Wanderpfad muss Fahrweg weichen

OVB
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Idyllisch führte der "Wanderweg 10" auf den Riesenkopf, nun verläuft ein breiter Fahrweg an der Stelle.

Brannenburg - Für einen breiten Fahrweg auf den Riesenkopf musste jetzt eine idyllische Wanderstrecke von rund einem Kilometer Länge weichen. Die Mitglieder des Bundes Naturschutz Brannenburg/Flintsbach sind empört.

"Der Weg war besonders beliebt wegen seiner historischen Wegmauerung und malerischen Felsen mit Farnen und Moosen", schildert Helfried Wachter, der Ortsvorsitzende des Naturschutzbundes. "Dies alles wurde jetzt vom Bagger zerstört." Als "Verbrechen an der Landschaft" bezeichnet Wachter diese Arbeiten, denen nun die idyllische Strecke durch den Wald des "Wanderweges 10" zum Opfer fiel.


Der zweistündige Pfad führte auf den 1337 Meter hohen Riesenkopf, ein Teil davon wurde jetzt durch den breiteren Fahrweg ersetzt. "Mit etwas mehr Kostenaufwand hätte das Wanderstück erhalten werden können", vermutet der Naturschützer.

Dagegen argumentiert Johannes Braunger von der Forstverwaltung Brannenburg: "Ein breiterer Zugang zum Nutzwald war für die Forstmaschinen dringend nötig. Natürlich verfolgen wir auch wirtschaftliche Ziele. Aber es sind zudem immer wieder Forstschutzmaßnahmen notwendig, um den Wald zu erhalten."


Eine ausreichende Erschließung des Gebiets gab es laut Braunger zuvor nämlich nicht. Ein Zugang an anderer Stelle sei nicht möglich gewesen. "Darum mussten wir die Gasse einen guten Kilometer lang auf dem Wanderweg anlegen." Die Erstellung des Fahrwegs sei in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde erfolgt, erklärte der Forstmitarbeiter.

Braunger kann die Aufregung um den Weg dennoch zum Teil verstehen: "Bei solchen Maßnahmen hat man selbst Bauchschmerzen", gibt er zu. Dennoch sei diese Maßnahme wichtig, auch wenn sie sich Wanderern nicht auf Anhieb erschließe.

rfe/Oberbayerisches Volksblatt

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