Hitzige Debatte im Bauausschuss um Standort in der Burgau *Mit Voting* 

So soll die neue Wasserburger Polizeiinspektion aussehen

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So soll das neue Gebäude der Polizeiinspektion Wasserburg aussehen. 
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Wasserburg - Nach 17 Jahren gilt es nun als beschlossene Sache: Die Polizeiinspektion Wasserburg soll langfristig einen neuen Standort bekommen. Für das Grundstück am Landschaftsweg in der Burgau gibt es bereits konkrete Details und erste Modelle. 

Bezirk und Landkreis haben sich geeinigt, dem Neubau der Wasserburger Polizeiinspektion steht wohl nichts mehr im Wege. Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann stellte die Details zu der Planung in der Sitzung des Bauausschusses am 28. Mai genauer vor. Das Grundstück am Kreisverkehr gegenüber der Aral-Tankstelle bekam die Stadt im Juni 2017 vom kbo-Inn-Salzach-Klinikum (ISK) überschrieben.

Vorweg: Es solle ein Raumprogramm realisiert werden, das dem einer modernen Polizeiinspektion entspreche. Zwei Gebäude, ein Haupthaus und eine Garagenanlage sollen entstehen. Das Modell stelle sich als langgestreckter Riegel dar, den aus Sicherheitsgründen eine mindestens zwei Meter hohe Mauer umgeben werde. "Um die Mauer kommen wir nicht herum, da hat der heutige Sicherheitsstandarf Priorität", betont Herrmann. 

Die nördliche Ansicht des Neubaus mit dem Haupteingang an der Münchner Straße. 

Der Eingang soll barrierefrei gestaltet werden, der Haupteingang erfolge über die Münchner Straße. Ausrücken werden die Einsatzfahrzeuge aber über ein Tor über den Landschaftsweg. An der Stelle war es Friederike Kayser-Büker (SPD) wichtig, die dortige Situation explizit auf Gefährlichkeit für kreuzende Radfahrer zu prüfen. Es handle sich schließlich um eine Ausfahrt, beim Ausrücken zu Einsätzen müsse es oft schnell gehen und könnte für Radfahrer oder auch Fußgänger gefährlich werden, befürchtete Kayser-Büker. Bürgermeister Michael Kölbl versprach, die Sicherheitsvorkehrungen entsprechend zu prüfen. 

Die vorhandenen Bäume auf dem Grundstück müssten laut Herrmann zwar gefällt werden, es gäbe jedoch Ersatzpflanzungen in Form heimischer Bäume wie einer Eiche, Vogelkirsche sowie Berg- oder Feldahornen. Ob Solaranlagen Platz finden könnten auf dem Flachdach des neuen Gebäudes, werde ebenfalls noch geprüft. 

Für den Neubau der Polizeiinspektionhat der Bayerische Landtag rund 1,9 Millionen Euro eingestellt und beschlossen. Insgesamt soll das Projekt rund 6,4 Millionen Euro kosten. Mit den Abbrucharbeiten auf dem Grundstück soll noch heuer begonnen werden. Der Baubeginn wird dann im ersten Halbjahr 2020 angestrebt, Fertigstellung des Gebäudes wäre Ende 2021.

Die südliche Ansicht des Neubaus. 

"Wir erachten den Standort in der Burgau als geeignet - alleine schon aufgrund der Nähe zum Krankenhaus und zum Innsalzach-Klinikum. Auch die beiden Bundesstraßen 304 und 15 seien schneller zu erreichen als vom jetzigen Standort in der Altstadt am Kaspar-Aiblinger-Platz. Einziges Manko ist nur, dass die Inspektion künftig nicht mehr im Herzen der Stadt steht", resümiert Herrmann in punkto Baupläne. 

Nicht alle mit dem Burgau-Standort einverstanden 

Das neue Gelände, auf dem die Polizeiinspektion entstehen wird. 

An dieser Stelle brachte sich Josef Baumann (Freie Wähler Reitmehring/Wasserburg) ein. Er konnte sich ganz und gar nicht mit dem neuen Standort anfreunden: "Ich war vor 17 Jahren bei der ersten Diskussion schon dagegen und für mich ist diese Diskussion heute beinahe ein Déjà-vu. Wir verlieren mit dem Standort in der Altstadt eine wichtige Einrichtung. Ich habe wirklich Bedenken, dass die Beamten nachts in Zukunft nicht mehr so oft durch die Stadt marschieren und kontrollieren, wenn sie erst jedes Mal ins Auto steigen müssen. Ich möchte nur ungern den Standort in der Altstadt verlieren." 

Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) bekannte sich ebenfalls als damaliger "Altstadt-Standort-Verfechter", erklärte im Ausschuss am Donnerstagabend jedoch: "Das Gebäude im Salzstadel ist nicht mehr zeitgemäß. Punkt. Wir haben in der Burgau einen neuen Standort gefunden und ich bin froh, dass wir die Polizeiinspektion überhaupt erhalten können in der Stadt - das ist nicht selbstverständlich." 

Der Meinung war auch SPD-Kollege Peter Stenger: "Die Verhältnisse in der Altstadt sind nicht mehr zumutbar. Wir müssen froh sein, dass wir in Wasserburg weiter eine Polizeiinspektion haben werden. Für mich ist die Planung in der Burgau absolut in Ordnung, auch in Anbetracht der Nähe zu Krankenhaus und ISK."  

Wolfgang Schmid (CSU) blies ins selbe Horn: "Entscheidender Punkt, dass es so nicht mehr weiter gehen kann in der Altstadt im Salzstadel ist der erste Stock. Das ist ein Wahnsinn, wenn die Beamten dort Bürger empfangen oder kurzfristig inhaftieren müssen. Ich freue mich auf die neue moderne Planung in der Burgau und auch darauf, was wir in Zukunft mit dem Kasernen-Gebäude am Kaspar-Aiblinger-Platz nach dem Umzug der Beamten anfangen können." 

Nicht mehr zeitgemäß: Die Inspektion ist derzeit im Salzstadel untergebracht. 

Josef Baumann lies sich nicht von seiner Meinung abbringen und wetterte: "Was ist denn schon eine moderene Unterbringung? Muss denn alles neu und modern werden? Die Polizei hat doch im Salzstadel riesig Platz..." Mit dieser Ansicht allerdings stand Baumann ziemlich alleine da. 

Mit einer Gegenstimme - der von Josef Baumann - stimmte der Bauausschuss der Planung zur Errichtung der neuen Polizeiinspektion auf dem Grundstück in der Burgau zu. 

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mb

Quelle: wasserburg24.de

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