarin von klein auf kennt und auch die Vorliebe für Schnitzel mit Pommes mit ihr teilt. Peter hat zwei jüngere Brüder und geht in die siebte Klasse der St.-Georg-Schule. Beim Trachtenverein plattelt er seit vielen Jahren und lässt kaum eine Probe aus. Daneben konzentriert sich sein Interesse stark auf die Traktoren der Marke Eicher. Die beiden bereiten sich zusammen mit den Gardemädchen darauf vor, im Freien aufzutreten, da das im Innenraum kaum möglich sein wird. Wer Interesse an einem Auftritt hat, kann sich bei Gardebetreuer Rupert Herzog melden unter der Telefonnummer 08061/370734.