Verkehrsfluss soll optimiert werden

Bad Aibling bekommt einen neuen Kreisel

Einmündung Thürhamer Straße/Ebersberger Straße in Bad Aibling
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Einmündung Thürhamer Straße/Ebersberger Straße in Bad Aibling

Bad Aibling - An der Einmündung Thürhamer Straße/Ebersberger Straße wird ein neuer Kreisverkehr entstehen, das beschloss der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstag. 

Stau Adé, das kann es bald in Bad Aibling heißen. Und zwar an der Einmündung der Türhamer Straße in die Ebersberger Straße kurz vor Mietraching. Laut Verwaltung sei mit dem Ausbau der Thürhamer Straße West im Jahr 2007  ein Teilstück inklusive Einmündungsbereich nicht mit ausgebaut worden. Grund hierfür war unter anderem die fehlende Entscheidung der Trassenführung für eine vertiefte Planung für eine Umgehungstraße (Nordtangente). Der im Jahre 2007 erfolgte Ausbau der Thürhamer Straße berücksichtigte das bereits bestehende sowie das prognostizierte Verkehrsaufkommen auf der Straße.


Zustand verschlechterte sich

Im Laufe der letzten Jahre habe sich der seinerzeit nicht mit ausgebaute Abschnitt der Straße durch das unter unter anderem zunehmende Verkehrsaufkommen deutlich verschlechtert. Das größere Problem sei jedoch die ungünstig gelegene Straßenführung bzw. -geometrie, wodurch häufig der Verkehrsfluss leide und es dadurch zu gefährlichen Situationen komme, so die Verwaltung. Eine reine Beseitigung der vorhandenen Schäden wäre daher nicht wirtschaftlich, da damit die Ursachen für den schlechten Verkehrsfluss nicht mit beseitigt werden könnten. Um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu verbessern, sollte ein geeigneter Umbau bzw. Ausbau der Einmündung erfolgen.

Sechs Varianten vorgestellt

Im Rahmen der Sitzung stellte Denis Weisser vom Ingenieurbüro Weisser in Bad Aibling sechs mögliche Lösungen für das Problem vor:


  1. Variante 1a: Bestandsumfang wird beibehalten, nur Deckensanierung (Baukosten etwa 66.000 Euro, kein Zuschuss) Vorteile: geringe Kosten. Nachteile: Keine große Verbesserung, nicht nachhaltig.
  2. Variante 1b: Bestandsumfang wird beibehalten, Vollausbau (Baukosten etwa 95.000 Euro, kein Zuschuss) Vorteile: Moderate Kosten. Nachteile: Keine große Verbesserung. Nicht nachhaltig.
  3. Variante 2a: Bestandsbereich nur Deckensanierung, Aufweitung Vollausbau (Baukosten etwa 90.000 Euro, kein Zuschuss) Vorteile: Verkehrliche Verbesserung. Moderate Kosten. Nachteile: Die verkehrliche Verbesserung ist nicht sehr groß. Nicht nachhaltig.
  4. Variante 2b: Bestandsbereich und Aufweitung im Vollausbau (Baukosten etwa 113.000, kein Zuschuss) Vorteile: Verkehrliche Verbesserung. Noch moderate Kosten. Nachteile: Die verkehrliche Verbesserung ist nicht sehr groß. Nicht sehr nachhaltig.
  5. Variante 3: Linksabbiegespur (Baukosten etwa 314.000 Euro, Zuschuss voraussichtlich 65% (ca. 204.000 Euro) Anteil Stadt = ca. 110.000 Euro) Vorteile: Evtl. Zuschüsse möglich. Gute verkehrliche Verbesserung. Nachteile: Hohe Kosten.
  6. Variante 4: Kreisverkehrsplatz (Baukosten etwa 432.000 Euro, Zuschuss voraussichtlich 65% (ca. 281.000 Euro) Anteil Stadt = ca. 151.000 Euro) Vorteile: Sehr gute verkehrliche Verbesserung. Evtl. Zuschüsse möglich. Nachteile: Sehr hohe Kosten.

Laut Planer könnten alle vorgenannten Varianten noch in 2017 oder 2018 realisiert werden, je nach eventuellem Zuwendungsverfahren. Weisser empfahl dem Stadtrat entweder für Variante vier, sofern es Zuschüsse gibt, andernfalls Variante 2b.

Lockt man damit den Verkehr an? - Die Diskussion im Stadtrat

Stadtrat Stephan Schlier (CSU) betonte, dass keine Variante eine Vorfestlegung im Bezug auf die Nordumgehung sei. Er stellte zudem fest, dass das Verkehrsaufkommen unabhängig von den Varianten gleich bleiben werde. Schlier stellte einen Antrag, erst über einen Kreisverkehr abzustimmen, weil diese Lösung der CSU am sinnvollsten erscheine. 

Rudolf Hofschneider (SPD) befürchtete, dass man die Straße durch einen Kreisverkehr für den Schwerverkehr attraktiver mache. 

Parteikollege und Fraktionssprecher Richard Lechner widersprach dem Planer bei dem Zusand der Einmündung. "Der Zustand ist da weitestgehend intakt, erst weiter hinten nicht mehr." Auch die angesprochene Geschwindigkeitsreduzierung durch den Kreisel und die geplanten Kosten sieht er kritisch. "Der Kreisel in Mietraching hat 550.000 Euro gekostet. Ich nehme an, dass das nicht billiger geworden ist." Er findet es auch nicht gut, die Türhamer Straße für den Schwerlastverkehr zu öffnen. Außerdem würden die Stauungen nur zu ganz speziellen Uhrzeiten auftreten, was man in Aibling öfter habe.

Bürgermeister Felix Schwaller (CSU) merke an, dass durch das Bauvorhaben das Thema Nordumfahrung nicht gestorben sei.

Auch Rosemarie Matheis (ÜWG) sei eine Befürworterin der Nordumgehung. Sie könne auch die Befürchtungen der Mietrachinger verstehen, dass dadurch eventuell mehr Verkehr komme, sei aber dennoch der Meinung, wenn man dafür Geld in die Hand nehme, dann sollte man das auch gescheit machen.

Grünes Licht bekam der Kreisverkehr von Seiten der Grünen: "Ich bin eindeutig für den Kreisverkehr, weil das die sicherste Variante ist und auch gut für den Verkehrsfluss", so Heidi Benda (GOL). "Die LKW-Fahrer schrecken vor nichts zurück, die suchen sich ihre Wege und lassen sich von einem Kreisverkehr weder bemuntern noch abschrecken."

Dieter Bräunlich (ÜWG), selbst Mietrachinger, sieht das Stauproblem nur in der Türhamer Straße bestehen. "Um das zu beheben, reicht eine Linksabbiegespur, da braucht es keinen Kreisel." Unterstützung dafür bekam er von Irmengard Ranner-Sobihard (ÜWG), die darüber hinaus der Meinung sei, dass man sich hier über Luxusprobleme Gedanken mache, weil man ihrer Meinung nach an dieser Stelle einfach nicht lang stehe. 

Sollte es zu einem Kreisverkehr kommen, was Elisabeth Geßner (CSU) befürworte, bitte sie aber darum, sich Gedanken über den Radweg zu machen.

Abstimmung

Mit 13:10 Stimmen sprach sich der Stadtrat für einen Kreisverkehr und somit gegen die vom Ausschuss für Stadtentwicklung, Gesamtverkehrsplanung und Umwelt empfohlene Variante 2b aus. 

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