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Sudelfeld: Streit um See und Schneekanonen

Sudelfeld - Um die Modernisierung des Sudelfelds mit Schneekanonen und einem dafür nötigen Stausee entbrennt ein Streit. Nach einem Klimaforscher greift nun auch die SPD die Pläne scharf an.

So erklärt die CSU die Modernisierungspläne:

Während Politiker aus aller Welt darum ringen, wenigstens die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen, plant man im oberbayerischen Skigebiet am Sudelfeld eine nahezu flächendeckende Aufrüstung mit Schneekanonen.

Und dies mit tatkräftiger finanzieller Unterstützung der Bayerischen Staatregierung. Hartmut Graßl, einer der renommiertesten deutschen Klimaforscher und wichtigster Berater der Bayerischen Staatsregierung auf diesem Gebiet, geißelte die CSU-Pläne jüngst in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung mit den Worten: „Das ist der völlig falsche Weg. So etwas darf der Staat nicht fördern. Nicht nur weil das privatwirtschaftliche Projekte sind, die privat finanziert werden müssen. Sondern weil klar ist, dass tiefliegende Skigebiete wie das Sudelfeld in 20 oder 30 Jahren pleitegehen, weil sie zu wenig schneesicher sind und es oft zu warm ist für eine Beschneiung – auch wenn das die Leute dort nicht wahrhaben wollen.“

Die Lifte des Sudelfeld

Lifte am Sudelfeld

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Dazu Ludwig Wörner, der umwelt- und energiepolitische Sprecher der bayerischen SPD-Landtagsfraktion: „Es ist ein Treppenwitz: Man setzt Schneekanonen ein, weil es aufgrund des Klimawandels weniger schneit. Die Schneekanonen wiederum tragen durch ihren gewaltigen Energieverbrauch selbst zur weiteren Erderwärmung bei.“

Im Rahmen der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen wurde ein Abkommen angestrebt, dass die globale Erwärmung auf maximal zwei Grad Celsius begrenzt. Sollte das Zwei-Grad-Ziel tatsächlich eingehalten werden können, wäre dies bereits ein großer Erfolg. Die OECD kommt in ihrer Studie „Klimawandel in den Alpen“ aber zu dem Ergebnis, dass bereits eine Klimaerwärmung um ein Grad Celsius zu einer Abnahme der schneesicheren Gebiete in Deutschland um 60% führen könnte.

Um den enormen Wasserverbrauch der Beschneiungsanlagen überhaupt decken zu können, ist ein riesiger Stausee mitten im oberen Sudelfeld geplant, der vom tourismuspolitischen Sprecher der CSU-Landtagsfraktion und CSU-Kommunalpolitikern auch noch als „zusätzliche touristische Attraktion“ gefeiert wird. Dazu Energiepolitiker Wörner: „Es ist grotesk, wenn sich CSU-Politiker hier einen gigantischen Swimming Pool in die sensible Berglandschaft bauen lassen wollen. Alle Welt spricht vom Klimaschutz, die CSU handelt. Und zwar in die vollkommen verkehrte Richtung. Daher habe ich eine schriftliche Anfrage an die Staatsregierung zu diesem unsinnigen Projekt gestellt“.

Rubriklistenbild: © dpa

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