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Softwareproblem

Luftverkehr über Deutschland eingeschränkt: Technische Probleme bei Flugsicherung

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Durch Lernen dem Elend entfliehen

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Francisco hat das Ingenieurs-Diplom. Mit ihm freuten sich seine Mutter, seine Patin Ursula Taetzner und Rebeca, die Leiterin der Kindertagesstätte in Concepcion (von links).

Bad Aibling - Auch eine Naturkatastrophe kann dieses Projekt nicht stoppen. Die durch das Erdbeben Anfang 2010 schwer beschädigte Kindertagesstätte "Hermanos en Cristo" in Concepcion (Chile) soll wieder aufgebaut werden.

Die Einrichtung wird seit 1987 von Aiblinger Bürgern unterstützt. Initiatorin der Hilfe ist die frühere Kantorin der evangelischen Kirchengemeinde, Ursula Taetzner. Sie machte sich kürzlich selbst ein Bild von der traurigen Lage vor Ort: Die Tagesstätte muss bis auf die Grundmauern abgerissen werden. Für den Wiederaufbau der Kindertagesstätte hat Ursula Taetzner im Raum Bad Aibling rund 9000 Euro gesammelt (wir berichteten). Insgesamt sollen sich die Kosten für den neuen, dann erdbebensicheren Bau auf 300000 Euro belaufen. Die Hälfte davon bezahlt die chilenische Vorschulorganisation. "Den Löwenanteil der anderen Hälfte wird das Klassik-Radio Deutschland im Rahmen einer Spendenaktion aufbringen, wobei die Kindernothilfe das Geld vorstreckt", so Ursula Taetzner.

Das Gebäude ist so stark beschädigt, dass es bis auf die Grundmauern abgerissen werden muss. "Dabei wurde es erst vor wenigen Jahren renoviert. Der Krippenbereich war nagelneu", berichtete die Aiblingerin.

Gerade die Krippe sei sehr wichtig, ermögliche sie es doch den ledigen Müttern in die Schule oder Lehre zu gehen sowie den verheirateten Müttern, ihrem Beruf nachzugehen. Deswegen soll dieser Bereich auch noch so lange wie möglich stehen bleiben, bevor die Kinder und ihre Betreuer dann - möglicherweise während der chilenischen Sommerferien im Februar - in das Schulgebäude umziehen.

Die neue Tagesstätte mit Krippe, Kindergarten und Hort, die auch einen städtebaulichen Akzent in dem Armenviertel setzen soll, wird Platz für 140 Kinder bieten. Die neue Hortleiterin Cristina kommt aus dem Zentrum für drogengefährdete Jugendliche und wird künftig Schützlinge bis zum Alter von 16 Jahren aufnehmen.

Anlass für Ursula Taetzners jüngste Reise war aber auch ein erfreulicher: Ihr Patensohn Francisco, dessen Studium einige Mitglieder der evangelische Kirchengemeinde bezahlt hatten, bekam sein Ingenieurs-Diplom überreicht. Seit 16 Jahren bestehen die freundschaftlichen Bande zwischen Taetzner und dem jungen Chilenen. Er gilt als "Aushängeschild" der Einrichtung sowohl was seine Hilfsbereitschaft und seine soziale Einstellung als auch seinen Lerneifer angeht. "Heute möchte Francisco etwas von dem zurückgeben, was er selbst bekommen hat", sagt Ursula Taetzner nicht ohne Stolz. Er unterstützt jetzt selbst chilenische Jugendliche in dem Zentrum.

Noch gut erinnert sich die Aiblingerin, die in den 60er- Jahren als Kirchenmusikerin tätig war und an einer Schule für eine deutsche Auslandsgemeinde unterrichtete, an die Anfänge der Patenschaft. Kennengelernt hat sie den Jungen aus armen Verhältnissen bei einem Besuch in Concepcion. "Francisco war schon als Elfjähriger unwahrscheinlich wissbegierig und fragte einem regelrecht Löcher in den Bauch." Ihrer Devise "Nur durch Lernen kannst du dem Elend entfliehen" folgte der junge Mann denn auch konsequent, seit sie ihn durch ihre Patenschaft unter die Fittiche nahm.

So war es ein großer Tag, als der heute 27-Jährige Ende Oktober sein Diplom als Wartungsingenieur überreicht bekam. Damit hat er gute Chancen, eine Anstellung in einer Maschinenfabrik oder einer Mine zu bekommen. Auch dabei kann er auf Unterstützung seiner Patin zählen.

Über das Spendenkonto der evangelischen Kirchengemeinde, Nummer 25742, bei der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, Bankleitzahl 71150000, kann die Kindertagesstätte auch weiterhin unterstützt werden.

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