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Experte über extreme Wetterlagen

Verwüstungen in Wasserburg, Rosenheim verschont – Meteorologe: Unwetter „chaotisch und zufällig“

Wintereinbruch: Nein, ein Hagelschauer machte die Fortbewegung per Auto Dienstagnachmittag bei Albaching nahezu unmöglich.
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Wintereinbruch: Nein, ein Hagelschauer machte die Fortbewegung per Auto Dienstagnachmittag bei Albaching nahezu unmöglich.

Über die Region zogen am Montag und vor allem am Dienstag (22. Juni) schwere Unwetter. Verwüstungen in Wasserburg, Mühldorf und Waldkraiburg, Sonnenschein in Rosenheim: Ein Experte erklärt, warum lokale Unwetter so unberechenbar sind.

Rosenheim – Albaching traf es besonders hart. Mitten im Sommer war der Winter ausgebrochen. Die Spuren der Unwetter sind auch am Tag danach noch deutlich zu sehen: Zerbrochene Fenster, beschädigte Fassaden, abgeschlagener Putz, umgestürzte Bäume, Blumenkübel und Balkonkästen, in denen statt wunderbare Blüten nur noch abgebrochene Stängel zu finden sind. Die Getreidefelder der Landwirte wurden teilweise vom Hagel niedergemäht. „Es ist trostlos, unser Dorf schaut aus wie eine Wüste. So viel ist vernichtet“, sagt Bürgermeister Rudolf Schreyer.

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Niemand hatte mit diesem Ausmaß der Zerstörung gerechnet. Ein schwarzer Strich im Himmel habe den Bürgermeister an Bilder von Tornados erinnert. Dann ergossen sich die Gewitterwolken innerhalb weniger Minuten über die Dörfer – es stürmte und hagelte. Bis zu 20 Zentimeter hoch lagen die Hagelkörner auf den Straßen. Der Winterdienst musste Autos freischaufeln.

Rosenheims Kreisbrandrat Richard Schrank zählte 60 Einsätze im nördlichsten Teil des Landkreises. Vor allem Orte links der Bundesstraße 304 benötigten Hilfe. Neben Albaching waren auch Randbereiche von Pfaffing, Edling, Ramerberg sowie von Haag, Maitenbeth/Rechtmehring und Gars betroffen. Hagelkörner, die teilweise einen Durchmesser von vier bis fünf Zentimeter hatten, töteten sogar Tiere. Tauben und Wildtiere wurden erschlagen. Viele Jäger waren an den Waldrändern unterwegs, um nach getöteten Tieren zu suchen.

Gewitterzelle zieht Richtung Bayerischer Wald

Während die Unwetter in der Wasserburger Region wüteten, sah die Situation rund 35 Kilometer nördlich anders aus. „Rosenheim ist ein bisschen verschont geblieben“, sagt Andreas Friedrich, Diplommeteorologe und Pressesprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Eine schwere Gewitterzelle sei vom Allgäu über den Ammersee und den Norden Münchens, dann die Donau entlang in Richtung Bayerischer Wald gezogen.

Bilder vom Hagelsturm am 22. Juni über der Region Mühldorf, Waldkraiburg und Wasserburg

In Mühldorf gab es nach dem Unwetter an zahlreichen Stellen Überschwemmungen.
In Mühldorf gab es nach dem Unwetter an zahlreichen Stellen Überschwemmungen. © Christian Mussnig
In Mühldorf gab es nach dem Unwetter an zahlreichen Stellen Überschwemmungen.
In Mühldorf gab es nach dem Unwetter an zahlreichen Stellen Überschwemmungen. © Christian Mussnig
In Mühldorf gab es nach dem Unwetter an zahlreichen Stellen Überschwemmungen.
In Mühldorf gab es nach dem Unwetter an zahlreichen Stellen Überschwemmungen. © Christian Mussnig
In Mühldorf gab es nach dem Unwetter an zahlreichen Stellen Überschwemmungen.
In Mühldorf gab es nach dem Unwetter an zahlreichen Stellen Überschwemmungen und Hagelschäden. © Christian Mussnig
In Mühldorf hatte es den Laden von Fischhändler Daniele Palazzo mit am schwersten erwischt beim Unwetter am 22. Juni.
In Mühldorf hatte es den Laden von Fischhändler Daniele Palazzo mit am schwersten erwischt beim Unwetter am 22. Juni. © Daniele Palazzo
In Mühldorf hatte es den Laden von Fischhändler Daniele Palazzo mit am schwersten erwischt beim Unwetter am 22. Juni.
In Mühldorf hatte es den Laden von Fischhändler Daniele Palazzo mit am schwersten erwischt beim Unwetter am 22. Juni. © Daniele Palazzo
Große Hagelkörner sorgten rund um Mühldorf für Schaden an Autos, Gebäuden und Pflanzen. Für kleinere Tiere herrschte Lebensgefahr.
Große Hagelkörner sorgten rund um Mühldorf für Schaden an Autos, Gebäuden und Pflanzen. Für kleinere Tiere herrschte Lebensgefahr. © Josef Enzinger
Große Hagelkörner sorgten rund um Mühldorf für Schaden an Autos, Gebäuden und Pflanzen. Für kleinere Tiere herrschte Lebensgefahr.
Große Hagelkörner sorgten rund um Mühldorf für Schaden an Autos, Gebäuden und Pflanzen. Für kleinere Tiere herrschte Lebensgefahr. © Josef Enzinger
Diese Unterführung in Mühldorf war überschwemmt. Ein Auto blieb stecken.
Diese Unterführung in Mühldorf war überschwemmt. Ein Auto blieb stecken. © Josef Enzinger
Bei diesem Carport in Mühldorf durchschlug der Hagel an unzähligen Stellen das Dach.
Bei diesem Carport in Mühldorf durchschlug der Hagel an unzähligen Stellen das Dach. © Josef Enzinger
An der Kraiburger Marktpfarrkirche St. Bartholomäus zerschlugen dicke Hagelkörner die Fenster.
An der Kraiburger Marktpfarrkirche St. Bartholomäus zerschlugen dicke Hagelkörner die Fenster. © Hans Grundner
An der Kraiburger Marktpfarrkirche St. Bartholomäus zerschlugen dicke Hagelkörner die Fenster.
An der Kraiburger Marktpfarrkirche St. Bartholomäus zerschlugen dicke Hagelkörner die Fenster. © Hans Grundner
An der Kraiburger Marktpfarrkirche St. Bartholomäus zerschlugen dicke Hagelkörner die Fenster.
An der Kraiburger Marktpfarrkirche St. Bartholomäus zerschlugen dicke Hagelkörner die Fenster. © Hans Grundner
An der Kraiburger Marktpfarrkirche St. Bartholomäus zerschlugen dicke Hagelkörner die Fenster.
An der Kraiburger Marktpfarrkirche St. Bartholomäus zerschlugen dicke Hagelkörner die Fenster. © Hans Grundner
Hochwasser und Überschwemmungen folgten rund um Mühldorf auf den Hagelsturm am 22. Juni.
Hochwasser und Überschwemmungen folgten rund um Mühldorf auf den Hagelsturm am 22. Juni. © Rudolf Mayer
Hochwasser und Überschwemmungen folgten rund um Mühldorf auf den Hagelsturm am 22. Juni.
Hochwasser und Überschwemmungen folgten rund um Mühldorf auf den Hagelsturm am 22. Juni. © Rudolf Mayer
Hochwasser und Überschwemmungen folgten rund um Mühldorf auf den Hagelsturm am 22. Juni.
Hochwasser und Überschwemmungen folgten rund um Mühldorf auf den Hagelsturm am 22. Juni. © Rudolf Mayer
Hochwasser und Überschwemmungen folgten rund um Mühldorf auf den Hagelsturm am 22. Juni.
Hochwasser und Überschwemmungen folgten rund um Mühldorf auf den Hagelsturm am 22. Juni. © Rudolf Mayer
Hochwasser und Überschwemmungen folgten rund um Mühldorf auf den Hagelsturm am 22. Juni.
Hochwasser und Überschwemmungen folgten rund um Mühldorf auf den Hagelsturm am 22. Juni. © Rudolf Mayer

Lesen Sie auch: DWD mit erneuter Vorabinformationen vor schwerem Gewitter für die Region

Eine weitere Unwetterzelle habe sich in den Alpen entwickelt und zog dann über Teile Südbayerns. „Östlich vom Chiemsee bis Salzburg gab es erhebliche Niederschläge“, meint der Experte. In Rosenheim sei hingegen „praktisch überhaupt nichts“ passiert.

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Doch warum haben die Gewitterwolken Rosenheim verschont? „Das war Glück“, sagt Friedrich. Das Prinzip sei zufällig, wie wenn eine Person einen Topf Wasser auf den Herd stelle. Je nachdem wie stark die Platte heize, würden sich nach fünf bis zehn Minuten Wasserblasen bilden, die dann aufsteigen. „Nur wo die Wasserblasen hochkommen, das wissen Sie nicht“, erläutert der Sprecher.

Die Hagelkörner sind weg, das Ausmaß der Zerstörung sichtbar: Viele Maispflanzen auf diesem Feld in Kottersberg bei Albaching haben das Unwetter nicht überstanden.

Genauso sei es in der Atmosphäre. Die Experten wüssten am Morgen zwar, dass sich schwere Gewitter entwickeln werden, wo sie auftreten jedoch nicht. „Das ist chaotisch und zufällig“, sagt Friedrich. Eine Regel könne der DWD nicht festlegen. Die Unwetter hätten genauso Rosenheim treffen können, die Unglücklichen waren dieses Mal aber Bürger in und um Wasserburg.

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