Samerberg: Bebauung auf Eis gelegt

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Für eine  mögliche Bebauung auf dem freigewordenen Areal der Firma Sattelberger sollen nun Alternativen überlegt werden.

Samerberg - Eine im Samerberger Ortsteil Grainbach hitzig diskutierte Bauangelegenheit wurde in der letzten Gemeinderatssitzung vor Weihnachten noch ad acta gelegt.

Der Eigentümer der betroffenen Grundstücke im Bebauungsplan „Grainbach-Kräuterstraße“ hat am Tag der Sitzung den Antrag zur Bebauungsplanänderung zurückgezogen, so dass sich die Wogen wieder glätten können.


Bei der Suche nach einer Nachfolge-Nutzung für die gemischte Fläche (Wohnen und Gewerbe) an der Kräuterstraße wollte die Familie Sattlberger eine relativ massive Wohnbebauung beantragen, die zusätzlich elf Wohneinheiten auf dem Areal verursacht hätte. Der Bauausschuss hatte im November signalisiert, dass dort zwar eine Wohnbebauung vorstellbar sei, forderte aber eine abgespeckte Planungsvariante. Noch bevor diese im Gemeinderat zur Debatte stand, formierte sich in der Nachbarschaft massiver Protest, 60 Unterschriften wurden am Tag vor der Sitzung an den Bürgermeister überreicht. Nach Gesprächen mit dem Landratsamt und der Familie Sattelberger zog diese Ihren Änderungsantrag zurück. Nun sollen im neuen Jahr alternative Planungsvarianten besprochen werden.

Entwürfe zu Roßholzen positiv aufgenommen

Die Pläne für die Ortsentwicklung im Samerberger Ortsteil Roßholzen sind nun im Gemeinderat vorgestellt worden. Bürgermeister Georg Huber erläuterte das Motto der zahlreichen Überlegungen: „Entwickeln, aber auch bewahren“. So gebe es für die Gemeinde durch den Erwerb des Moarhofs und der umliegenden Flächen eine einmalige Entwicklungschance für die kommenden Generationen. Dies führe aber nicht zu einer ausufernden Bebauung, sondern zu verträglichen Zielen, so Huber weiter. Planer Werner Schmidt dokumentierte ausführlich den Bestand und ein städtebauliches Konzept, das sich in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und beteiligten Fachbehörden insbesondere aus dem Denkmalschutzbereich ergeben habe. Anhand des Urkatasters aus dem Jahre 1857 ging der Planer auf die Historie des kleinen Orts ein und stellte hierzu die aktuellen Werte und Bindungen des Orts gegenüber, der von wenigen aber doch sehr markanten Gebäuden geprägt ist wie dem Moarhof, der spätgotische Kirche St. Bartholomäus aus dem 15. Jahrhundert, dem Altenheim, dem Feuerwehrhaus und dem Alten Schulhaus.


Eine maßvolle Ortsentwicklung kann sich der Gemeinderat im Westen mit zwei bis drei Bauparzellen vorstellen, sowie eine verträgliche Erweiterung des Altenheims in Richtung Süden. Der Sanierungsbedarf beim Moarhof wird durch den neuen Besitzer in Angriff genommen, hierzu müssen aber auch die Straßenerschließung und Parkflächen vorbereitet werden. Behoben werden sollen auch Schwächen in der Ortsrandeingrünung und bei der Gestaltqualität des Straßenraumes.

Weitere Punkte waren die Friedhofserweiterung, der Ortsanger und die Feuerwehrausfahrt. Die örtlichen Vereine sollen nun auch in die Meinungsbildung einbezogen werden. Der Gemeinderat gab auf der Grundlage der Entwürfe einstimmig den Startschuss zum Bauleitplanverfahren.

Variante 1A

Gemeinde Samerberg

Quelle: rosenheim24.de

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