Im Park entsteht ein Biergarten

OVB
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Symbolisch gab gestern Bürgermeister Felix Schwaller mit einem Bagger den Startschuss für die Abriss-Arbeiten am Ludwigsbad an der Rosenheimer Straße.

Bad Aibling - Eine Ära und ein jahrelanges Tauziehen gingen am Freitag zu Ende: Mit einem symbolischen Spatenstich gab Bürgermeister Felix Schwaller per Bagger den Startschuss für die Abrissarbeiten auf dem Ludwigsbad-Areal.

Der neue Grundstücksbesitzer, Peter Greither, erläuterte vor zahlreichen geladenen Gästen seine Visionen für das Gelände, das seit 15 Jahren brach liegt. So soll in der Parkanlage - mit Blick in den Kurpark - ein Biergarten entstehen. Die restliche Fläche wird nach dem Abriss aller Gebäude vorerst zu Parkplätzen umfunktioniert.


Ab kommenden Montag bleibt kein Stein mehr, wo er war, auf dem Ludwigsbad-Areal. Dann werden in rund vier Wochen alle Gebäude auf dem Gelände (Hotel, Anbauten sowie das ehemalige Privathaus der Familie Antretter) abgerissen.

Scherben bringen Glück: Der Richtspruch des Zimmerers fasste das bisherige Baugeschehen in gereimter Form zusammen.

Als einen "Glücksfall für Bad Aibling" wertete Schwaller die Projekte von Greither und dessen Frau Gabi. Ihm falle regelrecht ein Felsbrocken von der Seele, dass nun für das seit Jahren viel diskutierte Gelände an der Rosenheimer Straße eine Lösung gefunden wurde. Erst seit zwei Monaten ist der Kaufvertrag zwischen Greither und der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling unter Dach und Fach (wir berichteten).


"Ich konnte diesen Schandfleck mitten in Bad Aibling nicht mehr ertragen und sprach deshalb bei der Sparkasse vor", so der neue Besitzer. Schnell sei man sich einig gewesen. Zügig ging es dann auch an die Planung. "So sind seit zwei Wochen bereits Landschaftsgärtner im hinteren Bereich des Geländes im Einsatz und schaffen aus einem Dschungel, der 15 Jahre lang ungehindert wuchern konnte, wieder eine schöne Parklandschaft", erläuterte Greither. Er sei, allein durch seine Familie, die eine Heilmittelfirma (Salus) in Bruckmühl betreibe, sehr naturverbunden. Deshalb werde höchster Wert darauf gelegt, den alten Baumbestand zu erhalten. Den Park können künftig dann Bürger und Urlauber genießen. Denn im südlichen Teil wird ein Biergarten der besonderen Art entstehen - mit Blick in den Kurpark. "Aus Rücksicht auf die Nachbarn, ich würde es selbst nicht anders wollen, wird der Betrieb dort um 22 Uhr enden", so Greither.

Im Park soll ein Biergarten entstehen.

Der vordere Bereich (jetziger Standort des ehemaligen Kurhotels Ludwigsbad) werde zunächst aufgeschottert. Dann würden dort Parkplätze errichtet. Die Zufahrt erfolge über die Kante Katharinenstraße/Kreisel. Dafür hätte man bereits die Zusage des Bürgermeisters. Zudem wolle Greither statt den Bäumen im Einfahrtsbereich lieber Rosenbeete anlegen. "Das gibt dann einen weitläufigen, farbenfrohen und schönen Blick in Richtung Biergarten", hofft der Investor und freute sich gegenüber unserer Zeitung auf das erste Bier, das er dort trinken könne. Dies soll gemäß seinen Wünschen bereits im Frühjahr 2012 der Fall sein.

Doch damit nicht genug. Denn das Ehepaar Greither hatte gleich doppelten Grund zum Feiern. Von der Abrissfeier ging es nahtlos in das Richtfest für die Anbauten am Hotel weiter. Dort werden neben elf neuen Zimmern und einer Tiefgarage ein neuer Trakt mit Restaurant und Konferenzsaal errichtet. Sichtbar ist dies nur von der Rückseite des Hotels aus. Verbunden werden der neue und alte Trakt mit einer kleine Gartenterrasse entlang der Mauern.

Doppelten Grund zum Feiern hatten (von vorne): Seniorchefin Erna Lindner, Besitzer Gabi und Peter Greither sowie Hoteldirektor Marko Achilles.

Der Anbau zwischen Haupthaus und Nachbargebäude beherbergt im Restaurant einen großen Kamin. Direkt hinter dem Anbau (angrenzend an die Sebastianikirche) ist die neue, große Küche des Hotels untergebracht. "Hier hatten unsere Köche mit einigen Widrigkeiten während der Bauzeit zu kämpfen, haben aber diese gekonnt gemeistert", freute sich Seniorechefin Erna Lindner. Ihre Leistung in den vergangenen über 60 Jahren als Hotelbesitzerin würdigte Schwiegersohn Greither besonders. "Uns ist der Erhalt des Bestehenden für die nächsten Generationen wichtig." Man wolle die Tradition des Hauses bewahren, aber mit der Moderne verbinden. Schließlich ist das Hotel seit 1853 in Familienbesitz. "Damit ist es seit Jahrhunderten das erste Haus am Platz", so der Bürgermeister in seiner Rede. Er betonte die Bedeutung des Hotelstandorts in der Innenstadt. "Hier wird ein Aushängeschild der Stadt erweitert und renoviert, das durch seine Historie das Image von Bad Aibling entscheidend geprägt hat und dies künftig auch tun wird", war sich Schwaller sicher.

Mangfall-Bote

Quelle: rosenheim24.de

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