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Prutting - Hohe Wellen schlug die Unzufriedenheit mit der Politik und dem Bayerischen Bauernverband bei der Hauptversammlung des BBV-Ortsverbandes Prutting im Gasthof „Zur Post“.

Besonders die kleineren Milchbauern seien mit dem unzumutbar niedrigen Milchpreis in ihrer Existenz gefährdet, so der Tenor in der Versammlung. Als Zeichen des allgemeinen Protests wurde ein Beschluss gefasst: Mit Ausnahme des Vorsitzenden Franz Aiblinger lassen alle Vorstandsmitglieder des Ortsverbandes Prutting ihre Ämter ruhen. In der nächsten Kreisversammlung des Bauernverbandes wollen die Pruttinger ihren Standpunkt darlegen.

Aiblinger erklärte, der etwas schwache Besuch der Versammlung spiegele die Verdrossenheit der BBV-Mitglieder wieder. Sehr bedauerlich sei auch, dass der „Aufstand“ der Sachranger Milchbauern keine Reaktionen im BBV ausgelöst habe. Milcherzeugung sei eben das Hauptstandbein in der Region, und ohne einen angemessenen Preis könnten die Bauern nicht überleben. „Man kommt sich als Milchbauer vor, als werde man mit Füßen getreten“, so Aiblinger.

Vorstandsmitglied Anton Maier erklärte, alle Milchbauern, die weniger als 50 Kühe haben, „sterben“ zu lassen, sei nicht der Wille der Vorstandschaft des Ortsverbandes. In der Diskussion machte sich der allgemeine Unmut Luft. Die mangelnde Unterstützung ihrer Belange durch den Bayerischen Bauernverband wurde von den Milchbauern in zahlreichen Beiträgen scharf kritisiert. Auch die Veröffentlichung der Subventionszahlungen kam schlecht weg. „Reelle und kostendeckende Preise wären wesentlich besser als Subventionen“, hieß es.

Es wurde auch die Frage aufgeworfen, ob es sinnvoll sei, dass alle Bauern des Ortsverbandes geschlossen aus dem BBV austräten. „Das wäre ein Verlust von Mitgliedsbeträgen im hohen vierstelligen Bereich, vielleicht werden die Herren dann wach“, hieß es. Die Meinung, es wäre nicht richtig, das Feld zu räumen, setzte sich aber durch. Jetzt hoffen die Pruttinger BBV-Vorstände, dass ihr Protest Wirkung zeigt.

Bürgermeister Hans Loy war zwar auch der Ansicht, der derzeitige Erzeugerpreis für Milch sei nicht angemessen. Von einem Austritt aus dem BBV riet er aber ab. „Man soll den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern zuschlagen“, so Loy. Christian Bürger von der VR-Bank Rosenheim-Chiemsee erläuterte das aufgelegte Liquiditäts-Hilfsprogramm. Er gab zu bedenken, dass zwar bei diesem Programm die Zinsen niedrig seien, der Kredit aber in vier Jahren zurückgezahlt werden müsse, es also hohe Tilgungsraten gebe. Zu Photovoltaik-Anlagen meinte er, bei den weithin gefallenen Preisen für Solar-Module sei das eine gute Investition. Georg Dinzenhofer machte auf eine Versammlung des BDM am Mittwoch im Kurhaus Bad Aibling aufmerksam.

ni/Oberbayerisches Volksblatt

Rubriklistenbild: © dpa

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