ÖBB plant für Tirol bereits ab 2021 Brennerkapazität von 450.000 Lkw

Verladeanlage am Beginn des Brenner-Nordzulaufs notwendig?

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Weiter geht es per Schiene

Landkreis Rosenheim – Wenn auch der Pilotbetrieb des Brennerbasistunnels erst Ende 2028 starten wird, will die ÖBB zur Entlastung des Landes Tirol die Kapazität der Bestandsstrecke bereits ab 2021 auf 450.000 Lkw steigern. Hierzu plädiert ÖBB-Chef Matthä für eine Verladestelle am Beginn des Nordzulaufs in Bayern.

In einem Artikel von Suedtirolnews.it wird berichtet, „… dass im Rahmen des kürzlich verkündeten Zehn-Punkte-Programms, das in und mit Berlin ausgemacht worden war, die Bundesbahnen laut ÖBB-Chef Matthä die Kapazitäten erhöhen werden.“

ÖBB-Chef Matthä: „Die ÖBB stehen zum Land Tirol.“

Matthä weiter: „Im Jahr 2021 wollen wir eine Kapazität von 450.000 Lkw zur Verfügung stellen.” Wenn der BBT in Betrieb gehe, steige die Kapazität weiter. Matthä: „Wir plädieren ganz heftig, dass am Beginn des Nordzulaufes ein Terminal in Autobahnnähe gebaut wird, um in Bayern umzuladen.”

Martin Schmid, 1. Vorstand Bürgerforum Inntal e.V., kommentiert dazu:

„Die ÖBB spricht zwar von einem Verladeterminal am Beginn des Nordzulaufes, aber Autobahnnähe wäre dann wohl zwischen Reischenhart und Nußdorf. Die Region muss dann außer der Neubaustrecke noch zusätzlichen LKW-Verkehr zu den Terminals verkraften. Der LKW-Terminal in Wörgl als Beispiel ist nicht annähernd ausgelastet, verschlingt aber hohe Subventionen. 

Laut Aussage des Tiroler Landeshauptmannes Günter Platter ist der Weg durch das Inntal für ca. 800.000 LKW ein Umweg. Er ist aber wegen der niedrigen deutschen LKW-Maut und auf Grund des steuerbegünstigten österreichischen Diesels der billigste Weg. Erhöht man die Korridormaut und streicht das Dieselprivileg, kann man diesen Umwegeverkehr von der Straße auf die Schiene bringen. Die Nord-Süd-Schienenverbindung durch das Inntal ist weder die kürzeste noch die billigste, somit ist die Neubaustrecke dann nicht mehr erforderlich.”

Von der Deutschen Bahn, Kommunikation Bayern, erhielten wir auf Anfrage folgendes Statement:

„Der Brenner-Nordzulauf beginnt in München. Hier gibt es mit München-Riem bereits ein großes Terminal direkt an der A 94. Diese Anlage wird kontinuierlich modernisiert und ausgebaut, um dem großen Wachstumspotenzial im Schienengüterverkehr Rechnung zu tragen. So erfolgte im Jahr 2011 die Erweiterung um eine dritte Kranbahn, derzeit werden die Portalkräne erneuert.

Die Ministerien und Bahngesellschaften aus Deutschland, Österreich und Italien stimmen innerhalb der „Brenner Corridor Platform" ab, wo ein Aus- oder Neubau von Terminals im Bereich der Brennerachse erforderlich ist. Solche Anlagen werden oft privatwirtschaftlich geplant und betrieben. Es ist nicht Teil unseres Projektauftrages, den Standort für ein Terminal zu finden. Auch sind uns keine Planungen für ein Terminal im Inntal bekannt.”

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Derzeit wird erwartet, dass der Pilotphasen-Betrieb ab Ende 2028 starten könne. „Einige kurze Jahre” könne der Tunnel ohne Zulaufstrecke funktionieren, so Matthä. Er sieht es positiv, dass Deutschland den Nordzulauf jetzt vorantreiben wolle. Ein größerer Teil der Strecke dürfte dann unterirdisch verlaufen, erwartet der oberste ÖBB-Eisenbahner wegen kritischer Bürgerinitiativen.

Werden in Bayern die Bürgerinitiativen nun auch für eine angemessene Lokalisierung der Verladestellen kämpfen müssen und das bereits im Vorfeld des Brenner-Basistunnels, um die Kapazität der Bestandsstrecke befüllen zu können?

Vor kurzem berichteten wir über einen ORF-Artikel , entsprechend dem zwei Tiroler Gemeinden gegen die Baustellendimensionierung im Rahmen von Tunnellösungen protestieren.

Klaus Kubitza

Quelle: rosenheim24.de

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