Viele Kühe nur im Stall

OVB
+
Bayernweit ist die Weidehaltung wieder auf dem Vormarsch, im Raum Rosenheim scheint noch Überzeugungsarbeit zu leisten zu sein.

Stephanskirchen - Viele Jahrzehnte lang war die Weidehaltung in Deutschland stark auf dem Rückzug. Jetzt besinnt man sich wieder auf die damit verbundenen Vorteile.

Allerdings ist in unserer Region wohl noch einige Überzeugungsarbeit nötig, wie sich bei der Informationsveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft bäuerlichen Landwirtschaft am Zehentner-Hof in Stephanskirchen zeigte.


"In vielen Gebieten Bayerns ist die Weidehaltung wieder stark auf dem Vormarsch. Aber im Landkreis Rosenheim stehen die meisten Kühe leider immer noch nur im Stall. Da sind viele Bauern anscheinend noch sehr skeptisch", stellte Andreas Remmelberger, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Bayerischen Landwirtschaft bei der Informationsveranstaltung fest.

Etwa 40 Interessierte waren gekommen, um sich die Vorträge rund um das Thema Weidehaltung anzuhören.


Mit dabei waren auch Vertreter des Tourismusverbandes und des Bund Naturschutzes. Auch sie sprachen sich deutlich für die Vorteile einer Weidehaltung aus.

"Wenn keine Kühe mehr auf der Weide stehen, gibt es bald auch keine Urlauber mehr, die man melken kann", meinte Remmelberger zum Thema Tourismus humorvoll. Es sei nun einmal erwiesen, dass Bayern-Urlauber Kühe in der freien Natur vorfinden wollen: "In Regionen, in denen die Tiere nur noch im Stall sind, bleiben die Touristen fort. Das ist Fakt."

Die Weidehaltung bringe aber auch noch andere Vorteile mit sich, wie die Experten bei der Veranstaltung in der Hofau betonen. Kühe auf der Weide machen nach ihren Worten weniger Arbeit und benötigen weniger Zukaufsmittel und Maschinen.

Problem sei, dass diese Form der Bewirtschaftung keine breite Lobby besitze, denn, so Remmelberger: "Nur der Bauer verdient an der Weidehaltung."

wu/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Kommentare