Klinikbetrieb zieht zum Ende des Jahres um

Große Pläne für das Schön-Klinik-Areal in Harthausen

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Die Schön-Klinik in Harthausen soll einer alternativen Nutzung zugeführt werden
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Bad Aibling - „Die Schön-Klinik im Stadtteil Harthausen nördlich des Dr. Wilhelm-Knarr-Weges zieht zum Ende des Jahres 2018 in den gemeinsamen Erweiterungsbau mit der Schön Klinik Bad Aibling um. So könnte das Areal dann neu genutzt werden:“

Auf dem Gelände der Schön-Klinik in Harthausen soll ein neues städtebauliches Konzept entstehen. Ende diesen Jahres wollen die Betreiber dort den Klinikbetrieb einstellen. Das gesamte Gelände, stattliche 23.400 Quadratmeter, sollen dann alternativ genutzt werden. Der Grundeigentümer hat zwei Architekturbüros beauftragt, ein Konzept für das Areal zu entwickeln. Gewerbe, Mehrfamilien- und Einzelhäusern sollen gemischt werden. Die Planer präsentierten den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung, Gesamtverkehrsplanung und Umwelt am Montagabend ihre Vorschläge.

Das Planungskonzept von Andreas Frischmann:

Das Planungskonzept von Andreas Frischmann sieht klare Strukturen und eine intensive Begrünung vor.

Der Entwurf von Planer Andreas Frischmann basiert auf dem Grundgedanken, einen Ortskern mit einem Platz herauszuarbeiten. Außerdem soll das Areal in zwei Bereiche getrennt werden: Mischgebiet an der Straße und Wohnhäuser im hinteren Bereich. Nach Osten hin wird zwischen den Häusern mehr Platz gelassen. Die Gebäude sollen mit klaren Linien angeordnet werden. Im Fokus des Konzeptes steht darüber hinaus viel Grün. Der Grüngürtel und das Biotop im Osten des Geländes sollen erhalten bleiben. Der Großteil der Autos soll in Tiefgaragen Platz finden. "Man hat mit dieser Planung eine deutlich geringere Gesamtversiegelung als bisher", erklärte Frischmann seinen Entwurf. Man habe sich bemüht, die verschiedenen Interessen und Vorgaben mit einzubringen.

Das Planuungskonzept Büro Petzenhammer:

Der Entwurf zeichnet sich durch ein sparsames Erschließungskonzept aus

Die Entwurfsidee von Diplom-Ingenieurin Claudia Petzenhammer-Hörmann vom Büro Petzenhammer in Bad Aibling unterscheidet sich ein wenig von der ihres Kollegen. Der östliche Rand des Geländes soll von einem Grünstreifen eingerahmt werden. "Im Städtebau ist es wichtig, dass man über die Grenzen hinausblickt", so die Planerin. "Man muss damit rechnen, dass grüne Fläche auch irgendwann bebaut wird." Der gesamte Entwurf zeichnet sich dadurch aus, dass nur wenige Straßen und Wege geplant sind. Im westlichen Teil könnte ein sogenannter Quartiersplatz mit einem Marktplatz entstehen, der verschieden genutzt werden kann. Während die Gebäude im Westen viergeschossig geplant sind, werden die Häuser Richtung Osten zweistöckig. Parken soll größtenteils in Tiefgaragen stattfinden. Oberirdisch sind Besucherparkplätze angedacht. Das Biotop soll erhalten bleiben und der Regenwasserkanal renaturiert werden.

Beide Entwürfe gehen über die bestehende Bebauung hinaus

Die anschließende Diskussion im Gremium zeigte, dass die Mehrheit die Planung des Büro Petzenhammer bevorzugt. Klärungsbedarf gab es im Hinblick auf die geplante Bebauung im Osten. Fraktionsvorsitzender Richard Lechner (SPD) merkte an, dass diese deutlich über die bestehende Bebauung hinausgehe. "Dessen sind wir uns bewusst. Der bestehende Bebauungsplan müsste dann auch geändert werden", so Petzenhammer. Weiter wurden die von den Planern angesprochenen Vorgaben thematisiert, von denen den Stadträten nichts bekannt war. "Welche Anregungen gab es? War die Vorgabe, Richtung Osten zu bauen?", wollte Lechner wissen. Stadtbaumeister Andreas Krämer verneinte dies: "Die einzige Empfehlung war, dass am Quartiersplatz eine gemischte Nutzung stattfinden soll. Es geht heute um die Planungsstudie. Die Beschlussempfehlung ist eine Grundlage, auf deren Basis dann weiter geplant wird."

Dritte Bürgermeisterin Kirsten Hieble-Fritz (ÜWG) regte neben den auch ihr unbekannten Vorgaben an, dass man mit dem Außenbereich sehr sensibel umgehen müsse. Die Ausdehnung nach Osten sei ihr zu weit. Ebenso sah das Stadtrat Wilhelm Bothar (ÖDP): "Ich bitte darum bei solchen Planungen die Vorgaben des Flächennutzungs- und des Bebauungsplanes zu berücksichtigen.

Nur bei bezahlbarem Wohnraum weiter nach Osten

Stadtrat Johann Schweiger (CSU) fand klare Worte, was die östliche Bebauung betrifft: "Wenn man dem zustimmt, weiter nach Osten zu gehen, dann nur, wenn mindestens zwei Gebäude in bezahlbares Wohnen gehen." Er erntete für diesen Vorschlag fraktionsübergreifend Zuspruch. Die Mitglieder des Ausschusses stimmten einstimmig dafür, dem Stadtrat das Planungskonzept der Büro Petzenhammer als Grundlage für einen künftigen Bebauungsplan zu empfehlen. Außerdem soll, wie vom Gremium angeregt, die bebaubare Fläche im Osten eingehalten werden. Darüber hinaus empfehlen die Ausschussmitglieder, dass 30 Prozent der Wohnfläche in bezahlbaren Wohnraum fließen.

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