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Wenn Helfer selber Hilfe benötigen

200 Bedürftige in einer Woche – So will die Wasserburger Tafel einen Aufnahmestopp verhindern

Lebensmittel gibt es noch genug, die ausgegeben werden können, doch die Wasserburger Tafel sucht Helfer für die Warenabholung.
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Lebensmittel gibt es noch genug, die ausgegeben werden können, doch die Wasserburger Tafel sucht Helfer für die Warenabholung.

Sie helfen Bedürftigen und sind nun selber in Not: Vielen Tafeln in Deutschland gehen die Lebensmittel aus. Das ist in Wasserburg nicht das Problem, trotzdem benötigt die Tafel auch hier Hilfe.

Wasserburg – So viele Kunden hatte die ehrenamtlich betriebene Einrichtung der Diakonie in 19 Jahren Bestehen noch nie: „Momentan versorgen wir wöchentlich etwa 200 Menschen“, sagt eine der beiden Leiterinnen, Renate Steinbichler. Darunter sind 80 Berechtigte aus dem Kriegsgebiet in der Ukraine.

Verständigung ist kein Problem

Die Verständigung ist zur Freude von Steinbichler kein Problem: Denn die Tafel kann auf zwei Übersetzerinnen zurückgreifen. Sie kommen aus Russland. Das ist bei der Tafel in Wasserburg kein Problem, sagen die Helfer. Denn die gebürtigen Russinnen, die dolmetschen, haben ihre Hilfe selber angeboten – im Bewusstsein, dass die Frauen aus der Ukraine das als Affront sehen könnten. So ist es aber nicht. Die Ukrainerinnen nehmen die Hilfe gerne an. Die Verständigung klappt in Wasserburg, freut sich Steinbichler. Keine Probleme gibt es bisher auch bei der Versorgung. Die Supermärkte und Discounter in der Region Wasserburg stellen ausreichend Ware zur Verfügung. Bürgerinnen und Bürger, Organisationen und Vereine spenden Geld, sodass auch Artikel zugekauft werden können, berichtet Steinbichler.

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Trotzdem räumt sie ein: „Wir geraten an unsere Grenzen, wollen aber unbedingt versuchen, einen Aufnahmestopp, wie teils bei anderen Tafeln, zu vermeiden.“ Denn eine wichtige Stellschraube klemmt: Es fehlen Helfer bei der Warenabholung – im Fahrdienst, der die Lebensmittel einpackt und zur Ausgabestelle bringt. Der Transportwagen ist jeweils mit zwei Personen besetzt: mit Fahrer und einem Beifahrer. „Wir suchen zwei ehrenamtliche Helfer, die ein- bis zweimal im Monat montags von 10 bis circa 14.30 Uhr in unserem Lieferwagen mitfahren und mit anpacken, um die Ware in Kisten bei den Spendern abzuholen“, sagt Steinbichler. Bei der Ausgabe, die immer dienstags stattfindet, ist die personelle Situation besser, sagt sie. Etwa 30 Helferinnen und Helfer sind aktiv. In der Pandemie bekamen sie sogar zusätzlich Unterstützung: unter anderem von den Fußballern und Basketballern des TSV.

Die Tafel Wasserburg ist nach wie vor trotz zunehmender Kundenzahlen eine Einrichtung, die keine vorgepackten Tüten ausgibt, sondern den Berechtigten die freie Wahl lässt. An acht Ständen können sie aussuchen, was sie benötigen: Brot- und Backwaren, Obst und Gemüse, aber auch Trockenprodukte wie Nudeln und Reis sowie manchmal Hygieneartikel. Wenn die Ware knapper würde, müsste dieses Angebot halt kleiner werden, sagt die Tafelleitung mit Steinbichler und Jeanette Kampshoff.

Gegen die Wegwerfmentalität

Für sie ist die Tafel nicht nur ein Weg, Bedürftigen zu helfen, die es aufgrund der hohen Inflation und Teuerung so schwer haben wie schon lange nicht mehr, sondern auch ein Projekt gegen die Wegwerfmentalität und für mehr Nachhaltigkeit. Kommen und den Kühlschrank auffüllen darf jeder, der seine Bedürftigkeit nachweist.

Schon 2015 hatten Flüchtlinge den Kundenkreis erweitert, jetzt sind es weitere aus der Ukraine, die die Tafel besuchen. Wobei Steinbichler feststellt, dass viele Frauen aus dem Kriegsgebiet auch von Familien, bei denen sie untergekommen sind, gut versorgt werden.

Kontakt für Interessenten

Wer sich für eine Mitarbeit im Fahrdienst der Tafel interessiert, meldet sich bei Renate Steinbichler unter rena.steinbichler@gmx.de.

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