Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Angst um den „sozialen Frieden“

Vor der Brotzeit zum Test: Wie die Corona-Impf-Debatte Vereine im Raum Rosenheim belastet

Proben und spielen in der Badriahalle: Die Musiker der Stadtkapelle Wasserburg, die heuer auch unter schwierigen Bedingungen unbedingt ihr Herbstkonzert durchführen will.
+
Proben und spielen in der Badriahalle: Die Musiker der Stadtkapelle Wasserburg, die heuer auch unter schwierigen Bedingungen unbedingt ihr Herbstkonzert durchführen will.

Das Thema Corona-Impfung kann nicht nur für Freundschaften, sondern auch für Vereine zur Zerreißprobe werden. So sieht Bayerns Landesverband für Heimatpflege den sozialen Frieden in Gefahr. Ängste, die auch Vereinsverantwortliche im Raum Rosenheim umtreiben.

Rosenheim – Nicht nur Freundschaften zerbrechen an der „Glaubensfrage“ Corona-Impfung, auch viele Vereine leiden unter dem tiefen Riss, der zwischen Impfverweigerern und Geimpften in den vergangenen Monaten entstanden ist. Was wiederum den Landesverband für Heimatpflege auf den Plan gerufen hat, der durch die Debatte ums Impfen den sozialen Frieden in Gefahr sieht.

Unausgesprochene Übereinkunft

Eine Angst, die auch Georg Machl, Vorsitzender Stadtkapelle Wasserburg, umtreibt. „Corona spaltet die Gesellschaft“, stellt er bedauernd fest. Das Thema Impfung könne Freundschaften zerstören, warnt er. Auch der Musikverein sehe diese Gefahr. Unausgesprochen seien die Mitglieder übereingekommen, die Haltung der einzelnen Musiker zu akzeptieren und sich nicht auf Diskussionen einzulassen – auch dann, wenn einer die Einstellung des anderen nicht verstehen könne. Doch den Aktiven der Stadtkapelle seien das gemeinsame Musizieren und der Zusammenhalt zu wichtig, um es durch die Folgen der Pandemie oder Debatten zu gefährden, sagt der Vorsitzende.

Lesen Sie auch: Keine PCR-Tests mehr in der Region Rosenheim: Zum Abstrich nach Kufstein über die Grenze?

Für die Ungeimpften stellt der Wasserburger Musikverein vor jeder Probe Tests zur Verfügung. Diese würden unter Aufsicht durchgeführt, erst wenn das negative Ergebnis da sei, würden der frische getestete Musiker oder die Musikerin den Probenraum betreten.

Große interne Diskussionen gab es jedoch bei der Organisation des Konzertes am 6. November in der Badriahalle. Dort können die Abstände gut eingehalten werden. Doch es ging auch um die Frage, welche Regelung für die Besucher in Kraft treten soll: 3 G oder gar 3 G plus mit PCR-Test? Der Vorstand entschied sich nach Angaben von Machl für eine geheime Abstimmung, damit jeglicher Druck genommen wird. Mit nur einer Stimme Mehrheit befürwortete die Mehrheit der neun Vorstandsmitglieder die 3-G-Regelung. Das Abstimmungsergebnis bezeichnet Stadtrat Machl als „Spiegelbild der Gesellschaft“.

Keine Austritte bei den Musikern

Der Vorsitzende der Stadtkapelle ist jedoch froh, dass Corona im Musikverein noch nicht zu einem Austritt geführt hat. Und gespannt, wie sich die Testpflicht auswirken wird auf den Kartenvorverkauf für das Herbstkonzert. Es soll auf jeden Fall stattfinden, denn: „Wir müssen wieder was machen, auch wenn es organisatorisch schwierig ist – für unser Vereinsleben und auch für die Kultur in unserer Stadt.“

Lesen Sie auch: Corona-Zahlen in der Region Rosenheim steigen weiter: Herbstwelle trifft die Ungeimpften

Auf die Feuerwehren und deren gesellschaftlichen Aufgaben hat die Impfdebatte hingegen scheinbar wenig Einfluss. Denn der „aktive Dienst“ und die „Übungen“ sind von der 3-G-Regel ausgenommen, wie Franz Wudy, Kommandant der Kolbermoorer Feuerwehr, auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen erklärt. Das heißt: Geimpfte und ungeimpfte Feuerwehrler sind gemeinsam zu Einsätzen unterwegs. Dabei haben sie aber immer eine Maske auf und halten die Abstände ein.

Aktuelle Nachrichten und Artikel rund um das Thema Coronavirus in der Region finden Sie auf unserer OVB-Themenseite

Allerdings gilt laut Wudy diese Regelung nur für die Einsätze und die Übungen. „Soll es danach eine Brotzeit geben, müssen sich die Ungeimpften testen lassen“, erklärt er. Bei der Kolbermoorer Wehr – ohne Jugend – sind bereits 80 Prozent der Aktiven geimpft, erklärt der Kommandant.

Über die Umsetzung der neuen Regelung macht sich die Bad Aiblinger Feuerwehr derzeit noch Gedanken, erklärt Reinhard Huber, Kommandant der Bad Aiblinger Feuerwehr auf Anfrage. Er sagt: „Es ist ein Problem, das uns auch betrifft.“ Mehr möchte Huber derzeit dazu aber nicht sagen.

Pause bereitet mehr Sorgen

Jochen Lediger, Handball-Abteilungsleiter des TuS Prien, sieht bei sich in der Sportabteilung hingegen derzeit keine Probleme zwischen Geimpften und Ungeimpften. „Mir ist nichts bekannt, dass bei uns Spieler nicht am Training teilnehmen, weil sie nicht geimpft sind. Und wir haben, soweit ich weiß, auch keine Spieler oder Spielerinnen, die deshalb mit dem Handball aufhören“, so Lediger gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. „Viel mehr hat uns die lange coronabedingte Pause Sorgen bereitet und auch Mitglieder gekostet.“

Kommentare