Wirtschaftsplan der Stadt Wasserburg 2018

"Erschreckend schlechtes Ergebnis" beim Sorgenkind Badria 

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Das Badria schreibt mit über einer Million Miese rote Zahlen. Das offenbarte der neue Stadtwerke-Leiter Marius Regler bei der Haushaltssitzung in Wasserburg.
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Wasserburg - Marius Regler, der neue Leiter der Stadtwerke Wasserburg, fiel es bei der Haushaltssitzung des Wasserburger Stadtrates nicht leicht, den Wirtschaftsplan 2018 für seinen Betrieb zu präsentieren. Besonders das Badria hinkt deutlich hinterher. 

Insgesamt gebe es "keine besonderen Vorkommnisse", das Wasserwerk laufe ebenso wie das E-Werk stabil, man habe eine "positive Kundengewinnung", was in erster Linie an den attraktiven Preisen der Stadtwerke liege. "Wir haben seit der Liberalisierung des Strommarktes 607 Kunden verloren und dafür aber 940 gewonnen - das alles mit nur einem Ruheständler, da wir keine große Vetriebsmannschaft haben." 

Das war es aber leider auch schon mit den guten Nachrichten, die Stadtwerke-Leiter Marius Regler den Räten eingangs aufzählte. 

Sorgenkind Badria mit 1,5 Millionen Euro Miese

Dass sich die Finanzen der Stadt allgemein nicht rosig darstellen, war der allgemeine Tenor der Haushaltssitzung am 25. Januar. Der Wirtschaftsplan wurde zwar ebenso wie der Haushaltsplan einstimmig beschlossen, allerdings fiel das Gesamtergebnis "erschreckend schlecht aus" - eben wegen des Erlebnisbads Badria.

Regler erklärte hierzu: "Wir müssen für das kommende Jahr mit einem Verlust von 850.000 Euro rechnen. Mit 1,5 Millionen Euro schreibt das Badria rote Zahlen. Das darf nicht so bleiben. Wir müssen hier ansetzen und definitiv Gegenmaßnahmen ergreifen."

Sanierung der Sauna mit neuem Gastro-Bereich, Nachrüstungen im Brandschutz unter anderem auch im Schützenkeller, ein neues Behinderten-WC - die jüngsten Investitionen am Badria in einer Höhe von 600.000 Euro rissen wohl ein zu tiefes Loch in den Geldsäckel. Dabei seien die Arbeiten laut Regler noch lange nicht abgeschlossen: Der Innenbereich des Bads sowie das Freibecken seien ebenfalls dringend sanierungsbedürftig

Der Innenbereich des Badria bedarf ebenfalls einer Sanierung. 

Die nächsten Schritte der Werkleitung, um die Situation zu verbessern, werden mittelfristige Planungen sein:

  • Das Badria muss anstreben, den umgerechneten Verlust von 3,50 Euro pro Badriabesucher aus einer Kraft auszugleichen.
  • Größere Investitionen sind nur mit Zuschüssen der Stadt realisierbar.
  • Nur mit großer Anstrengung werden die Stadtwerke es schaffen, die derzeitige Ertragslage (Strom, Wasser, Gas, Nebengeschäfte) dauerhaft zu halten.
  • Eine Verbesserung des Gesamtergebnisses kann nur aus dem Badria kommen. 
  • Die Überlegungen gehen in Richtung Verkleinerung. (Regler: "Brauchen wir wirklich 2.000 Quadratmeter Wasserfläche im Badria-See?" und "Wir können uns sicher keinen Schnickschnack wie einen Fünf-Meter-Sprungturm mehr leisten!")
  • Einsparungen z.B. durch Reduzierungen der Rabatte für die Stammkunden, Erhöhung der Eintrittspreise in Bad und Sauna sowie der Gastronomie.
  • Ein Fünf-Jahresplan soll helfen, längere Planungen zu überblicken und neue Investitionen zu priorisieren. Die Finanzen sollen frühzeitig abgeklärt werden. 

Lange Rede, kurzer Sinn: In einer Sitzung Anfang März soll jetzt eine neue Strategie für die Stadtwerke erarbeitet werden, um von den schlechten Zahlen weg zu kommen, wie Regler abschließend erklärt. 

Ihre Meinung zum Badria:

mb

Quelle: wasserburg24.de

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