Erneut Debatte um Wasserburger "Eiszauber" *Mit Voting* 

Eisbahn blockiert Parkplätze: Verkehrsberuhigung erkennbar? 

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Durch die Eisbahn entfallen in  der Herrengasse rund 40 Parkplätze. 
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Wasserburg - Sie soll die neue Atttraktion des Christkindlmarkts werden - für den Betrieb der Eislaufbahn aber fallen Stellplätze in der Herrengasse weg. Eine positiver Effekt, da laut Bürgermeister Kölbl bereits eine Verkehrsberuhigung einsetzt - oder? 

Eine Anzeigetafel zur Darstellung des laufenden Energie-Verbrauchs der Eislaufbahn in der Herrengasse wird aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht montiert. Der Punkt wurde in der Sitzung des Rats von der Tagesordnung gestrichen, nachdem ihn Antragstellerin und Werkreferentin Dr. Christine Mayerhofer zurückzog. 

Weil Bürgermeister Michael Kölbl daraufhin die Rednerliste schloss, verlagerte sich die Diskussion dazu an den Schluss der Sitzung und wurde von einigen Ratsmitgliedern bei den "Wünsche und Anfragen" wieder aufgerollt. 

Shuttlebus soll während des Christkindlmarkts pendeln 

Christian Stadler (Grüne) prangerte unter anderem an, dass die Ausrufung des Klimanotstands vor der Entscheidung zur Eisbahn gefallen sei, woraufhin ihn Bürgermeister Kölbl verbesserte: "Der Grundsatzbeschluss zur Eisbahn fiel in den Vorberatungen vorher." 

Lorenz Huber stellte einen Antrag: "Durch die Eisbahn fallen in der Herrengasse Stellplätze weg. Wir von der Fraktion Bürgerforum stellen zusammen mit den Freien Wählern einen Eilantrag auf Betrieb eines Shuttlebusses, einmal vom Badria und einmal von Reitmehring aus während des Christkindklmarktes, so wie es schon mit anderen Veranstaltungen wie dem Marktsonntag gehandhabt wird."

Kölbl nahm diese Idee, die den Park-Such-Verkehr in der Stadt eindämmen soll, an und erklärte, die Verwaltung habe sich bereits schlau gemacht und ein Angebot eingeholt: Ein Shuttlebus würde 350 Euro am Tag kosten, was man durchaus stemmen könne. Der Bus würde ab der ersten Dezemberwoche seinen Betrieb im Halb-Stunden-Takt ab dem frühen Nachmittag für eine Dauer von insgesamt sechs Stunden aufnehmen. 

In dieser Zeit sollen sowohl der reguläre Stadtbus als auch der zusätzliche Shuttlebus kostenfrei sein. Der WFV wolle sich wirtschaftlich beteiligen. 

"Versuch der Verkehrsberuhigung" durch Eisbahn? 

Peter Stenger (SPD) hatte jedoch ein Problem mit dem Shuttlebus: "Beim Wegfall von 40 Parkplätzen bis 6. Januar 2020 in der Herrengasse entgehen der Stadt etwa 12.000 Euro an Parkgebühren. Und jetzt soll auch noch der Shuttlebus kostenlos sein - wegen dieser Eisbahn. Das verstehe ich nicht." 

Kölbl erwiderte: "Wir können doch froh sein, wenn der WFV eine der wichtigsten verkehrsberuhigenden Maßnahmen in der Altstadt einleitet. Im Grunde läuft momentan ein Versuch zur Verkehrsberuhigung. Man merkt es jetzt schon, dass der Verkehr reduziert wird, weil die Leute wissen, dass in der Herrengasse keine Parkplätze zur Verfügung stehen und deshalb den Bereich umfahren." 

Sophia Jokisch (Linke) fand es zwar "schön", dass sich eine Verkehrsberuhigung einstellt, die Eisbahn aber sei in ihren Augen untragbar: "Eine konventionell betriebene Eislaufbahn produziert im Schnitt 8,2 Tonnen CO2 im Monat. Wir sollten das sofort abbrechen." 

Bürgermeister Kölbl hakte an diesem Punkt sofort ein und bezeichnete Jokischs Behauptung als "unwahr": Diese Zahl könne man nicht vergleichen, da die Bahn mit CO2-neutralem Strom betrieben werde. "Das wäre das Gleiche, als würde ich ein Elektro-Auto mit Ökostrom betanken und dann sagen, dieses Auto würde als konventionelles Auto so und soviel Benzin verbrauchen."

Bevor Jokisch weiter auf die "katastrophalen Auswirkungen" der Eisbahn eingehen konnte, unterbrach sie der Bürgermeister mit dem Verweis auf die Geschäftsordnung: der Beschluss stehe und im Nachhinein werde nicht mehr diskutiert

mb

Quelle: wasserburg24.de

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